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Theatergruppe des Burschenvereins Hörpolding spielte Weihnachtseinakter – Stück dreht sich um »Engelcasting«

»Hiabading suacht den Super-Engel«

Traunreut – Die Theatergruppe des Burschenvereins Hörpolding spielte zweimal das Stück »Das Engelcasting« von Waltraud Götz. Regisseur Markus Gruber hat es bearbeitet und an die örtlichen Verhältnisse angepasst. Der Einakter, in dem es um die Planung der Weihnachtsfeier beim Gartenbauverein ging, war witzig und unterhaltsam.

Beim »Engelcasting« ging es um das engelsgleiche Verhalten der Kandidaten Raphael (Michael Hartl, von links), Michael (Lukas Arnold), Gabriele (Anna Freutsmiedl) und der Vorstandsmitglieder Anni (Christina Fackler), Rosi (Michaela Sinzinger), Irmi (Andrea Hartl) und Paul (Hans Stitzl). (Foto: Mix)

Auf der Bühne fand eine Vorstandssitzung des Vereins statt. Mit dabei waren der Vorsitzende Paul (gespielt von Hans Stitzl), seine Stellvertreterin Irmi (Andrea Hartl), Kassenwartin Rosi (Michaela Sinzinger) und Schriftführerin Anni (Christina Fackler). Der leicht verplante Vorsitzende wollte mit seinen Kolleginnen die anstehende Weihnachtsfeier besprechen, brachte aber in seiner Schussligkeit alles durcheinander und die drei Damen an den Rand der Verzweiflung.

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Als er verkündete, dass bei der Feier dieses Jahr ein Stück über einen Weihnachtsengel aufgeführt werden soll, boten sich die drei Damen sogleich der Reihe nach als Engel-Darstellerin an. Paul hatte aber eine Bedingung für die Vergabe der Rolle aufgestellt: Der Darsteller oder die Darstellerin sollte auch im wahren Leben brav sein, quasi ein richtiger »Engel auf Erden«. Da Rosi laut ihren Vorstandskolleginnen aber ein Ratschkathl war, sozusagen das »Hiabadinga Tagblatt«, Anni eine »richtige Giftspritzn« und Irmi eine Hexe, kam keine für die Rolle in Frage.

Paul hatte aber die rettende Idee: Er wollte ein »Engel-Caschting« abhalten unter dem Motto »Hiabading suacht den Super-Engel«. Er hatte drei Jugendliche eingeladen und war der Meinung »bei de junga Leid do werd’s no ned so weid fein«, die müssten noch brav sein. Gabriele (Anna Freutsmiedl) präsentierte sich als wohl situiertes Mädchen mit vornehmer Aussprache: »Ich bin perfekt für die Rolle, habe keine Fehler und bin so bescheiden«, lautete ihre Selbsteinschätzung, die ihre Mitkandidaten für die Rolle aber gleich vehement widerlegten. Michael (Lukas Arnold) störte sich an der hochdeutschen Sprache des Mädchens, denn schließlich: »Der bayerische Himme is weißblau, oiso redt a Enge boarisch!« Doch wie Michael stellte sich auch Raphael (Michael Hartl) eher als Lausbub denn als Engel heraus und so kamen alle zu dem Schluss: »Es is vielleicht besser, wenn mia do in Hiabading a Stück mit Bengel spuin und ned mit Engel.«

Die drei Jugendlichen, die zum ersten Mal bei der Theatergruppe auf der Bühne standen, meisterten ihren Auftritt hervorragend und wurden wie alle anderen Darsteller auch mit großem Beifall bedacht. Regisseur Markus Gruber hatte sich selber ebenfalls eine klitzekleine Rolle zugedacht. Er bediente die Vorstandsmitglieder bei ihrer Sitzung als Schankkellner mit Getränken. Als Souffleuse sorgte Stephanie Danner dafür, dass beim Text alles glatt lief, und in bewährter Art und Weise sorgte Gundi Thaler für die Maske.

Das Stück wurde einmal vor der jährlichen Christbaumversteigerung des Burschenvereins gespielt. Xaver Maier und Josef Zacherl waren als witzige und wortgewandte Versteigerer am Werk. Bei der Nachmittagsaufführung gab es anschließend Kaffee und Kuchen für alle Besucher. Im März steht schon das nächste Theaterstück auf dem Plan. Dann wird wieder an sechs Terminen ein größeres Stück gezeigt, bei dem ebenfalls Markus Gruber Regie führen wird. mix