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Heiteres Chaos um die Fragen des Lebens

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Eine vergnügliche Runde: Martina Tremel (von links) als Sylvie, Christine Pauli als Reneé, Juliane Grünbauer als Florence, Hannah Herbbrand als Mickey, Sonja Grünbauer als Vera und Alex Holzner als Olive. (Foto: Heigl)

Mit seinem ganz eigenen Charme und Witz begeistert das Salztheater unter der Regie von Gerhard Brusche nun schon seit 20 Jahren das Publikum im Chiemgau. Mit der herrlich überdrehten Komödie »Ein ungleiches Paar« von Neil Simon stellte sich diesmal der Schauspielnachwuchs der »Jungen Chiemseebühne« aus Grabenstätt dem Premierenpublikum im Traunsteiner Studio 16 vor, und wurde vom Publikum begeistert gefeiert.


Die Handlung: Sechs sehr unterschiedliche Freundinnen treffen sich regelmäßig zum Trivial-Pursuit-Spieleabend – dabei sind sie unter sich und nehmen kein Blatt vor den Mund.

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Obwohl das Stück ein paar kleine Längen hatte, war es immer vergnüglich, die sechs Damen bei ihrem Gesellschafts-Spielabend zu beobachten, bei dem natürlich auch das Privatleben der Freundinnen hineinspielte. Nicht nur die Fragen des Spiels (»Wie oft haben Pinguine Sex?«), sondern auch des Lebens (»Was mache ich, wenn mein Mann mich verlassen hat?«) sorgten für heiteres Chaos.

Die beiden Hauptdarstellerinnen – Alex Holzner spielte die chaotische Gastgeberin Olive Madison und Juliane Grünbauer die penible Florence Unger – zogen alle Register ihrer Kunst und bereiteten dem Publikum ein geradezu maliziöses Vergnügen. Die beiden gingen in ihren Rollen auf und loteten ihre Figuren mit einer großen Spiellust fast schon psychoanalytisch aus. Dass dies so gut gelang, war sicher auch der gelungenen Regie von Gerhard Brusche zu verdanken, der mit den Schauspielern in seinen Stücken jeweils eine ganz besonders intensive und spannende Tiefenschärfe der zu spielenden Figur entwickelt.

Die anderen vier Damen legten ebenfalls viel Spielfreude aufs Parkett: Sonja Grünbauer als schusselige und etwas unterbelichtete Vera war auf eine leise Art verblüffend komisch. Martina Tremel als Sylvie hatte als feine Dame ein herrlich grobes Mundwerk als Kontrast zu ihrem Outfit zu bieten und rollte wunderbar genervt die Augen.

Christine Pauli erfreute als temperamentvolle Krawallnudel und Hannah Herbrand als Mickey ließ ihren Job bei der Polizei auch im privaten Kreis nicht ruhen: Sie kam sogar in Uniform zum Spieleabend und hatte auch dort ein waches Auge auf das Geschehen, das sie mit ihrer deftigen Mimik bereicherte.

Warum die biedere, ordnungsliebende Florence, nachdem sie von ihrem Mann den Laufpass bekommen hat, sich doch nicht, wie vorgehabt, umbringt, sondern zu ihrer chaotischen Freundin Olive zieht, und was die beiden skurrilen »Spanier« – herrlich albern gespielt von Dirk Jaczek und Gerhard Brusche – damit zu tun haben, dass Florence nicht mehr ganz so traurig ist, lohnt sich auf alle Fälle anzuschauen.

Sehenswert ist auch die Bühnenausstattung, bei der die Familie Grünberg in Planung und Ausführung ein goldenes Händchen bewiesen hat. Schön, dass all diese wunderbaren Dinge am Ende der geplanten Aufführungen versteigert werden. Kathi Gelder war für die Maske verantwortlich und das hat sie so gut gemacht, dass man die meisten Schauspieler auf den Fotos des Flyers nicht erkannt hätte, wären nicht die Namen darunter gestanden. Die nächsten Aufführungen sind am 14./16./17./21./23./24. und 28. Oktober. Barbara Heigl

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