weather-image

Heimsieg durch Kadri - Contador gewinnt erstes Duell

0.0
0.0
Sieger
Bildtext einblenden
Blel Kadri setzte sich von der Ausreißer-Gruppe ab und gewann im Alleingang. Foto: Yoan Valat Foto: dpa
Ausreißer
Bildtext einblenden
Die Gruppe mit Sylvain Chavanel, Niki Terpstra, Simon Yates, Blel Kadri und Adrien Petit setzte sich relativ früh ab. Foto: Nicolas Bouvy Foto: dpa
Verfolgung
Bildtext einblenden
Zwischenzeitlich hatte das Peloton über 10 Minuten Rückstand auf die Ausreißer-Gruppe. Foto: Nicolas Bouvy Foto: dpa
Regen
Bildtext einblenden
Gegen Ende der Etappe setzte strömender Regen ein. Foto: Nicolas Bouvy Foto: dpa
Duell
Bildtext einblenden
Am letzten Anstieg kam es auch zum ersten Favoriten-Duell. Alberto Contador knüpfte dem Gesamtführenden Vincenzo Nibali drei Sekunden ab. Foto: Yoan Valat Foto: dpa
Gelb
Bildtext einblenden
Darf sich weiterhin das gelbe Trikot anziehen: Vincenzo Nibali. Foto: Nicolas Bouvy Foto: dpa
Etappensieg
Bildtext einblenden
Konnte sich über seinen ersten Etappensieg bei der Tour de France freuen: Blel Kadri. Foto: Nicolas Bouvy Foto: dpa

Gérardmer (dpa) - Nach einer Woche dürfen auch die Gastgeber jubeln. Kadri sorgt in Gérardmer für den ersten französischen Etappensieg. Dahinter liefern sich Contador und Nibali das erste Duell der Tourfavoriten, der Spanier macht dabei drei Sekunden gut.


Nach dem kleinen Punktsieg im ersten Berg-Duell der Favoriten machte sich ein wenig Zuversicht im Gesicht von Alberto Contador breit. »Ich hatte gehofft, die Etappe zu gewinnen. Ich bin mit meiner Form zufrieden, auch wenn der Vorsprung auf Nibali sicher nicht viel war. Die richtig schweren Bergetappen stehen noch bevor«, sagte der zweimalige Gesamtsieger, nachdem er am Samstag seinem Widersacher Vincenzo Nibali bei der mittelschweren Bergankunft der 101. Tour de France im strömenden Regen drei Sekunden abgeknöpft und hinter dem französischen Tagessieger Blel Kadri den zweiten Platz belegt hatte.

Anzeige

Auch wenn der Mini-Vorsprung für die Gesamtwertung am Ende der achten Etappe über 161 Kilometer von Tomblaine nach Gérardmer am Samstag in den Vogesen nahezu bedeutungslos war, dem Selbstbewusstsein des Spaniers dürfte der Erfolg gutgetan haben. Der Rückstand des Tour-Champions von 2007 und 2009 beträgt nun 2:34 Minuten auf Nibali, den Träger des Gelben Trikots. Damit arbeitete sich Contador, der auf der Kopfsteinpflaster-Etappe viel Zeit eingebüßt hatte, auf den sechsten Platz vor. Zweiter ist 1:44 Minuten dahinter liegend Nibalis Astana-Teamkollege Jakub Fuglsang (Dänemark). Der neue Sky-Kapitän Richie Porte folgt auf Platz drei mit einem Rückstand von 1:58 Minuten und hofft, in das programmierte Duell eingreifen zu können.

»Drei Sekunden auf den letzten 100 Metern zu verlieren, bedeutet nicht viel. Die Steigung war für meine Fähigkeiten nicht unbedingt optimal. Sie war zu explosiv, sie kam eher Alberto entgegen«, sagte Nibali mit Blick auf den 1,8 Kilometer langen und mit 10,3 Prozent steilen Anstieg, nachdem er zum sechsten Mal in Serie das Maillot Jaune erfolgreich verteidigt hatte. Contador hatte lange vergeblich versucht, dem Italiener auf dem Schlussanstieg La Mauselaine zu enteilen. Erst auf den letzten Metern konnte sich der Madrilene absetzen.

Gefeiert wurde im Ziel aber Kadri. Der Franzose hatte mit einer beherzten Solofahrt für den ersten Heimsieg der Grande Nation gesorgt. »Das große Ziel unserer Mannschaft war ein Tagessieg. Dass auch noch ein Trikot heraussprang, ist umso schöner«, sagte Kadri, der sich das Bergtrikot überstreifen durfte. Der Mann vom Team AG2R war 22,5 Kilometer vor dem Ziel aus einer ursprünglich fünf Fahrer großen Ausreißergruppe souverän zum Sieg gefahren.

Weiter im Einsatz war auch der Rostocker Paul Voss, der am Freitag heftig gestürzt war. »Er hat die Nacht gut überstanden, war heute Morgen schon wieder guter Dinge und wird weiterfahren«, hatte NetApp-Endura-Teamsprecher Stefan Flessner vor dem Start erklärt. Der Tour-Debütant Voss war auf der siebten Etappe in der letzten Kurve der Zielpassage frontal in die Absperrgitter gerast und hatte dabei einen Nasenbein- und Fingerbruch erlitten. Am Samstag quälte er sich mit über 20 Minuten Rückstand ins Ziel.

Für Vorjahressieger Chris Froome ist die Tour der Leiden bereits seit Tagen vorbei. Wie der Teamarzt nun mitteilte, hat der Brite bei seinen Stürzen Brüche am linken Handgelenk und an der rechten Hand erlitten. Der Sky-Kapitän Froome wird einige Wochen pausieren müssen. Ob der schmächtige Brite bei der Vuelta in Spanien vom 23. August bis 14. September starten wird, ist noch unklar.

Weiter geht es bei der Tour mit einer weiteren Berg- und Talfahrt durch die Vogesen. Auf dem 170 Kilometer langen Teilstück von Gérardmer nach Mulhouse warten am Sonntag sechs Bergprüfungen, erstmals in diesem Jahr mit Le Markstein auch ein Anstieg der ersten Kategorie.