Heimische BRK-Bereitschaften führen seit 30 Jahren Hilfsgüter-Transporte nach Ungarn durch

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Foto: Leitner, BRK BGL
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Bad Reichenhall – Der Lions Club Bad Reichenhall hat die ehrenamtlichen Bereitschaften des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) mit einer 1.000-Euro-Finanzspritze für ihre Ungarnhilfe unterstützt, die für die Transportkosten verwendet wird. Lions-Präsident Oliver Kowald, Past-Präsidentin Elisabeth Lung und die beiden Lions-Freunde Dr. Peter Schüßler und Dr. Wolfram Noreisch übergaben einen symbolischen Scheck an den Referenten für die Auslandshilfe des Roten Kreuzes, Edi Schmid, BRK-Kreisgeschäftsführer Tobias Kurz und Gaby vom Ungarischen Roten Kreuz (URK).


Schmid zeichnet im 30. Jahr ehrenamtlich für die Ungarnhilfe des BRK-Kreisverbands verantwortlich und hat im Juli 2021 den mittlerweile 110. Hilfsgüter-Transport mit Sachspenden der Bürger aus dem Berchtesgadener Land vorbereitet und organisiert, wobei ihm Ehrenamtliche der BRK-Bereitschaften, der BRK-Wasserwacht, der Bergwacht im BRK und des Deutschen Alpenvereins (DAV) beim Transport der zum Teil sehr schweren Möbel- und Kisten geholfen haben. Schmid bedankt sich bei der Sozialservice-Gesellschaft des Bayerischen Roten Kreuzes (SSG) und speziell bei der Kirchberger Einrichtungsleiterin Sonja Eckardt, die ihm im Keller des Seniorenheims über Jahre hinweg ermöglicht haben, Hilfsgüter bis zum nächsten Transport zu sammeln und zu lagern.

Seit 30 Jahren besteht eine gelebte Freundschaft zwischen dem ungarischen Rotkreuzverband im Komitat Zala westlich des Plattensees und der BRK-Bereitschaft Bad Reichenhall. Aufgrund der umstrittenen Politik von Regierungschef Viktor Orbán, dem vor allem von den Europäischen Nachbarn vorgeworfen wird, seit seiner Wahl 2010 die Menschenrechte im Land systematisch einzuschränken, hinterfragen auch die Menschen im Berchtesgadener Land immer häufiger die Ungarnhilfe des Roten Kreuzes. Edi Schmid ist es gerade deshalb ein Herzensanliegen, seinen Freunden vom URK weiter helfen zu können: „Das sind echte Sozialisten, die sich um die notleidende Bevölkerung kümmern und deren Arbeit durch die Orbán-Regierung alles andere als leichter geworden ist!“

Seit vielen Jahren werden die Hilfsaktionen auch von Mitgliedern des DAV, der BRK-Wasserwacht und der Reichenhaller Bergwacht tatkräftig unterstützt. Organisator Schmid sucht für seine vor allem aus Rentnern bestehende Gruppe auch dringend junge Leute, die beim Verladen der zum Teil schweren Möbelstücke helfen können: „Wir bräuchten ein paar jüngere Leute, die von Zeit zu Zeit mit anpacken, Möbel aus Wohnungen abholen und auf Lastwagen verladen können“, erklärt Schmid.

Obwohl Ungarn mittlerweile schon bald 17 Jahre zur Europäischen Union gehört, hinkt es noch immer weit hinter dem europäischen Wohlstand hinterher. Nur rund zehn Prozent der Bevölkerung ist finanziell gut abgesichert – der Rest lebt in aus deutscher Sicht oft kaum vorstellbarer Armut. „Das Einkommen einer Familie reicht gerade nur so für das tägliche Brot“ bedauert Schmid, der im Berchtesgadener Land seit 30 Jahren Hilfsgüter sammelt und sie mit seinem ehrenamtlichen Team einlagert und regelmäßig nach Ungarn bringt. Die Transportkosten werden vom BRK mit Spendengeldern finanziert.

Das URK versorgt im Komitat Zala mit rund 300.000 Einwohnern die bedürftige Bevölkerung in über 250 Dörfern und Städten und betreibt vier Obdachlosenheime, in denen täglich etwa 400 Menschen untergebracht und verpflegt werden. In den kalten Wintermonaten werden vom URK weitere 200 so genannte Brückenschläfer ohne festen Wohnsitz täglich durch eine Volksküche versorgt, in der die Betreuten auch warme Getränke und Kleider erhalten. „Die Ungarn haben sich bei ihren Diensten einiges vom BRK abgeschaut“, berichtet Schmid, der seit über 30 Jahren einen regen Erfahrungsaustausch pflegt. Das URK in Zala unterhält mittlerweile in 75 Orten den Hausnotruf, sammelt jährlich rund 15.000 Blutkonserven, bildet die Bevölkerung in Erster Hilfe aus, unterhält in den meisten Orten einen ambulanten Alten- und Krankenpflegedienst, betreibt Kleiderkammern und betreut Behinderte, Alkoholiker und psychisch Kranke. Neben 160 haupt- und nebenamtlichen Mitarbeitern helfen noch rund 2.000 Ehrenamtliche bei der Versorgung der bedürftigen Bevölkerung

fb/red