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Heeresbergführer-Anwärter: Über schmale Grate auf den Gipfel

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Piztal, Österreich. Die Gebirgsjägerbrigade 23 ist die Brigade der Bundeswehr, die im schwierigen und extremen Gelände militärische Aufträge erfolgreich bewältigen können muss, dies auch unter extremen Klima- und Wetterbedingungen. Dazu benötigt sie Spezialisten, die vorausgehen und führen können – die Heeresbergführer.

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Damit die Heeresbergführer ihren Aufgaben als Ausbilder, Führer, Berater und Retter gerecht werden können, benötigen sie selbst eine Ausbildung, die deutlich über dem Niveau aller anderen Gebirgssoldaten liegt. Die Gebirgsjägerbrigade 23 bereitet daher geeigneten Nachwuchs mit verschiedenen Ausbildungsmodulen auf den anstehenden, fast ein Jahr andauernden Heeresbergführerlehrgang vor.

Im September waren Ausbilder der Brigade mit zehn Anwärtern im Piztal auf dem Taschachhaus, um Erfahrung im kombiniertem Gelände (Mischgelände aus Fels und Eis oder Schnee) zu sammeln. Stabsfeldwebel Jörg Rauschenberger, einer der Ausbilder in diesem Kurs, betonte, dass die weltweiten Einsätze der Bundeswehr oft mit schwierigem bis extremen Gelände verbunden seien. Daher hob er die Bedeutung gerade des kombinierten Geländes hervor. Dieses sei besonders einsatznah, weil es den Übergang von Sommer und Winter abbilde. Gerne werden Kurse in Sommer und Winter unterteilt, richtig anspruchsvoll aber sind die Übergangsjahreszeiten, wo beide Bedingungen die Soldaten gleichzeitig oder im schnellen Wechsel fordern.

Diese Bedingungen rechtfertigen das hohe Niveau der Heeresbergführer. Bei sich rapide ändernden Wetterbedingungen kann eine Geländeschwierigkeit gleich um ein Vielfaches anspruchsvoller werden. Die jungen Bergführer der Bundeswehr müssen dann trotzdem oder gerade dann ihrer Sorgfaltspflicht gerecht werden können und die anvertrauten Soldaten sicher durch das Gelände bringen. Die Gletscher, Firnfelder und steilen Grate rund um das Taschachhaus sind dafür ein ideales Trainingsgelände. Nach einer soliden Basisausbildung im Bereich der Steigeisen- und Pickeltechnik, Spaltenbergungsverfahren und verschiedenen Theorieeinheiten bestiegen die vier Gruppen im Wechsel die Wildspitze, Vernagt-, Sexegerten-, Petersen- und Bliggspitze sowie den Hinteren Brochkogel. Dabei wurden nicht die einfachen Routen gewählt, sondern stets das steilere Eis und spitz verlaufende Grate gesucht.

Bei einem nächtlichen Einsatz unterstützten die Gebirgsjäger kurz vor Ende ihres Aufenthaltes eine Schulklasse, die beim Zustieg auf die Hütte über den Höhenweg in die Dunkelheit geriet. Einige erschöpfte Schüler wurden durch einen österreichischen Polizeihubschrauber auf die Hütte geflogen, während die Heeresbergführeranwärter die übrigen Schüler sicher durch die Nacht zur Hütte geleiteten.

Text und Foto: Gebirgsjägerbrigade 23, Johannes Schwegler