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Hat Bauen (in Berchtesgaden) noch Zukunft?

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Berchtesgaden: Hat Bauen noch Zukunft? – Bürgergruppe kritisiert Gemeinderat
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Vor allem um das Thema Bauen ging es bei der jüngsten Versammlung der Berchtesgadener Bürgergruppe. (Foto: privat)

Berchtesgaden – »Hat Bauen in Berchtesgaden noch Zukunft?« Das fragte sich die Berchtesgadener Bürgergruppe (BBG) bei ihrem jüngsten Treffen in der »Galerie Ganghof« bei Gründer Peter Karger.


Die Vorsitzenden Frank Woodcock und Mathias Lenz konnten neben Gemeinderat Hans Kortenacker zur Beantwortung aktueller Fragen auch weitere BBG-Unterstützer und Gäste begrüßen. Das alles umspannende Thema war der allgemeine Umgang mit Grundstückseigentümern, Bauwerbern oder Bauträgern.

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Hans Kortenacker erneuerte seine Kritik an dem vor einigen Wochen gefassten Gemeinderatsbeschluss, dass über drei verschiedene Bauprojekte gemeinsam abgestimmt worden war. BBG-Ziel sei es damals gewesen, dass zumindest die Abstimmungsreihenfolge geändert würde.
Kortenacker war sich sicher, dass nach der ablehnenden Abstimmung zu den drei Grundstücken (beispielsweise Kropfleiten und Eberweinweg) die anschließende Grundsatzentscheidung sicher anders ausgefallen wäre. »Zumindest in der Bauwirtschaft in Berchtesgaden und allem, was damit zu tun hat, möchte ich aktuell nicht arbeiten«, hieß es aus BBG-Reihen.

Hans Kortenacker ging noch weiter. Er selbst sei »strafrechtlich relevant« über eine Nachricht via facebook beleidigt worden. Dass zehn Gemeinderäte die drei Baugrundstücke nun abgelehnt hatten, verstehe er zwar bis heute nicht, sagte Kortenacker, aber das sei demokratisch zu akzeptieren. »Der in mühevoller Arbeit entstandene Flächennutzungsplan ist halt damit mehr oder weniger Makulatur hinsichtlich möglicher Baulandausweisungen«, so Kortenacker. Wenn man nicht der Meinung der Baugegner sei, gelte man anscheinend automatisch als »böse«.

Die unternehmerfeindliche Stimmung passe jedenfalls nicht zum Credo der BBG, so Frank Woodcock und Maria Rasp unisono. Jedenfalls müsse noch vor der Wahl ein Fahrplan entwickelt werden, wie man mit Bauwerbern und Bauleitplanungen im Außenbereich umgehen will. »Sonst stehen wir hier vor einem Scherbenhaufen«, so Kortenacker.

Auf Nachfrage von Tom Zeitler, wie man die Gerichtsentscheidung der »Villa Schön« auch im Hinblick auf die Verwaltung interpretieren solle, wiegelte Kortenacker ab: »Unsere Verwaltung hat – wie nahezu immer in baurechtlichen Fragen – hier und auch künftig mein vollstes Vertrauen.« Er würde sich wünschen, die Kritik der Verwaltung direkt mitzuteilen, anstatt sie über soziale Medien zu verbreiten.

Gebhard Drossbach brachte das Thema Nationalpark auf die Agenda. Nahezu einhellig war man der Meinung, dass die aktuelle Diskussion um die Vorgänge im Nationalpark aufgeklärt werden müssten. Es sei wünschenswert, dass die Verantwortlichen unverzüglich alle Fakten auf den Tisch legen. Damit seien aber auch die Kritiker gemeint. Für die Außendarstellung des Nationalparks sei die weitreichende mediale Berichterstattung sicher schädlich.

Mathias Lenz kritisierte erneut den Wegzug der Mittelschule. Umso mehr sollte die Immobilie für die Bürger genutzt werden. Das könne ein Immobilienprojekt sein oder ein »Haus mit zentraler Strahlkraft«, das dann anderorts wieder Potenzial für »bezahlbares Wohnen« entstehen lässt. Eine Initiative der Freien Wähler hierzu griff die BBG auf und entwickelte einen Nutzungsansatz: ein zentrales »Haus der Generationen«, ein zentrales »Haus des Lernens und der Bildung«. Begehrte Kinderbetreuungsplätze könnten dort unten perfekt geschaffen werden.

»Deutlich besser als eine völlige Dezentralisierung«, fand Petra Felder. Peter Karger stieß in das gleiche Horn. »Ein Ort der Begegnung beim Lernen und in der Betreuung sei auch in anderen Regionen die Zukunft. Die Vorteile überwiegen.« Man will hier zeitnah mit den Freien Wählern Kontakt aufnehmen. fb