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Harting lässt die Muskeln spielen - Aus für Kleinert

London (dpa) - Eine Demonstration der Stärke des zweimaligen Diskus-Weltmeisters Robert Harting, eine schwache Stunde von Kugelstoß-Europameisterin Nadine Kleinert:

Locker
Robert Harting hat sich souverän fürs Finale qualifiziert. Foto: Kerim Okten Foto: dpa

Der Goldmedaillenfavorit aus Berlin setzte bei den Olympischen Spielen in London bereits im ersten Wurf der Qualifikation mit 66,22 Metern ein Zeichen und zog locker ins Finale am Dienstag ein. Für Kleinert endete ihr 50. Einsatz in der Leichtathletik-Nationalmannschaft und ihre vierte und letzte Olympia-Teilnahme ganz bitter: Die 36 Jahre alte Magdeburgerin kam nur auf 18,36 Meter und verfehlte um neun Zentimeter den Medaillenkampf am Abend.

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Weiter als Harting warf mit 66,39 Metern nur Peking-Olympiasieger Gerd Kanter aus Estland. «Es sah vielleicht locker und leicht aus, aber da war viel Nervosität dabei. Der Druck von außen ist neu, es ist erdrückend, aber auch ein positives Gefühl», sagte Harting. Der 27-Jährige hat nie ein Hehl daraus gemacht, dass für ihn nur Gold zählt. Er führt die Weltjahresbestenliste mit 70,66 Metern an und hofft nun, dass es im Finale am Dienstag nicht regnet.

Zwölf Jahre nach dem bislang letzten Gold für die deutschen Leichtathleten - am 29. September 2000 triumphierten 800-Meter-Läufer Nils Schumann und Weitspringerin Heike Drechsler in Sydney - will Harting wieder für den ganz großen Glanz sorgen. Der letzte Diskus-Olympiasieg eines Deutschen liegt lange zurück: 1996 in Atlanta gewann Lars Riedel. Gelingt Harting in London der große Wurf, wäre es sein 29. Sieg in Serie.

Die dreimalige Vize-Weltmeisterin Kleinert verließ das Olympiastadion in Tarnkleidung und eiligen Schrittes: Sonnenbrille, die rote Kapuze der weißen Trainingsjacke weit über den Kopf gezogen. Wortlos ging sie nach ihrem Olympia-Aus an den Journalisten vorbei. Kleinert beendet nach dieser Saison ihre lange Karriere und wird sich auf ihre Trainertätigkeit konzentrieren.

Auch ihre Clubkollegin Josephine Terlecki scheiterte mit 17,78 Metern. Hingegen erreichte Christina Schwanitz vom LV Erzgebirge mit 18,62 Metern den Medaillenkampf am Abend. Am weitesten stieß die Olympia-Dritte von Peking, Nadeschda Ostaptschuk aus Weißrussland, mit 20,76 Metern.

Im Diskuswerfen erreichte auch Martin Wierig (Magdeburg) bei seiner Olympia-Premiere den Endkampf. Markus Münch von der LG Wedel-Pinneberg schied als 30. aus. 800-Meter-Läufer Sören Ludolph (Braunschweig) scheiterte in der Vorrunde, die anderen deutschen Athleten auf der Bahn hielten sich hingegen schadlos: Hallen-Europameisterin Carolin Nytra aus Mannheim und die Leipzigerin Cindy Roleder zogen ins Halbfinale über 100 Meter Hürden ein.

Corinna Harrer rannte ins Halbfinale über 1500 Meter. Die EM-Neunte aus Regensburg wurde in 4:07,83 Minuten zwar nur Zehnte in ihrem Lauf, kam aber als Gesamt-17. über die Zeit weiter. «Ich bin das erste Mal bei Olympia und deshalb auch zufrieden», meinte sie.