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Hannah fiebert beim Vorlesen mit

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Vorlesewettbewerb
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Hannah schaut beim Vorlesen nicht nur in ihr Buch. Foto: Monique Wuestenhagen/Vorlesewettbewerb 2020/dpa Foto: dpa

Berlin (dpa) - Hannah hat schon viele Wettbewerbe im Vorlesen hinter sich. Los ging es in ihrer Klasse, dann weiter in der Schule. Es folgten Wettbewerbe in ihrem Bezirk und dann in der ganzen Stadt Berlin. Hannah ist zwölf Jahre alt. Immer wieder trat sie zum Vorlesen an, ständig mit neuen Geschichten.


Nun steht sie im Finale des Wettbewerbs für ganz Deutschland. An diesem Mittwoch entscheidet sich, wer gewinnt. Das Ganze ist ab 14.30 Uhr im Internet zum Beispiel auf kika.de zu sehen. Wegen der Corona-Krise lasen die Jungen und Mädchen ihre Geschichten nicht vor großem Publikum. Sie saßen vor einem Koffer mit einer Kamera.

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Wie hat es sich angefühlt, vor so einem Koffer zu sitzen, statt vor Publikum?

Hannah: »Das ist schon anders. Hinter dem Koffer saßen zwar noch meine Klassenlehrer und ein paar Freunde, die ich mir ausgesucht habe. Aber grundsätzlich musste ich mich auf den Koffer konzentrieren. Und es war irgendwie ulkig. Es sah so aus, als wenn der Koffer Augen hätte und mich anguckt. Deswegen musste ich mich manchmal ein bisschen zusammenreißen nicht loszulachen.«

Wie hast du dich auf die Wettbewerbe vorbereitet?

Hannah: »Ich habe immer ganz viel geübt. Ich will, dass es immer perfekt ist. Ich habe mich auch manchmal vor die Kamera gesetzt und aufgenommen, um zu gucken: Wie hört sich das an? Wenn ich gemerkt habe, das hört sich blöd an, habe ich etwas verändert.«

Warum macht dir Vorlesen so viel Spaß?

Hannah: »Ich finde cool daran, dass man sich immer in die verschiedenen Rollen der einzelnen Charaktere im Buch hineinversetzen und mit ihnen mitfiebern kann.«

Wie versetzt man sich denn in verschiedene Figuren hinein?

Hannah: »Also wenn ich merke, dass es gerade eine emotionale Textstelle ist, wo jemand vielleicht ganz traurig ist, versuche ich auch selbst, sehr traurig in der Stimme zu werden. Wichtig ist, dass es nicht gespielt rüberkommt, sondern natürlich.«

Und wie macht man das?

Hannah: »Man sollte auf jeden Fall nicht nur ins Buch gucken, sondern auch zum Zuhörer oder in die Kamera. Wenn man wütend ist, kann man auch mal wütend gucken. Auf jeden Fall sollte man die Stimme verstellen und sich in den Charakter hineinversetzen.«

Was würdest du Kindern raten, die sich noch unsicher fühlen?

Hannah: »Wenn man Geschwister hat, kann man ihnen abends etwas vorlesen. Oder sich selbst laut etwas vorlesen im Bett. Dann hört man sich auch selbst und wird immer besser.«