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Gutachten soll Unfallursache klären

Berchtesgaden/Unterau - Einen Tag nach dem schrecklichen Unfall vom Montag in der Unterau, bei dem ein Lkw in ein Wohnhaus fuhr und der Fahrer ums Leben kam (wir berichteten), war die Unfallursache gestern immer noch ungeklärt. Nach ersten Schätzungen entstand bei dem Unglück ein Sachschaden in Höhe von rund 320 000 Euro.

Ein Bild der Verwüstung bot sich am Montag den Einsatzkräften in der Unterau, nachdem ein Lkw in ein Wohnhaus gefahren war. Fotos: BRK BGL

Der 44-jährige Fahrer aus Trostberg kam am Montagnachmittag mit seinem mit Altmetall beladenen Lkw nach rechts von der stark abschüssigen Reckensbergstraße ab und prallte in den Anbau eines Wohnhauses. Der relativ niedrig gelegene Dachstuhl des Hauses wurde bei dem Anprall rund eineinhalb Meter verschoben.

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Die sofort alarmierten Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rotem Kreuz konnten nichts mehr für den schwer eingeklemmten Mann tun, der nach erster Einschätzung des Notarztes sofort tot war; die einzige im Haus anwesende Frau kam mit dem Schrecken davon.

Die Leitstelle Traunstein schickte um 15.37 Uhr zunächst die Freiwillige Feuerwehr Berchtesgaden und das Rote Kreuz mit zwei Rettungswagen, einem Krankenwagen, dem Berchtesgadener Notarzt und dem Einsatzleiter Rettungsdienst zum Unfallort. Der Einsatzleiter der Feuerwehr Berchtesgaden forderte zur Verkehrsregelung die Freiwillige Feuerwehr Marktschellenberg und den Löschzug Au nach. Da aus dem schwer beschädigten Gebäude kurz Rauch aufstieg und zunächst unklar war, ob Einsturzgefahr besteht, mussten auch der örtliche Stromversorger und der Baufachberater des Technischen Hilfswerks (THW) ausrücken.

Der Kriseninterventionsdienst (KID) des Roten Kreuzes kümmerte sich um die geschockte, aber ansonsten unverletzte Hausbewohnerin und später um die Angehörigen des Verstorbenen. Beamte der Polizeiinspektion Berchtesgaden nahmen die Ermittlungen zur genauen Ursache des tragischen Unfalls auf.

»Wir können zur Unfallursache noch nichts sagen«, erklärte gestern ein Sprecher der Polizeiinspektion Berchtesgaden. Er verwies auf ein durch die Staatsanwaltschaft Traunstein in Auftrag gegebenes Gutachten und auf die Obduktion der Leiche, die am heutigen Nachmittag stattfinden soll. Denn neben einem technischen Defekt am Fahrzeug könnte auch eine gesundheitliche Beeinträchtigung des Fahrers Ursache für den Unfall gewesen sein.

Die Feuerwehr war mit elf Fahrzeugen und rund 60 Einsatzkräften vor Ort und wurde vom THW unterstützt. Die schwierige Bergung des Lastwagens zog sich über mehrere Stunden hin, wobei das Fahrzeug zunächst wegen seiner instabilen Lage per Seilwinde am Rüstwagen gesichert wurde. Gegen 18.20 Uhr waren dann ein Schwerlastkran und ein Spezial-Abschleppwagen vor Ort, mit denen das Fahrzeug angehoben und bis 19.30 Uhr aus dem Gebäude gezogen werden konnte. Die Feuerwehr musste auch Betriebsmittel binden, die aus dem beschädigten Lkw ausgelaufen waren.

Die Schnell-Einsatz-Gruppen »Behandlung und Transport Süd« der BRK-Bereitschaften Bad Reichenhall und Berchtesgaden sicherten die Arbeiten von Feuerwehr und THW sanitätsdienstlich ab und verteilten wegen der nasskalten Witterung auch heißen Tee und Semmeln an die Einsatzkräfte. Das schwer am Anbau und Dachstuhl beschädigte, vorübergehend nicht bewohnbare Gebäude wurde behelfsmäßig abgesichert. Die Bewohner kamen für die Nacht bei Verwandten unter. ml/UK