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Großer Empfang für Ehrhoff in Krefeld

Krefeld (dpa) - Die Krefelder Eishockey-Fans sind von den Hamburg Freezers jäh aus ihrer Ehrhoff-Euphorie gerissen worden. Nach sechs Monaten ohne Spielpraxis konnte NHL-Verteidiger Christian Ehrhoff bei seinem Deutschland-Comeback zwar überzeugen, nicht aber die 1:3-Pleite der Pinguine verhindern.

Comeback
Christian Ehrhoff bei seinem Comeback für die Krefeld Pinguine. Foto: Revierfoto Foto: dpa

Dass die Heimkehr vor 6007 erwartungsvollen Zuschauern nicht mit einem Sieg gekrönt wurde, wurmte den Abwehrmann. «Es war etwas ganz Besonderes für mich, hier wieder in der Heimat zu spielen. Die laute Anfeuerung der Fans gibt es drüben nicht. Das hat mir echt gefehlt. Es war toll. Aber wir haben zwei dumme Fehler gemacht und dadurch leider verloren», sagte der vor dem NHL-Arbeitskampf nach Europa geflüchtete Star.

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Fehler, die zwar die Kollegen verursacht hatten, die man aber Ehrhoff hätte durchaus verzeihen können. Denn zwischen den unzähligen Interview- und Autogrammwünschen noch zur Konzentration zu finden, das war schon eine Topleistung. Selbst die Trainer mussten bei der Pressekonferenz nach dem Spiel etwas warten, weil ein Großteil der Journalisten sich noch um Ehrhoff scharte. Ob sein Gastspiel in der DEL von Dauer ist, wusste er nicht zu sagen. «Ich rechne mit nichts, es ist schwer einzuschätzen, wie lange der Lockout gehen wird.» Er fühle sich aber wohl, in Krefeld zu sein.

«Ich helfe dem Club, wo ich kann, mache alle Presse- und Werbetermine, um die Versicherungssumme zu refinanzieren», sagte der 30-Jährige inmitten des Medienrummels. Monatlich rund 20 000 Euro Versicherung kostet die Pinguine das Gastspiel, denn es muss ein über zehn Jahre und 40 Millionen Dollar laufender Vertrag mit den Buffalo Sabres abgesichert werden. Für die finanziell kränkelnden Pinguine sehr viel Geld. Dies soll durch das Rühren der Werbeartikel-Trommel wieder in die Clubkassen kommen. Auf einer Bande im Stadion kann man etwa für 20 Euro seinen Namen zugunsten der Heimkehr von Ehrhoff auflisten lassen. Spender Nummer eins: Pinguine-Verteidiger Richard Pavlikovsky, der neue Abwehrpartner von Ehrhoff.

Über 28 Minuten war der Mann mit der Erfahrung von 639 Spielen in der National Hockey League am Freitagabend gegen die Freezers im Einsatz, «obwohl meine Beine noch nicht richtig da waren». Für seinen Trainer Rick Adduono war er aber schon der beste Mann auf dem Eis. «Er macht die vielen kleinen Dinge hundertprozentig richtig.» Und manche seiner Mitspieler staunten so sehr über Ehrhoffs präzise Pässe aus größter Bedrängnis, dass sie die Zuspiele prompt verstolperten. Aus der Fan-Perspektive war die Premiere zwiespältig. Für lautes «Ah» und «Oh» sorgten Ehrhoffs ansatzlose Schlagschüsse von der Blauen Linie. Ehrhoff: «Das Raunen habe ich auch gehört. Aber es fehlte das erlösende Jaaaa - leider.»