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Große Musik für kleine Zuhörer

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Elisabeth Fuchs, Gründerin und Leiterin der Kinderfestspiele Salzburg, ist stolz auf das zehnjährige Bestehen. (Foto: Aumiller)

Die Kinderfestspiele Salzburg wurden 2007 von Dirigentin Elisabeth Fuchs gegründet und haben sich in den zehn Jahren ihres Bestehens zu einer spannenden Erfolgsgeschichte entwickelt. »Musik an junge Menschen zu vermitteln ist eine meiner Herzensangelegenheiten«, sagte Elisabeth Fuchs bei der Pressepräsentation. Kindern einen möglichst frühen, altersgerechten Zugang zur klassischen Musik zu ermöglichen, ist dabei der zentrale Gedanke.


Inzwischen sind die Kinderfestspiele der größte Konzertveranstalter für Kinder, Jugendliche und Familien in Salzburg. Sie haben sich als fixer Termin in den Kalendern etabliert und seit dem vergangenen Jahr fährt Elisabeth Fuchs mit ihren Programmen auch ins Salzburger Land nach Zell am See (3000 Kinder) sowie nach Linz und Wien.

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Die Kinderfestspiele unterteilen sich in die Workshop-Konzerte für die 3- bis 6-Jährigen und die Familienkonzerte für die 3- bis 99-Jährigen. Es spielt jeweils das ganze Symphonieorchester (Philharmonie Salzburg) und bei einer Dauer von 60 Minuten wird jedes Konzert mit altersgerechter Rahmengeschichte verwoben, die von ein bis zwei Schauspielern dargestellt wird. Bei Opern wirken zusätzlich zwei bis vier Sänger mit, bei Ballett-Produktionen ein oder zwei Tänzer. Alle Werke werden in Originalbesetzung gespielt.

Bei den Workshop-Konzerten spielen zwei Musiker etwas vor, es wird ein Text zur Melodie unterlegt und dann gemeinsam gesungen. Die Kinder können danach die beiden Instrumente ausprobieren und an den Familienwochenenden sich auch an allen Orchesterinstrumenten versuchen. »Die Saat ist aufgegangen«, kommentierte die Dirigentin und studierte Schulmusikpädagogin, die weiß, wie man den Kindern die Musikerlebnisse schmackhaft macht. Vom Erfolg fühlt sie sich bestätigt: »In Kooperation mit der Philharmonie Salzburg spielen wir mittlerweile pro Jahr etwa 70 Education-Konzerte (á 500 Besucher), halten über 320 Workshops (á 25 Kinder) und verteilen etwa 20 000 Gratis-CDs an junge Besucher der Workshop-Konzerte«, erläuterte Fuchs. Sie betonte, dass die Kinder die Aufnahmen zu Hause hören – dadurch komme die Musik auch in Haushalte, die vielleicht nicht damit vertraut sind.

Spielstätten waren zu Beginn Turnhallen, jetzt sind es die große Universitätsaula und das Amadeus-Terminal 2 am Salzburg Airport, das sonntags viermal und samstags zweimal bespielt wird. »Bei einer Zahl von jeweils 550 Plätzen kommen an einem Wochenende bei sechs Konzerten 3000 Besucher zusammen, davon etwa 1500 im Alter von drei bis elf Jahren« resümierte Fuchs. Nirgendwo sonst auf der Welt gebe es ein vergleichbares »Education«- Abo-Projekt. Die Konzerte der Abo-Zyklen finden immer sonntags ungefähr alle ein bis zwei Monate statt. Über 7000 Kinder sind heuer bisher angemeldet. Abos für Schulanfänger sind gratis bei Zukauf eines Erwachsenen-Abos.

Das Benefiz-Jubiläumskonzert zum zehnjährigen Bestehen der Kinderfestspiele im Amadeus-Terminal 2 ist als »Orchestra in between« auch eine Premiere in Salzburg, bei der die Dirigentin in der Mitte des Publikums steht und das Orchester im ganzen Saal verteilt ist. Bei freier Platzwahl bietet es sich an, auch mal neben einem Instrument – etwa Tuba, Horn oder Flöte – zu sitzen.

Danach gibt es ein »Meet & Greet für alle. Der Eintritt zum Benefizkonzert ist nur gegen eine Spende möglich. Die Spenden kommen zu 100 Prozent den Kinderfestspielen zugute, die sich zum Teil aus den Einnahmen finanzieren. Aber ohne die Kulturvereinigung, die sich um die Eintrittskartenabwicklung kümmert, und Sponsoren wäre diese inzwischen fixe Salzburger Größe zur musikalischen Jugendförderung nicht möglich, betonte Elisabeth Fuchs. 2016 betrugen die Einnahmen der Kinderfestspiele Salzburg 543 000 Euro. Elisabeth Aumiller