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Großbank Santander schrammt knapp an Verlust vorbei

Madrid (dpa) - Die spanische Großbank Santander kann sich immer weniger den Problemen im Heimatland entziehen. Während die Bank bisher die Verluste durch die spanische Krise dank ihres starken Geschäfts im Ausland relativ gut wegstecken konnte, schlug die Rezession in dem Land jetzt voll durch.

Santander
Ein Bankautomat vor einer Filiale der Santander Bank in London. Foto: Andy Rain / Archiv Foto: dpa

Die spanische Wirtschafts- und Finanzkrise macht die spanische Großbank Santander immer mehr zu schaffen. Im zweiten Quartal schrammte die Bank nur knapp an einem Verlust vorbei. Der Überschuss brach um 93 Prozent auf 100 Millionen Euro ein, wie das Institut am Donnerstag in Madrid mitteilte.

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Die von der Regierung geforderte Aufstockung der Rücklagen für faule Immobilienkredite ließ den Reingewinn von Santander im ersten Halbjahr um 51 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro einbrechen. Ohne Berücksichtigung der Rückstellungen wäre der Gewinn nur um 14 Prozent zurückgegangen. Das Lateinamerika-Geschäft der größten spanischen Bank verzeichnete dem Bericht zufolge ein «starkes» Wachstum in den ersten sechs Monaten des Jahres. Die Filialen der Bank in Lateinamerika trugen bereits 50 Prozent zum Gesamtgewinn bei.

Santander legte weitere 2,78 Milliarden Euro für faule Immobilienkredite zurück. Damit hat sie nach eigenen Angaben 70 Prozent der Auflagen zur Bereinigung von Bilanzrisiken erfüllt. Damit will die spanische Regierung Vertrauen in den angeschlagenen Bankensektor des Landes schaffen. Das größte Problem sind aber weniger die international breit aufgestellten Großbanken Santander und BBVA, sondern vor allem der Sparkassensektor, zu dem die erst vor kurzem vom Staat gerettete Bankia zählt. Der Anteil fauler Kredite stieg bei Santander in den vergangenen drei Monaten von 3,98 Prozent auf 4,11 Prozent.

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