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Grenzenlose Liebe besiegt Corona-Kontrollen – aber nur auf österreichischer Seite

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Salzburg: Beziehung ist Ausnahme bei Einreisekontrollen – Grenzenlose Liebe besiegt Corona-Kontrollen
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Die Einreise nach Österreich ist für wichtige, familiäre Angelegenheiten möglich. »Man muss es aber an der Grenze glaubhaft darstellen können«, so ein Polizeisprecher. Für die Einreise nach Deutschland gilt diese Erleichterung nicht. (Foto: Michael Hudelist)

Salzburg/BGL – Seit Anfang letzter Woche wurden die Einreisebestimmungen nach Österreich für Familienmitglieder und Fernbeziehungen gelockert. Demnach ist die Einreise von Deutschen nach Österreich unter »besonders berücksichtigungswürdigen Gründen im familiären Kreis« möglich, so die etwas sperrige Formulierung in der Verordnung des Gesundheitsministeriums.


Gemeint ist, dass Besuche der Familie oder eines Partners jetzt wieder möglich sind. »Die besonderen Gründe sind aber an der Grenze glaubhaft zu machen«, so Hans Wolfgruber von der Polizei Salzburg, »also eine Kopie des Reisepasses und des Meldescheines und ein Schreiben oder eine E-Mail des zu besuchenden Partners genügen dafür.«

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Bereits seit Dienstag nach Ostern gilt diese Lockerung, offiziell bestätigt hat sie das zuständige, österreichische Gesundheitsministerium erst jetzt. Abgestimmt sei diese neue Verordnung auch mit den deutschen und den bayerischen Behörden.

So regelt eine Verordnung des Bayerischen Gesundheitsministeriums, dass einreisende Deutsche dann nicht in eine 14-Tage-Quarantäne müssen, wenn sie nicht länger als 48 Stunden im Ausland, also in diesem Fall in Österreich waren. »Diese neue Regelung kommt den Beziehungsgeschichten natürlich zu Gute«, so Wolfgruber.

»Man muss das an der österreichischen Grenze glaubhaft machen. Also nur zu sagen »Ich will meine Freundin besuchen« reicht nicht. Man müsse schon einen guten Grund haben »und Kopien vom Reisepass und Meldezettel des zu Besuchenden sowie eine E-Mail, dass dieser den Besuch erwartet.«

Auch wenn diese Reisetätigkeit der Herzen eigentlich gegen die auch in Österreich geltenden Ausgangsbeschränkungen verstößt, also gegen das Verlassen der Wohnung nur zum Arbeiten, zum Einkaufen oder Spazierengehen, hat das Gesundheitsministerium die Ausnahme für den Besuch von Kindern getrennt lebender Eltern nun doch auf Beziehungen ausgeweitet.

Zu diesem »besonderen familiären Gründen« kann auch eine besondere Tierbetreuung fallen, also zum Beispiel die Pflege eines Pferdes. Auch hier muss es aber entsprechende, glaubhafte Bestätigungen geben.

Kein Herz für Liebende hat das Deutsche Innenministerium. Hier gelten nach wie vor die strengen Einreisebestimmungen vom 16. März, die zwar jedem Deutschen grundsätzlich die Einreise ermöglichen, bei jedem Nicht-Deutschen allerdings einen wichtigen Grund erfordern wie zum Beispiel Wohnsitz in Deutschland, Berufspendler »oder aber ein sonstiger, triftiger Grund wie zum Beispiel ein medizinischer Notfall«, so Thomas Knott vom Bundespolizeipräsidium in München.

»Eine Ausnahme bildet auch das geteilte Sorgerecht, also wenn zum Beispiel ein Vater oder eine Mutter die Kinder nach Deutschland zum anderen Elternteil bringt. Die Einreiseerlaubnis gilt aber nur zum Hinbringen oder zum Abholen.« Michael Hudelist