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Grassau: Immer weniger Erdbestattungen

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Grassau
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Die neue Bestattungsmöglichkeit im Grassauer Friedhof ist das Urnenwiesengrab.

Grassau – Die Friedhofskultur ändert sich. Urnenbestattungen nehmen zu und es gibt neue Bestattungsformen. Dies machte eine Überarbeitung der Satzung zur Benutzung der Friedhöfe sowie eine Anpassung der Gebühren erforderlich. Genau das tat nun der Grassauer Marktgemeinderat.


Der Prüfungsverband hatte zu einer Überarbeitung der Benutzungssatzung geraten, erklärte Bürgermeister Rudi Jantke. So müsse auch die neue Bestattungsform des Urnenwiesengrabs in die Satzung aufgenommen werden. Auch gebe es immer weniger Erdgräber; schon heute seien viele Gräber aufgelöst. Aus einigen Erdgräbern an der Friedhofsmauer wurden bereits Urnennischen gebaut. Die neue Satzung ermögliche es, Teile des Friedhofs zu schließen und aus der Widmung zu entfernen.

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Tote müssen 24 Stunden im Leichenhaus sein

Zudem müsse laut Jantke auch der Benutzungszwang des Leichenhauses aufgenommen werden. Jede Leiche müsse mindestens 24 Stunden vor der Bestattung im Leichenhaus sein. In die Satzung sollte zudem aufgenommen werden, dass bei Neuanlagen von Gräbern im Rottauer Friedhof die Grabeinfassungen bodenbündig hergestellt werden sollen. Dies erleichtere dem Bauhof das Mähen. Ohne Diskussion wurde die Satzung mit den Änderungsvorschlägen beschlossen.

Zudem hat der Prüfungsverband eine Neukalkulation der Grabgebühren empfohlen, die alle vier Jahre zu wiederholen ist. Jantke informierte, dass die Gebühren im Friedhof – wenn auch gefordert – nie kostendeckend kalkuliert werden können. In der Vergangenheit wurden die Grabgebühren im unteren und mittleren Bereich im Vergleich zu umliegenden Gemeinden erhoben. Eine genaue Kalkulation sei schwierig, da die Anzahl der Bestattungen nicht bekannt sei. Da Teile des Friedhofs auch als öffentliche Grünanlagen zu betrachten sind, könnten Mittel aus dem Gemeindehaushalt für den Friedhof verwendet werden, so der Bürgermeister.

Nach der Neukalkulation liegen die Grabgebühren für Einzelgräber für 15 Jahre bei 600 Euro. Die Gebühr für Familiengräber erhöht sich um 160 Euro auf 1000 Euro die für Wandgräber um 100 Euro auf 1200 Euro. Der Zeitraum erstreckt sich ebenfalls über 15 Jahre. Kindergräber werden um 90 Euro reduziert und kosten damit für die Ruhezeit von 15 Jahren 300 Euro. Auch die Urnengräber werden um 50 Euro günstiger und kosten 400 Euro für zehn Jahre.

Den höchsten Aufwand hat die Gemeinde bei den Urnennischen, da hier auch die Baukosten hineinspielen. Folglich wird die Nutzung dieser Grabstätten von 400 auf 900 Euro für zehn Jahre angehoben. Das Urnenwiesengrab wird erstmalig kalkuliert und kostet 300 Euro für zehn Jahre.

Geändert werden auch die Kosten für die Benutzung des Leichenhauses. Bislang wurden für die Nutzung des Leichenhauses unabhängig von der Dauer 165 Euro berechnet. Wird das Leichenhaus nur einen Tag genützt, werden künftig 125 Euro in Rechnung gestellt und bei längerer Verweildauer 250 Euro. Zudem wurden für das Abräumen eines Grabs nach der Erdbestattung pauschal 45 Euro berechnet. Die Arbeit der Bauhofmitarbeiter werde künftig nach dem tatsächlichen Arbeitsaufwand abgerechnet, wobei eine Stunde mit 42 Euro festgelegt wurde.

Die Änderungen wurden vom Gemeinderat ohne Gegenstimme akzeptiert und die neue Kalkulation als Satzung für die Dauer von vier Jahren beschlossen. tb