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Grabenstätter Igelhilfe benötigt Spenden

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»Igelmama« Elisabeth Hüller mit einem ihrer stacheligen Schützlinge in der Grabenstätter Igelstation. (Foto: Müller)

Eigentlich sollten sich die heimischen Igel um diese Jahreszeit längst im Winterschlaf befinden, doch in der Grabenstätter Igelstation in Winkl und ihren Außenstationen in Übersee, Bernau und Traunstein herrscht noch immer Hochbetrieb, denn nur wenige Tiere konnten bisher in die Winterquartiere geschickt werden. Gut 160 kranke, verletzte und unterernährte Igel sind derzeit in der Obhut von Elisabeth Hüller und ihren Kollegen – und fast jeden Tag werden es mehr.


»Er hustet die abgetöteten Würmer ab«

»Die Leute kommen aus allen Ecken des Landkreises zu uns, ja sogar aus Landshut und München, doch wir sind eigentlich schon voll«, erzählt Elisabeth Hüller, während hinter ihr in einer Kiste Igeldame Sopherl mit lauten Niesanfällen auf sich aufmerksam macht. Das Tier müsse täglich behandelt werden, habe aber leider so resistente Keime, dass auch das Antibiotika nicht anschlage, bedauert Hüller. Ein Nasenspray erleichtere ihr zumindest das Atmen. Mittlerweile habe die Igeldame dank der guten und ausgewogenen Ernährung schon ordentlich zugelegt – von 602 Gramm bei ihrer Ankunft am 3. September auf bereits über 1000 Gramm. Mit diesem Gewicht könnte ein gesunder Igel seinen Winterschlaf antreten.

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Auch der Husten von Igel Karl-Ferdinand aus der Nachbarkiste hört sich schlimm an, doch bei ihm ist Hüller zuversichtlicher: »Wir haben ihn gegen seine Lungen- und Darmwürmer gespritzt und jetzt hustet er die abgetöteten Würmer ab, das ist ein gutes Zeichen«. Im Erdgeschoß ihrer Wohnung hat sie aktuell rund 50 Igel untergebracht – im »Igelraum«, sprich dem ehemaligen Gästezimmer, der Garage, dem Bad und im Flur. Alle Regale sind voll besetzt mit Single-Igel-Wohnungen aus Karton. Nur in einer Kiste befinden sich überraschend drei stachelige Vierbeiner, die am liebsten kuscheln. »Als wir sie getrennt haben, haben sie zwei Tage nicht mehr gefressen, jetzt sind sie wieder zusammen und alles ist gut«, freut sich Hüller, die sieben Tage die Woche von früh bis abends für ihre Igel da ist, die Behausungen sauber hält, das Spezialfutter für die verschiedenen Igelgeschmäcker mischt, die Igel regelmäßig wiegt, sie wenn nötig mit der Spritze füttert und in Absprache mit dem Tierarzt medizinisch versorgt. Hilfe bekommt sie dabei von Kollegin Monika Freimuth.

Das Problem sei, so Hüller, dass es den Igeln draußen in der Natur immer schlechter gehe, was zum einen an den vielen Umweltgiften liege, die deren Immunsystem schwächten, zum anderen an den aufgeräumten Gärten und den Monokulturen. Ihr Lebensraum werde immer kleiner und Milben und Krankheitserreger machten den geschwächten Tieren zusätzlich zu schaffen.

Gesund und munter zurück in die Natur

Umso wichtiger ist eine erfolgreiche Arbeit der Igelstation. Die im Vorjahr zum Aufpäppeln abgegebenen Igel habe man im Frühjahr zu 99 Prozent wieder gesund und munter in die Natur entlassen können, freut sich »Igelmama« Hüller und lobt: »Die Finder holen sie wieder ab und setzen sie am Fundort aus, das klappt bei uns ganz hervorragend.«

Um die hohen Ausgaben – ein gesunder Igel kostet einen Euro am Tag, ein kranker deutlich mehr – weiterhin stemmen zu können, benötigt die Igelhilfe dringend Spenden. Hierfür gibt es folgendes »Igelspendenkonto« bei der VR Bank: IBAN: DE 26 7106 1009 0107 2108 50, Stichwort »Igelhilfe«. Spendenquittungen werden ausgegeben, wenn der Spender seine komplette Adresse angibt.

Gesucht werden auch verlässliche erwachsene Helfer und Igel-Paten. Weitere Informationen und Hilfe bei Igel-Problemfällen gibt es unter der Telefonnummer 08662/417 80 38. mmü