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Gomez trainiert wieder - Finaleinsatz unwahrscheinlich

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Obwohl er nicht trainieren konnte, steht Mario Gomez im Kader für das Pokalfinale. Foto: Maurizio degl' Innocenti Foto: dpa

Rom (dpa) - Voraussichtlich ohne Fußball-Nationalspieler Mario Gomez will der AC Florenz seinen ersten Titel seit fast 15 Jahren gewinnen.


Der deutsche Stürmer steht zwar im Kader des Serie-A-Clubs für das italienische Pokalfinale gegen den SSC Neapel am Samstag und trainierte am Freitagabend zumindest teilweise wieder gemeinsam mit dem Team. Trainer Vincenzo Montella betonte jedoch zuvor: «Sein Einsatz ist unwahrscheinlich.»

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Im letzten Training vor dem Endspiel absolvierte Gomez die Laufeinheiten zu Beginn und auch danach einige Übungen mit dem Team, wie ein Sprecher seines Clubs AC Florenz sagte. Der 28-Jährige hatte sich Ende März eine Bänderzerrung im linken Knie zugezogen und seitdem nur individuell trainiert. Der Angreifer hatte in dieser Saison zuvor bereits fünf Monate wegen Verletzungen am anderen Knie pausieren müssen. Sein Trainer Vincenzo Montella hatte zuletzt gut sechs Wochen vor Beginn der Fußball-WM in Brasilien gesagt, er rechne nicht mehr mit einem Comeback in dieser Saison.

Der Gewinn der Coppa Italia wäre für Florenz der erste Titel seit dem Pokalsieg in der Saison 2000/01. Neben Gomez muss der Tabellenvierte der Serie A jedoch auch auf den gesperrten Kolumbianer Juan Cuadrado verzichten. Stürmer Giuseppe Rossi könnte nach seiner Knieverletzung erstmals zu einem Kurzeinsatz kommen, Torwart Neto kämpft noch mit einer Handverletzung. Gomez-Teamkollege Borja Valero kündigte an: «Wir sind bereit, auch wenn uns einige wichtige Spieler fehlen.»

Doch auch Neapel, in der Liga acht Punkte vor Florenz auf Rang drei, hat Verletzungssorgen. Torjäger Gonzalo Higuain steht trotz einer Blessur am Knöchel im Kader. «Wir wollen den Pokal auf jeden Fall gewinnen», kündigte der spanische Torhüter Pepe Reina an. «Aber wir sollten nicht den Fehler machen, uns selbst als Favoriten anzusehen.»

Einen Tag vor dem Spiel im Olympiastadion wurden beide Teams von Papst Franziskus empfangen. Das Oberhaupt der katholischen Kirche empfing die Toskaner und die Spieler des SSC Neapel zu einer Privataudienz. Der Pontifex appellierte an die «soziale Verantwortung» der Spieler und warnte vor einer zunehmenden Kommerzialisierung des Sports.

«Heute bewegt sich der Fußball in einem großen Geschäftsfeld mit Werbung und Fernsehen. Aber der wirtschaftliche Faktor darf nicht den sportlichen überlagern, sonst läuft er Gefahr, alles zu vergiften», mahnte Franziskus. Die Spieler stünden im Zentrum der Aufmerksamkeit und hätten die große Verantwortung, dem gegenzusteuern und die «sportliche Würde» der Veranstaltungen zu bewahren.

Franziskus erinnerte sich bei der Audienz, an der auch Vertreter des italienischen Fußball-Verbandes teilnahmen, auch an seine Kindheit als Fußballfan. «Als Junge bin ich oft ins Stadion gegangen, ich habe schöne Erinnerungen daran», sagt er. «Freudige Momente mit meiner Familie.» Der 77-Jährige ist seit seiner Kindheit Fan des argentinischen Clubs San Lorenzo und mittlerweile auch Ehrenmitglied.