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Goldener Ring für Georg Grabner

Berchtesgaden - Landrat Georg Grabner ist am Samstagabend im »Intercontinental Berchtesgaden Resort« der Goldene Ehrenring der Technischen Universität München (TUM) verliehen worden. TUM-Präsident Prof. Wolfgang Herrmann würdigte mit der Auszeichnung Landrat Grabners Engagement zur Gründung und zum Aufbau des Schülerforschungszentrums Berchtesgadener Land.

Neben Georg Grabner (r.) wurde auch Dr. Dieter Soltmann (l.) in Berchtesgaden von TUM-Präsident Prof. Wolfgang Herrmann (M.) geehrt. Foto: Anzeiger/kb

»Georg Grabner ist ein großartiger Landrat, der sich nicht nur auf die Schönheiten dieser gottgesegneten Landschaft verlässt, sondern der vor allem Wirtschaftskraft über neues Wissen schaffen möchte«, hob Wolfgang Herrmann in seiner Laudatio hervor. Als Grabner vor etwas mehr als zehn Jahren sein Amt angetreten habe, sei das Berchtesgadener Land vor allem für den Tourismus bekannt gewesen. »Ihm ist es zu verdanken, dass die Region mittlerweile auch als Bildungs- und Wissensstandort hohe Reputation genießt und fest mit der Technischen Universität München verknüpft ist.«

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Als ehemaliges Mitglied des Bayerischen Landtages und Haushaltsausschussmitglied sei Grabner mehr als einmal mit der Garchinger Forschungsneutronenquelle befasst gewesen, der mit 440 Millionen Euro größten Neubaumaßnahme in der Geschichte der Universität. »Er war immer wacker dabei, wenn es darum ging, die Gegner dieses Zukunftsprojektes zu überstimmen«, erinnerte Herrmann.

Das Interesse an der Forschungs- und Bildungspolitik habe Georg Grabner auch als Landrat weiterverfolgt. »Er setzt alles daran, Kinder und Jugendliche für die Wissenschaft zu begeistern.« Vor fünf Jahren sei er es gewesen, der die Zusammenarbeit zwischen der TUM und ausgewählten Partnerschulen des Landkreises in sogenannten »Schulclusters« initiierte, eine Kooperation, die sich bis heute bewährt habe, so der Universitätspräsident.

»Und seiner Initiative ist es auch zu verdanken, dass das Schülerforschungszentrum gegründet werden konnte. Hier wird jungen Talenten die Freude am Entdecken und die Lust am Lernen nähergebracht. Das ist ein großes Verdienst, das das Berchtesgadener Land aus der bayerischen Bildungslandschaft heraushebt.«

Darüber hinaus habe Grabner auch noch Geldgeber gefunden und einen Förderverein ins Leben gerufen, freute sich Herrmann. Wenn das Schülerforschungszentrum für seine Universität auch mehr Kür denn Pflichtaufgabe sei, so betonte er trotzdem die wichtige Bedeutung: »Wir arbeiten nicht für uns, sondern dafür, dass sich die Gesellschaft entwickelt und dazu gehört, dass wir naturwissenschaftlich-technische Begabungen wecken.«

Für Georg Grabner war es ein Abend, an dem er aus dem Händeschütteln gar nicht mehr herauskam. Von Glückwünschen überhäuft, wehrte er fast schon verlegen ab. »Ich sehe das als eine Auszeichnung für die gesamte Mannschaft des Schülerforschungszentrums, an dem von den Schulen, über die Lehrkräfte bis hin zu den Unternehmern viele Menschen mitwirken. Das Schülerforschungszentrum ist eine große Gemeinschaftsleistung.«

Der Goldene Ehrenring ist für Grabner auch kein Lorber, auf dem er sich ausruhen will. Im Gegenteil, mit der TU München hat der Landrat noch einige ehrgeizige Ziele im Visier. »Stillstand heißt Rückschritt« - und solchen gibt es für Grabner nicht. Man werde mit Nachdruck am Ausbau des Schülerforschungszentrums weiterarbeiten. »Und ich will in diesen Landkreis eine wissenschaftliche Forschungseinrichtung bringen. Diesbezüglich laufen bereits Gespräche und ich denke, wir haben gute Aussichten auf Erfolg.« TUM-Präsident Herrmann bestätigte das: »Wir verstehen uns auch als eine regionale Universität. Es kann also gut sein, dass aus dem Schülerforschungszentrum Berchtesgadener Land noch eine TU-Universität im Sinne eines Forschungsinstituts entsteht.«

Der aus Gold gefertigte Ehrenring der TUM ist eine selten verliehene Auszeichnung. Er zeigt durch seine Riefelung das TUM-Logo. Den Goldenen Ehrenring erhielten in der Vergangenheit unter anderem der Unternehmer Eberhard von Kuenheim, der ehemalige bayerische Staatsminister Dr. Otto Wiesheu und der 2011 verstorbene Physiker und Nobelpreisträger Professor Rudolf Mößbauer. Neben Landrat Georg Grabner wurde am Samstagabend noch Dr. Dieter Soltmann für seinen Einsatz als Botschafter, Vermittler und Förderer der Universität ausgezeichnet. kb