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Götze bricht Bann bei Bayern-Sieg: 3:0 in Dortmund

Dortmund (dpa) - Ausgerechnet Mario Götze: Der ehemalige Dortmunder leitete an alter Wirkungsstätte im Topspiel der Fußball-Bundesliga den am Ende viel zu hohen Erfolg des FC Bayern München ein.

Torschütze
Mario Götze kurz nach seinem Treffer: Das Jubeln stellt er ein, aus Respekt vor seinem Ex-Klub. Foto: Federico Gambarini Foto: dpa

Götze (66.) traf am Samstag nur zehn Minuten nach seiner Einwechslung zur Führung, Arjen Robben (85.) und Thomas Müller (87.) schossen die weiteren Tore zum 3:0 (0:0). «Ein Klassenunterschied war es nicht, aber wir haben das Spiel verdient gewonnen. Wir können mit ruhigem Gewissen nach Hause fahren», sagte Nationaltorhüter Manuel Neuer im TV-Sender Sky.

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Bayern-Trainer Pep Guardiola setzte mit den Einwechslungen von Götze und Thiago entscheidende Impulse und war erst danach mit der Leistung zufrieden. «Die erste Halbzeit, die ersten 30 Minuten - nein», sagte der Katalane. BVB-Coach Jürgen Klopp bescheinigte den Münchnern Geduld und meinte mit Blick auf das Ergebnis: «Die Höhe ist mir ehrlich gesagt ziemlich egal. Ich glaube, dass wir bis zum 1:0 die größeren Chancen hatten.»

Mit dem Erfolg untermauerte der Triple-Sieger seine Stellung als Alleinherrscher und vergrößerte den Abstand zum vermeintlich größten Widersacher im Titelkampf auf üppige sieben Punkte. Zweiter ist nun Bayer Leverkusen mit vier Punkten Rückstand.

In der Neuauflage des Champions-League-Finales von London erwiesen sich die personell arg gebeutelten Dortmunder vor 80 645 Zuschauern im Signal Iduna Park lange als ebenbürtiger Gegner, blieben im Abschluss aber glücklos.

«Wir erzielen im Moment nicht die entscheidenden Tore, weil wir nicht zielstrebig sind. Wir müssen den Ball auch mal mit der Pike reinmachen. Bitter ist, dass wir über 80 Minuten ein sehr gutes Spiel gemacht haben und nicht belohnt worden sind», klagte BVB-Keeper Roman Weidenfeller. Ähnlich sah es Robben: «Wir müssen auch nicht übertreiben. Es schaut aus wie ein klarer Sieg, aber es war ein Spiel auf Augenhöhe.»

Für den BVB war es die bereits dritte Pflichtspiel-Niederlage in Serie und die erste Bundesliga-Heimschlappe der Saison. Das schafft wenig Selbstvertrauen für das wichtige Champions-League-Duell am Dienstag mit dem SSC Neapel an gleicher Stätte.

Nach den Ausfällen der Abwehrspieler Neven Subotic, Mats Hummels und Marcel Schmelzer setzte Klopp auf Risiko. Der zuletzt vertragslose und erst vor drei Tagen verpflichtete Manuel Friedrich stand trotz fehlender Spielpraxis in der Startelf.

«Dass das Ergebnis am Schluss so deutlich ist, das haben wir nicht verdient», stellte Friedrich fest. Im Vergleich zur Borussia konnte der FC Bayern seine Ausfälle besser kompensieren. Obwohl die beiden Stars Franck Ribéry und Bastian Schweinsteiger fehlten, saß Götze bei seiner ersten Rückkehr in seine alte Heimat seit seinem Wechsel im Sommer zunächst nur auf der Bank.

Ungeachtet der Verletztenmisere erwischte Dortmund den besseren Start. Bereits in der 3. Minute schloss Robert Lewandowski aus kurzer Distanz überhastet ab und beförderte den Ball freistehend über das Tor. Der lebhafte Beginn brachte die Gäste jedoch nicht aus der Ruhe. In gewohnter Manier erarbeiteten sie sich Vorteile beim Ballbesitz, konnten die umgestellte Defensive des Gegners jedoch nicht in Verlegenheit bringen. Der BVB blieb das torgefährlichere Team. Marco Reus (29.) schoss aus 16 Metern jedoch nicht platziert genug.

Mit zunehmender Spielzeit geriet auch die BVB-Defensive ins Wanken. Einen Seitfallzieher von Mario Mandzukic (35.) parierte Weidenfeller. Nur zwei Minuten später rutschte der Kroate nach schöner Vorarbeit von Robben in aussichtsreicher Position nur knapp am Ball vorbei.

Nach Wiederanpfiff gingen beide Spitzenteams weiter hohes Tempo. Nach Flanke von Sven Bender verfehlte Lewandowskis Kopfball (51.) nur knapp das Tor von Neuer. Für neue Emotionen sorgte die Einwechslung von Götze (55.), der von den Zuschauern bei jedem Ballkontakt ausgepfiffen wurde.

Doch nur zehn Minuten später verstummten die Proteste des geschockten Dortmunder Anhangs. Ein Zuspiel von Thomas Müller beförderte der Nationalspieler von der Strafraumgrenze ins Dortmunder Tor. «Die Situation muss ich mir nochmal angucken. Da haben wir ihn aus den Augen verloren», sagte Klopp.

Der BVB reagierte mit wütenden Angriffen. Doch sowohl Henrich Mchitarjan (71.) als auch Reus konnte ihre großen Chancen zum Ausgleich nicht nutzen. Robbens Lupfer brachte die Entscheidung, Müller setzte sogar noch einen drauf.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 37,1 - 62,9

Torschüsse: 7 - 10

gew. Zweikämpfe in %: 54,9 - 45,1

Fouls: 7 - 13

Ecken: 2 - 3

Quelle: optasports.com