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Götschenfuchs fest in rot-weiß-roter Hand

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Teamkolleginnen: Die Damen-Schnellste Sarah Dreier aus Neukirchen am Großvenediger (l.) mit Lisa Innerhofer, die auf Rang 7 kam.
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Die vier Besten der 18. Götschenfuchs-Auflage in Bischofswiesen mit (v.l.) Sebastian Kaswurm (3.), Sieger Maximilian Kurz, Martin Leitner (2.) und Felix Kastner (4.). (Fotos: Bittner)

Bischofswiesen – Nach zwei schneeärmeren Winter-Halbjahren konnte der beliebte Götschenfuchs wieder einmal von seinem ursprünglichen Startplatz am Bischofswieser Reissenlehen direkt gegenüber des Bahnhofs in Angriff genommen werden. 75 Skitourenläufer machten sich auf die 670 Höhenmeter im Aufstieg. 16 Athleten aus der Nachwuchs-Kategorie sowie in der sogenannten Rucksack-Klasse wählten den Start am Götschen ohne abschließende Abfahrt. Insgesamt kamen also 91 Damen und Herren (Vorjahr 117) zum Skibergsteiger-Wettkampf des WSV Bischofswiesen, der mit seinem Helferteam einmal mehr unter der Federführung von Vorstand Bernhard Heitauer und Renn-Organisator Hans Vonderthann einen perfekten Sport-Wettkampf auf die Piste zauberte.


Auffallend: Die Hälfte des Starterfeldes kam aus Österreich, unter den 91 Startern fanden 46 Ski-Begeisterte aus den Nachbar-Bezirken den Weg ins nahe Berchtesgadener Land – vorrangig aus Lofer. Die Herren-Altersklasse II lag sogar komplett in rot-weiß-roter Hand. Das spiegelte sich letztlich erwartungsgemäß in der Ergebnisliste wider: Sieben von möglichen neun Altersklassen-Siegen gingen in die Alpenrepublik, auch ganz an der Spitze. Die Austria-Skiläufer dominierten das Herren- und das Damen-Feld – elf Ladys begaben sich insgesamt an den Start.

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Sieg trotz Sturz

Als Tages-Gesamtsieger ließ sich Maximilian Kurz aus Hallein feiern, in 30:49 Minuten legte er eine Top-Zeit in den Schnee. Schon beim Fellwechsel an der Bergstation des Götschen-Sesselliftes hatte der 22-Jährige einen ordentlichen Vorsprung von gut einer halben Minute. Trotz eines Sturzes ließ sich der Vorjahresdritte dann auch bei der abschließenden rasanten Abfahrt mit 400 Höhenmetern auf der beinharten »Damen«-Abfahrtspiste nicht davon abhalten, einen am Ende guten Elf-Sekunden-Vorsprung ins Ziel zu retten. »Ich habe kurz nachgeschaut, ob etwas gebrochen ist, aber es war alles in Ordnung«, lachte der Sieger im Ziel. Bei seinem Malheur gingen beide Bindungen auf. Er konnte jedoch rechtzeitig, ehe Verfolger Martin Leitner aus Jettenberg auftauchte, alles sortieren und seinen Triumphlauf fortsetzen.

Martin Leitner hatte die Wechselzone als Dritter erreicht, bei der Abfahrt den zweitbesten »Bergauf«-Mann Wasti Kaswurm überholt und sich im Ziel über den starken 2. Platz gefreut. Mit-Favorit Kaswurm aus Kleinarl erreichte den Bronzerang. In der sportlichen Vita des 25-Jährigen stehen Erfolge gegen Lokalmatador Andi Ortner aus Anger auf dem Rad oder Top-Profi Toni Palzer auf den Skibergsteiger-Latten. Der Ramsauer – aktueller Vertical-Weltcup-Sieger seines Sports – lag krank daheim im Bett, wäre aber auch fit nicht am Götschen, sondern bei der Individual- und Sprint-EM am Ätna gestartet. Dort befanden sich am Wochenende die beiden weiteren heimischen Top-Läufer Sepp Huber vom Loipei sowie Stefan Knopf aus Bischofswiesen.

Bester heimischer Götschenfuchs-Teilnehmer war am Ende Stefan Klinger vom SC Anger als Gesamt-Zehnter in 32:48 Minuten (Platz 8 bei den Herren allgemein). Als schnellste Dame erwies sich die erst 22 Jahre alte Sarah Dreier aus Neukirchen am Großvenediger. Sie überstrahlte mit ihrem Lachen alles und freute sich riesig über ihren Sieg: »Einfach super, nachdem ich hier letztes Jahr nicht so gut war« – Platz 7 war es 2017. Silber sicherte sich diesmal Petra Wimmer aus Lofer vor Ulli Exenberger aus dem Smaragdbiker-Team der Siegerin.

2001 hatte der hauptverantwortliche Hans Vonderthann die Idee des Götschenfuchses. Inspiriert vom Loferer Skitouren-Rennen, welches heuer am 18. März zum 19. Mal ausgetragen wird. Die erste Auflage am Götschen schlug sofort voll ein und erlebte 93 Teilnehmer. Der Name ist an den Streckenabschnitt »Fuchsbau« angelehnt, seit dem Auftakt vor 17 Jahren fiel der Bewerb trotz teils schneearmer Winter nie aus. »Oft mussten wir halt mit dem Start nach oben gehen«, so Vonderthann. Nach zwei Jahren mit – aufgrund ungünstiger Schneelage – einem Start direkt am Götschen konnte diesmal wieder von ganz unten losgelaufen werden. »So, wie es von Anfang an vorgesehen war und ist«, so Moderator Helmut Stutz.

Warten auf den Wanderpokal

Bei der Siegerehrung direkt im Wettkampf-Anschluss im Gasthof »Brenner Bräu« in Bischofswiesen gab es vor der Auszeichnung der Besten eine Sachpreisverlosung. Hans Vonderthann, der bekannt gab, weiterzumachen und 2019 die 19. Auflage in Angriff zu nehmen, scheute einmal mehr keine Mühen, um den Athleten einige attraktive Geschenke mit auf den Heimweg zu geben. Jeder Starter erhielt ein Götschenfuchs-Kapuzen-Sweatshirt, Sieger Maximilian Kurz den Hauptpreis, einen geschnitzten Fuchs. Auf den Wanderpokal muss er allerdings noch ein wenig warten, da ihn Vorjahressieger Alexander Brander noch nicht zurückgegeben hat – der 2017-Champion aus Bischofshofen war am Wochenende ebenfalls bei der EM in Süd-Italien.

Der Götschenfuchs zählt einmal mehr zur Pinzgau-Trophy, deren 14. Auflage derzeit läuft. Der abschließende Bewerb der sechs Rennen umfassenden Serie findet am 10. März in Bramberg am Wildkokel im Bezirk Zell am See statt. Für die Gesamtwertung zählen die vier besten Ergebnisse, somit gibt es zwei Streichresultate. Hans-Joachim Bittner