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Gewerbe kontra Natur

Als mögliches Ersatzgelände könnte eine von Bäumen gesäumte Wiese am Klauspoint dienen, in der Nähe der Marxenklamm. Dieses Gelände habe, so Ramsaus Ortsoberhaupt, bereits mehrfach als Gewerbestandort zur Debatte gestanden und sei jetzt möglicherweise verfügbar.

Das Gelände umspanne etwa 7 000 Quadratmeter. Doch es stelle sich nun die Frage, ob es überhaupt als Gewerbefläche zur Verfügung stehen sollte. Darüber könne letztlich nur der Gemeinderat entscheiden. Mehrfach betonte Gschoßmann in diesem Zusammenhang, dass seine Ausführungen rein informativ gedacht seien und kein Beschluss am Ende stehe. Aber es sei Fakt, dass sowohl der Gemeinderat samt Bürgermeister und auch die Gemeindeverwaltung die öffentlichen Interessen zu verfolgen haben.

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Man könne einerseits Arbeits- und Ausbildungsplätze, Steuereinnahmen und Ähnliches als Gründe für die mögliche Bebauung anführen, dagegen könnten Argumente wie beispielsweise verbaute Natur, sensibler Bereich, Lärm- und Schadstoffbelastungen ins Feld geführt werden.

»Man darf sich dem Fortschritt nicht verschließen, aber das Herz darf es nicht kosten«, sagte Herbert Gschoßmann am Ende. Die Gemeinde werde nun alle Meinungen und Aspekte, Fakten und Argumente sammeln und sie am Ende jedem Gemeinderat zur Verfügung stellen. Erst wenn jeder letztlich in der Lage sei, abzustimmen, werde man einen Beschluss fassen.

Josef Stöckl empfand die anstehende Gemeinderatsentscheidung als besonders schwer, zumal vieles zu beachten sei wie Arbeitsplätze, Steuern, aber auch die Bürger sowie die Natur. Wenn man sich für die Ausweisung entscheide, ziehe man den ganzen Schwerlastverkehr durch den Ort. Auch die Bürger sollten Unterlagen erhalten, um sich ein Bild machen zu können und die Bürgerversammlung sollte diesen Punkt thematisieren.

Gemeinderat Josef Wurm betonte, dass er sich immer für Gewerbetreibende eingesetzt habe. »Wir brauchen die Arbeitsplätze.« Gewerbebetriebe, sagte er weiter, gehörten zu Ramsau wie die Bauernhöfe. Die Gemeinde sollte Handwerker und Gewerbetreibende unterstützen.

Josef Stöckl schob den Vorschlag nach, dass die Gemeinde doch besser nach anderen Flächen Ausschau halten sollte, es gäbe sicher andere.

Das bestätigte der Bürgermeister, merkte aber sofort an, dass die Fläche am Klauspoint aber verfügbar sei und zudem den Vorstelllungen des Baubetriebes entspreche.

Dr. Müller-Bardorff vertrat die Ansicht, dass man in der Ramsau auf der Suche nach derartigen Flächen von einem sensiblen Gebiet ins andere gerate. Man sollte doch in allen Talkesselgemeinden nach geeigneten Plätzen suchen und nicht nur das jeweils eigene Süppchen kochen.

Das gäbe es doch bereits, erinnerte sich Hannes Grill. Der Verbund sei aber nie mit Leben erfüllt worden und werde wohl bald abgewickelt werden. DM