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Künstler Ferdinand Götz zeigt Werke in Galerie Ganghof

Geschichten in den Bildern finden

Berchtesgaden – Die Berchtesgadener Galerie Ganghof beginnt ihr Herbst/Winterprogramm mit der Ausstellung »Wie Wasser Trocknet«. Gezeigt werden Werke des österreichischen All-Round-Künstlers Ferdinand Götz, geboren 1955 in Strobl am Wolfgangsee. Am Sonntag fand die Vernissage dazu statt.

Ferdinand Götz beim Aufhängen seiner Bilder für die Ausstellung in der Galerie Ganghof. (Foto: Wechslinger)

Die Bilder, die Götz von Bad Ischl in die Galerie Ganghof mitgebracht hat, zeichnen sich durch starke leuchtende Farben und vereinfachte, dafür umso ausdrucksstärkere Formen erkennbarer Gegenstände aus. Und wo Erkennbares im Bild zu sehen ist, versucht der Betrachter, eine oder mehrere Geschichten darin zu finden, die mit seiner eigenen Erinnerung, seinen Träumen und Wünschen zu tun hat.

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So entsteht ohne Anstrengung ein individueller Dialog vom Bild zum Betrachter und zurück, der frei von den Absichten des Künstlers seine eigenen Wege findet und oft zu überraschenden Zielen führt. Bei der Vernissage am Sonntag erzählte Ferdinand Götz, dass er im Alter von 17 Jahren durch ein TV-Theaterstück von Thomas Bernhard auf die Idee kam, Künstler zu werden. Zunächst wurde er Schriftsteller, dem sogar ein vom ORF-Radio gesendetes Hörspiel gelang. Dann wandte er sich doch der Malerei zu, mit der man eher Geld verdienen kann, wie ihm ein Freund riet. Beim Kopieren von zunächst Goya, später Francis Bacons Werken schulte und verfeinerte er sein handwerkliches Können. Als der gelernte Bürokaufmann Ferdinand Götz das Angebot erhielt, Gemeindesekretär in seiner Heimatstadt Strobl zu werden, entschied er sich »nach zwei schlaflosen Nächten« für eine Reise nach Indien und für die Kunst. Mit Erfolg, wie an den vielen mitgebrachten Ausstellungskatalogen zu sehen ist. Diese verraten auch seine Vorliebe für die Verbindung von Bildkunst und Wort, außergewöhnlich und spannungsreich in fünf Bildminiaturen umgesetzt, welche neben den großen Bildern hängen. Fritz Sklenarik sorgte auf der Gitarre mit zwei »heimlichen österreichischen Nationalhymnen« – der Filmmusik zum »Dritten Mann« und dem »Erzherzog-Johann-Jodler« – gekonnt für angemessene musikalische Akzente.

Die Ausstellung in der Galerie Ganghof in Berchtesgaden, Ludwig-Ganghoferstraße 11, dauert noch bis Samstag, 18. November, und ist geöffnet von Dienstag bis Freitag, jeweils von 10 bis 12 Uhr oder nach Vereinbarung unter Telefon 08652/62447. fb