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Geschichte an dicken Wänden – Inschriften zieren Bunkerwände am Obersalzberg

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Berchtesgaden: Inschriften zieren Bunkerwände am Obersalzberg
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»3 Tubi« stammt wahrscheinlich von einem italienischen »Fremdarbeiter«. (Fotos: Karin Wabro/IfZ)

Berchtesgaden – Rund 6,2 Kilometer lang ist das Bunkernetz am Obersalzberg. Im Dritten Reich sollte das Führersperrgebiet nicht nur unterirdisch verbunden werden, sondern vor allem Schutz bieten. Die Anlage ist heute mehr als 75 Jahre alt.

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Zahlreiche Inschriften zieren die dicken Wände. Sie entstanden in verschiedenen Zeitabschnitten seit 1943 und erzählen ganz eigene Geschichten. Der »Anzeiger« hat sich mit den beiden Bildungsreferenten des Instituts für Zeitgeschichte – Karin Wabro und Dr. Mathias Irlinger – auf Spurensuche begeben.

Keine Festung auf dem Obersalzberg

Die Bunkeranlage auf dem Obersalzberg entstand in den Jahren 1943 bis 1945. Adolf Hitler beauftragte namhafte Architekten und Ingenieure aus Deutschland mit der Planung. Für die bauliche Umsetzung waren »Fremdarbeiter« zuständig.

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An den verrußten Wänden sind die Inschriften besonders gut zu erkennen.

Die unterirdischen Gänge sollten vor allem als autarkes Führerhauptquartier einsatzbereit gemacht werden, falls die Gebäude an der Oberfläche zerstört oder vorübergehend durch den Feind eingenommen worden wären. »Für militärische Zwecke eignete sich die Anlage nicht, denn tatsächlich hätte es kein Entkommen gegeben. Zur Not hätte man die Personen einfach in den Bunkern aushungern lassen können«, sagt Dr. Mathias Irlinger.

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Dr. Mathias Irlinger vor der Inschrift eines Arbeiters.

Adolf Hitler war diese Tatsache bewusst, denn auch wenn er in den letzten Tagen vor seinem Tod sehr unentschlossen war, blieb er in Berlin. Die Räumlichkeiten unter der Erdoberfläche sollten so komfortabel wie möglich gestaltet werden. Die Böden wurden gefliest, Steckdosen eingebaut und zahlreiche Lebensmittel eingelagert. Am Ende dienten sie vor allem den Plünderern, die nach dem Ende alles vom Obersalzberg holten, was sie brauchen oder verkaufen konnten.

Den vollständigen Bericht lesen Sie in der Samstagsausgabe (9. Mai) des Berchtesgadener Anzeigers.

Lena Klein

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»Last Bunkertour forever«, schrieben John, Dan und Franz 1995 an die Wand.