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Schwerpunktwoche der Aktiven Unternehmen und der Gemeinde Berchtesgaden

Geschäftsleute verteilen »Knöllchen«

Berchtesgaden – Das sogenannte »wilde Parken« hat im südlichen Landkreis, aber insbesondere im Markt Berchtesgaden, extrem zugenommen.

Am eigenen Auto demonstriert Berni Zauner, 1. Vorsitzender der Aktiven Unternehmen Berchtesgaden, wie man in dieser Woche mit sogenannten »Knöllchen« Parksünder auf ihr Fehlverhalten hinweisen will. (Foto: Kastner)

Rufe nach Einführung einer kommunalen Verkehrsüberwachung werden laut. Nun wollen die Aktiven Unternehmen in Zusammenarbeit mit der Marktgemeinde Berchtesgaden die Parksünder zur Einsicht bringen. Während der noch bis Samstag dauernden »Knöllchenwoche« klemmen die Geschäftsleute Hinweise hinter die Scheibenwischer der falsch abgestellten Fahrzeuge.

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Noch vor einem Jahr hatten die Aktiven Unternehmen keinerlei Handlungsbedarf gesehen, die Parkwelt in Berchtesgaden und Umgebung war weitgehend noch in Ordnung. »Doch in den letzten Monaten ist es immer schlimmer geworden«, weiß 1. Vorsitzender Berni Zauner. Geparkt wird auf Gehwegen, in der Fußgängerzone, auf Privatgrundstücken und in Einfahrten. »Und es sind fast ausschließlich Einheimische«, sagt Zauner.

Der Geschäftsmann versteht wie viele seiner Kollegen nicht, warum oft so rücksichtslos geparkt wird. »Wir haben in Berchtesgaden doch eine Tiefgarage, in der fast immer Plätze frei sind«, betont Zauner und appelliert an die Verkehrsteilnehmer, sich doch bitte an die Regeln zu halten. Leider hätten die Verkehrsteilnehmer aber erkannt, dass seit einiger Zeit weniger polizeiliche Kontrollen stattfinden. »Und das wird rigoros ausgenutzt«, betont Zauner. Vor allem ärgert sich Berni Zauner darüber, dass sich die Parksünder auch keinerlei Gedanken über mögliche Rettungseinsätze machten. »Rettungsfahrzeuge kommen oft gar nicht mehr durch; das gilt vor allem für größere Feuerwehrfahrzeuge.«

Kein Wunder, dass in den letzten Monaten die Rufe nach Einführung einer kommunalen Verkehrsüberwachung lauter wurden. »Das will ja eigentlich niemand«, sagt Zauner. Als letzten Versuch initiierten die Aktiven Unternehmen zusammen mit der Marktgemeinde Berchtesgaden und in Absprache mit der Polizeiinspektion Berchtesgaden eine »Knöllchen-Woche«, die noch bis Samstag dauern soll. Die Geschäftsleute im Markt, aber auch in den Außengemeinden, klemmen sogenannte »Parkhinweise« hinter die Scheibenwischer von falsch abgestellten Fahrzeugen. Darauf heißt es: »Wir freuen uns, dass Sie das Zentrum von Berchtesgaden besuchen. Leider parken Sie außerhalb der vorgesehen Parkflächen. Wir wollen in Zukunft keine Strafzettel durch eine kommunale Verkehrsüberwachung verteilen lassen. Hier sind wir aber auf das Miteinander und die Rücksicht aller Beteiligten angewiesen. Wir bitten Sie daher, Ihr Auto künftig nur auf den gekennzeichneten Parkflächen oder in der Parkgarage (hier parken Sie 20 Minuten kostenfrei) abzustellen.«

Abgedruckt ist auch das Muster eines nicht ausgefüllten Bußgeldbescheids. Dazu heißt es in roter Schrift: »Glück gehabt! Die heute ersparte Geldbuße können Sie jetzt sinnvoller nutzen.« Mehrere Tausend dieser »Knöllchen« haben die Aktiven Unternehmen bei ihren Mitgliedern verteilen lassen. Sie werden auch nach dieser Schwerpunktwoche noch die eine oder andere Windschutzscheibe »zieren«. Ulli Kastner