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Große Operetten-Gala des Operettentheaters Salzburg im Traunreuter k1

»Gern hab ich die Frau’n geküsst«

Die Operette war und ist Parodie und Burleske, Volksstück und Rührstück, großes Spektakel und Kammerspiel, nostalgisch und modern. Oft tot gesagt und wieder zu neuem Leben erweckt, begeistert sie nach wie vor das Publikum und wird von Dirigenten, Sängern und Regisseuren immer wieder neu entdeckt. Denn die Operette erzählt von Gefühlen, mit denen wir uns alle identifizieren können: Von Liebe und Leid, von Hingabe, Bewunderung und Sehnsucht.

Eva-Maria Kumpfmüller und Christian Bauer beim Duett »Lippen schweigen« aus »Die lustige Witwe« von Franz Léhar und das Orchester des Operettentheaters Salzburg. (Foto: M. Heel)

Entsprechend groß war der Andrang zu der Operetten-Gala des Operettentheaters Salzburg im Saal des Traunreuter k1, bei der ein bunter Reigen aus einigen der schönsten und bekanntesten Melodien der großen Meister der Operette geboten wurde. Begleitet vom Orchester und unterstützt vom Chor des Theaters sowie dem Ballett-Ensemble Illo Tempore aus Dortmund, glänzten dabei zahlreiche Solisten wie Eva-Maria Kumpfmüller, Christian Bauer oder Josef Krenmair, die nicht nur stimmlich allen Herausforderungen gewachsen waren und tonschön, klangrein und intonationssicher sangen, sondern die einzelnen Nummern auch temperamentvoll mit Leben füllten. Angespielte Szenen brachten dabei zusätzlichen Schwung auf die Bühne und sorgten für authentisches Operetten-Flair. So konnte man nach der Ouvertüre zu »Eine Nacht in Venedig« (Johann Strauß Sohn) zwei Stunden lang Ausschnitte aus Werken von Franz Léhar, Karl Millöcker, Robert Stolz, Emmerich Kálmán und Edmund Eysler genießen, wobei sich der Bogen von gefühlvollen Melodien bis hin zu rasant-feurigen Rhythmen spannte, perfekt arrangiert und mitreißend dargeboten. Gab es ein Wiederhören so bekannter Lieder wie »Ach, ich hab sie ja nur auf die Schulter geküsst« (Millöcker: Der Bettelstudent), »Glücklich ist, wer vergisst« (Strauß: Die Fledermaus) oder »Gern hab ich die Frau’n geküsst« (Léhar: Paganini), ehe zum großen Finale erneut »Eine Nacht in Venedig« verbracht werden konnte.

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Charmant moderiert wurde die mit Beifallsstürmen bedachte Gala von Franziska Stanner, die nebenbei so manche Anekdote über einen der Komponisten zum Besten gab, etwa über Johann Strauß, der ein rechter Frauenschwarm gewesen sei und von seinen Verehrerinnen ständig um eine Locke seiner prächtigen schwarzen Haare gebeten wurde. Bis ihm dies auf den Geist ging und er sich einen schwarzen Pudel anschaffte. Wofür, kann man sich denken. Wolfgang Schweiger