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Geringere Abschusszahlen

Grabenstätt. Die Jagdgenossenschaft Grabenstätt hielt im Gasthof Grabenstätter Hof ihre Jahresversammlung ab. Da Beisitzer Michael Holzmann sen. wegen seiner Hofübergabe aus der Vorstandschaft ausscheidet, stand eine Nachwahl an. Die Jagdgenossen bestimmten Georg Dangl einstimmig zu dessen Nachfolger.

Der Vorstand der Jagdgenossenschaft Grabenstätt, Klaus Schmid (rechts), und dessen Stellvertreter Konrad Berger (links) dankten dem scheidenden Beisitzer Michael Holzmann (Zweiter von rechts) und gratulierten dessen Nachfolger Georg Dangl zur Neuwahl. (Foto: Müller)

Vorstand Klaus Schmid dankte Holzmann für seine neunjährige Tätigkeit in der Vorstandschaft. Die komplette Vorstandschaft wird 2015 neu gewählt. Die Neuwahlen finden turnusgemäß alle fünf Jahre statt. Bei der Verwendung des Jagdschillings verwies Schmid darauf, dass man wieder Straßenkies benötige und sich für den Frontlader einen Arbeitskorb anschaffen wolle.

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Den etwas verminderten Kassenstand begründete Kassier Alois Schröder unter anderem mit der Anschaffung des 8200 Euro teuren Holzspalters, des 1107 Euro teuren Hochentasters (kleine Motorsäge an einem Stiel) und der vier Absperrbanner mit Eisenstangen im Wert von über 1000 Euro.

In seinem Jahresbericht kam Vorstand Schmid auf den Abschussplan zu sprechen und betonte, dass der Verbiss durch Reh- und Rotwild laut Verbissgutachten »noch vor fünf Jahren deutlich höher gewesen ist«. Man habe zwar längst die Trendwende geschafft, sei aber »noch nicht da, wo wir hinwollen«, räumte Schmid ein. Freiherr Dr. Clemens von Wrede, der den »Jagdbogen Nord« seit vielen Jahren mit seinem Bruder Freiherr Dieter von Wrede gepachtet hat, betonte, dass in dieser Saison bisher 42 Rehe, drei Hirsche und ein Wildschwein geschossen worden seien. Man habe nicht so viel Rehwild erlegen können wie geplant, da aufgrund der langen Kälte und des Hochwassers kaum Kitze überlebt hätten, bedauerte der Baron. Er hoffe, dass die Landwirte dafür Verständnis zeigen würden, da ja alle das gleiche Problem hätten.

54 Rehe und 25 Hirsche getötet

Nachholbedarf besteht auch noch im »Jagdbogen Süd« von Pächterin Dorothea Meltl. Meltl zufolge seien seit Beginn der Jagdsaison am 1. April 54 Rehe und 25 Hirsche geschossen worden. Die hohen Hirsch-Abschusszahlen der Vorsaison – vor exakt einem Jahr waren schon 53 Hirsche erlegt worden – werde man bis zum Ende der Jagdsaison am 31. Januar nicht mehr erreichen. Dennoch befinde man sich auf einem »sehr guten Weg, die Maßnahmen haben alle gegriffen«, stellte Meltl klar und bedankte sich bei den Jagdgenossen für die »gute Zusammenarbeit«.

Ein Waldbauer beschwerte sich darüber, dass in seinem Wald »nichts mehr aufkommt« und forderte mehr Anstrengungen bei der Einhaltung der Abschussvorgaben. Schmid sicherte zu, dass man sich im März bei einer Waldbegehung ein genaues Bild machen werde, da das Gutachten erst ein Jahr später eintreffe.

Der Jagdaufseher im »Jagdbogen Süd«, Markus Zwingenberger, gab bekannt, dass die bei den erlegten Hirschen genommenen TBC-Proben alle negativ ausgefallen seien und verwies auf das Veterinäramt.

Martin Höpfl, Jagdaufseher im »Jagdbogen Nord«, mahnte an, dass es im »Grabenstätter Moos« kaum mehr Rehwild gebe. Auf der Umgehungsstraße seien seit deren Eröffnung 2006 rund 80 Rehe überfahren worden. Wenn der Förster meine, dass alles passe, könne man die vorgegebenen Abschusszahlen auch nach unten korrigieren, so Schmid.

Er verwies noch darauf, dass Fußgänger und Radfahrer die angeschafften Absperrbanner mit dem Aufdruck »Stopp! Forstarbeiten! Lebensgefahr!« eher beachten würden als die Warndreiecke. Auch rechtlich sei man damit besser abgesichert. Alternativ stünden schmalere Absperrbänder zur Verfügung.

Vor der Versammlung verspeisten die Jagdgenossen einen Hirschen (Hirsch-Ragout), den die Jagdpächter Clemens und Dieter Von Wrede gespendet hatten. mmü