weather-image
30°

Geplanter Kiesabbau in Seeon: Gemeinderat vertagt Entscheidung

3.7
3.7
Bildtext einblenden
70 Hektar groß war die Gesamtfläche der ursprünglich geplanten Kiesabbaustellen in der Gemeinde Seeon-Seebruck. Im Bild zu sehen ist die "Konzentrationszone 2" von insgesamt drei vorgesehenen Abbaugebieten. Die Flächen sollen nun allerdings deutlich kleiner werden. (Fotos: privat)

Seeon-Seebruck – Dass der Antrag einer Tiefbaufirma aus Traunstein für eine Konzentrationsflächen-Festlegung des Kiesabbaus in der Gemeinde Seeon-Seebruck in der jüngsten Gemeinderatssitzung vertagt wurde, wurde von den Sitzungsbesuchern mit Applaus quittiert.

Anzeige

Das Vorhaben hat bei vielen Bürgern massive Kritik hervorgerufen – und tut es noch, wie anhand der zahlreichen Zuhörer im Truchtlachinger Bürgersaal zu urteilen war. Diese waren wohl nur wegen dieses Themas gekommen und verließen die Sitzung unmittelbar nach der Bekanntgabe, dass der Tagesordnungspunkt nicht behandelt wird.

Josef Daxenberger (CSU) hatte beantragt, den Tagesordnungspunkt bis zur nächsten Gemeinderatssitzung am 25. Februar auszusetzen. Gegen die Stimmen von Bürgermeister Bernd Ruth (CSU) und Rudolf Mayer (FW) wurde der Antrag angenommen. Daxenberger vertrat die Meinung, nicht vor der öffentlichen Informationsveranstaltung zum Thema Kiesabbau im Gemeinderat darüber zu diskutieren.

Bildtext einblenden
Diese Übersicht zeigt die Konzentrationszonen 1-3 bei Apperting und Steinrab, bei Seeon sowie die ursprünglich geplante Abbaufläche bei Eglhart. Die Gesamtgröße der Abbaugebiete soll jetzt aber verringert werden.

Infoabend im Bürgersaal Truchtlaching

Die Informationsversammlung findet am Mittwoch, 13. Februar, um 18 Uhr im Bürgersaal in Truchtlaching statt. Rede und Antwort stehen werden Christian Nebl vom Landratsamt Traunstein, Ralf Schindlmayr vom Ingenieurbüro Aquasoli in Siegsdorf und die Rechtsanwältin Kerstin Funk.

Wie mehrfach berichtet, hat der Gemeinderat Seeon-Seebruck im vergangenen Juli beschlossen, den Kiesabbau im Gemeindegebiet begrenzt und auf geeignete Potenzialflächen zu steuern. Nach dem derzeitigen Planungsstand würde die Ausweisung von Potenzialflächen auf zwei Teilflächen einerseits den örtlichen Kiesabbau für die nächsten 25  Jahre hinreichend decken und andererseits am verträglichsten sein.

Bildtext einblenden
Die geplante Konzentrationszone 1 sollte laut ersten Planungen bei Apperting beginnen und hätte den Ortsteil Steinrab umschlossen. Mittlerweile sollen sich die Pläne geändert haben – inwieweit, ist noch nicht bekannt.

Das vom Traunsteiner Tiefbauunternehmen beantragte Kiesabbauvolumen befindet sich in der Teilfläche drei. Nachdem aber nach Angaben der Verwaltung bislang weder eine förmliche Bürgerbeteiligung noch eine Trägerbeteiligung im Verfahren für eine Aufstellung eines Teilflächennutzungsplans Kiesabbau stattgefunden habe, würde die Genehmigung des Kiesabbaus innerhalb der Teilfläche drei bereits zu einem frühzeitigen Verfahrensstand eine unumkehrbare Festlegung bedeuten, ohne dass etwaige entgegenstehende Erkenntnisse aus dem Bauleitverfahren in sachgerechter Weise berücksichtigt werden könnten. Insofern sieht die Gemeinde in dem geplanten Kiesabbauvorhaben gegenwärtig eine Gefährdung beziehungsweise eine wesentliche Erschwerung der Konzentrationszonenplanung und möchte das Baugesuch zurückstellen.

Über den Beschlussvorschlag der Verwaltung, beim Landratsamt Traunstein zu beantragen, das Baugesuch für die Dauer von zwölf Monaten zurückzustellen und die Bearbeitung des Abgrabungsantrags auszusetzen, muss jetzt in der nächsten Gemeinderatssitzung abgestimmt werden. ga

Bildtext einblenden
Blick von oben auf die geplante Konzentrationszone 3 bei Eglhart.

Fotos: Facebook-Seite "Kiesabbau-Seeon"