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Georg Huber ist Bürgermeisterkandidat

Waging am See. Auch die Liste »ÖDP und Parteifreie Wähler Waging« tritt bei der Kommunalwahl mit einem eigenen Bürgermeisterkandidaten an: Bei einem Treffen im Gasthaus Unterwirt in Waging wurde der langjährige Gemeinderat Georg Huber einstimmig nominiert. Die Wahl einer Kandidatenliste für den Gemeinderat ist für 9. Januar terminiert; bis dahin hofft man, genügend Kandidaten für die 20 Plätze umfassende Liste gefunden zu haben.

Georg Huber (47) wurde von der Waginger ÖDP als Bürgermeisterkandidat nominiert. (Foto: H. Eder)

Georg Huber ist 47 Jahre alt und hat zusammen mit seiner Frau Petra drei Töchter. Der Gärtnermeister arbeitet bei der Jugendsiedlung Traunreut in der Förderung benachteiligter Jugendlicher. Ehrenamtlich ist er überaus aktiv: Seit seinem 16. Lebensjahr ist er bei Kolping und bei der Pfarrgemeinde engagiert, war dort in vielerlei Bereichen tätig und hat sich dabei auch sein Rüstzeug für seine politische Tätigkeit geholt. Seit bald 18 Jahren sitzt er für die ÖDP im Waginger Gemeinderat, hat zusammen mit anderen vor 20 Jahren auch den ÖDP-Ortsverband Waginger See/Salzachtal gegründet. Seit 2008 ist er auch Mitglied des Kreistags.

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Hubers Motto lautet: Global denken, lokal handeln. Von daher ist für ihn der Bereich Energie ein zentrales Thema – auch wenn sich, wie er einräumt, die Umsetzung oft als nicht ganz leicht erweise. Wohl habe der Gemeinderat als Ziel beschlossen, bis 2020 in Sachen Strom energieautark sein zu wollen, aber konkrete Maßnahmen seien viel zu wenig angegangen worden. Huber begrüßte, dass die Gemeinde inzwischen ein Klimaschutzkonzept in Auftrag gegeben hat, bei dem gerade der Bereich Energieeinsparung stark im Vordergrund stehe. Im Zwischenbericht sieht sich Huber bestätigt, dass die Ziele erreichbar sind, aber es müsse konsequent gehandelt werden. Ein Kritikpunkt hierzu betraf das Gebäude der Mittelschule, wo man nur eine Seite gedämmt und mit der energetischen Sanierung dann wieder aufgehört habe.

Im Bereich des Gewässerschutzes geht es Huber ebenfalls zu langsam: Zwar gebe es Untersuchungen und Papiere in großer Menge, »aber bis jetzt wurde zu wenig umgesetzt«. Die Bewerbung um eine Ökomodellregion ist für ihn hierbei ein Schritt in die richtige Richtung. Es müssten aber viele Bürger mit eingebunden und entsprechende Maßnahmen umgesetzt werden.

Auch das Thema ÖPNV ist Huber wichtig. Seine Überlegung geht dahin, beim Schulbusverkehr auch normale Fahrgäste mitnehmen zu können. Außerdem sollten Bahn und Busse besser vernetzt werden, weshalb die Busse unbedingt auch am Waginger Bahnhof halten sollten. Kritik übte Huber in diesem Zusammenhang daran, dass der Gemeinderat den aktuellen Verkauf des Bahnhofs erst aus der Presse erfahren habe und nicht vorab informiert worden sei. Die Information des Gemeinderats ist überhaupt ein Punkt, über den sich Huber ärgern kann: Es sei ihm unverständlich, wenn im Zeitalter der E-Mails die Gemeinderäte zu wenig und oft erst spät über wichtige Dinge informiert würden.

Wie viel Geld für all die Maßnahmen in Zukunft noch zur Verfügung stehen, werde sich wohl erst nach dem Bau der Turnhalle zeigen, meinte Huber. Insgesamt sei eine sparsame Haushaltsführung ohne Verschuldung auch weiterhin ein wichtiges Ziel. Manche Ausgaben kann Huber in diesem Zusammenhang nicht verstehen: etwa den seiner Meinung nach in der Größe nicht notwendigen Ausbau der Straße nach Sprinzenberg. Er findet zum Beispiel den Breitbandausbau in der heutigen Zeit wichtiger als den Straßenausbau.

Was Baugebiete betrifft, sollte man laut Huber eine Verdichtung innerorts forcieren, bevor immer neue Bauflächen ausgewiesen werden. Christine Rehrl schlug dazu vor, durch Architektenwettbewerbe Ideen und Konzepte für eine flächensparendere Bebauung aufzugreifen. he