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Georg Angerer übergibt Stab an Manfred Berger

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Bei der Mitgliederversammlung wurden langjährige passive Mitglieder geehrt. Seit 40  Jahren halten unter anderem Sepp Einsiedl (von links), Klemens Lamers, Markus Obermaier und Fritz Bantscheff dem Verein die Treue. (Foto: Rasch)

Traunreut – Was wäre Traunwalchen ohne seine Blaskapelle? Wer würde die Säle, Plätze und Straßen das ganze Jahr hindurch mit wohlklingender Blasmusik erfreuen? Das Dorf wäre ohne seine Blasmusik kulturell sicher ein Stück ärmer.


Deutlich spürbar wurde dies bei der Mitgliederversammlung der Blaskapelle im Gasthaus Springer. Eine gute musikalische Leistung könne aber immer nur dann geboten werden, wenn auch das zwischenmenschliche Umfeld unter den Mitgliedern der Kapelle und die Nachwuchsarbeit stimme, betonte Vorsitzender Hans Zillner. Der Zusammenhalt bei den Traunwalchnern sei seit über 40 Jahren »sensationell.«

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Verbundenheit wird am 7. Juli gefeiert

»Sakrisch« gefreut habe ihn die Verbundenheit der Musikanten aber auch der Ortsvereine anlässlich des 40. Gründungsfestes im vergangenen Jahr. »Es war ein tolles Fest«, sagte Zillner. Nach Angaben von Kassier Erwin Peteranderl stand das Jubiläum auch finanziell unter einem guten Stern. Es konnte ein kleiner Überschuss erzielt werden. Heuer gibt erneut einen Grund zum Feiern: Die Blaskapelle ist seit 25 Jahren offizieller Musikzug der Gebirgsschützenkompanie Traunstein. »Die Kapelle begleitet uns seit 1993 und bläst uns sozusagen bei verschiedenen Anlässen vorneweg den Marsch«, sagte Hauptmann Thomas Gätzschmann. Die langjährige Verbundenheit soll am 7. Juli mit einem Gottesdienst und Ehrensalut sowie einem kleinen Umzug durch die Traunsteiner Innenstadt gebührend gefeiert werden.

Die Faszination der Musik auch an die nächste Generation weiterzugeben, hat die Blaskapelle immer beherzigt. Ein Beleg dafür sind die »Gelbhemden«, der jüngste Nachwuchs, der zur Begrüßung im Gasthaus Springer aufspielte. Ohne Nachwuchsförderung und einen Unterbau wäre ein Fortbestand der Kapelle nicht möglich, sagte der musikalische Leiter der Jugend, Manfred Berger. Ziel sei es, Jung und Alt durch einen flexiblen und gesunden Übergang zusammenzubringen. Von den 71 aktiven Musikern sitzen über 50 im Erwachsenenorchester und 15 Musiker bilden eine Jugendkapelle mit eigenen Auftritten. Zwölf Jugendliche spielen in beiden Kapellen. Beide Ensembles bestreiten jährlich weit über 100 Termine. Dazu kommen noch die wöchentlichen Proben. Um die jungen Musiker bei Laune zu halten, kommt auch das Gesellige nicht zu kurz. Nach Angaben von Jugendleiterin Katharina Jobst seien vor allem die McDonalds-Besuche sehr begehrt.

Höhepunkt eines jeden Vereinsjahrs ist ein gemeinsames Konzert beider Kapellen. Das am 30. April um 19.30 Uhr in der Aula der Carl-Orff-Schule Traunwalchen hat einen besonders emotionalen Charakter: Der langjährige Chefdirigent und Begründer der Blaskapelle, Georg Angerer, wird den Taktstock offiziell an Manfred Berger übergeben. Das bedeutet aber nicht, dass sich Angerer ganz zurückziehen wird. Er und Berger tauschen quasi die Rollen: Berger übernimmt die Blaskapelle und Angerer die Jugendblaskapelle.

Musiker trotz Strenge stets bei Laune gehalten

Der Name Georg Angerer ist seit über 40 Jahren mit der Blaskapelle untrennbar verbunden. In all den Jahren ist es ihm gelungen, das musikalische Niveau auszubauen und die Musiker mit der notwendigen Strenge stets bei Laune zu halten. Öffentliche Auftritte über die Grenzen hinaus und hohe Auszeichnungen durch den Musikbund zeugen von einem hervorragenden Status und musikalischer Klasse. »Ohne den 'Wambo', der uns durch 46 Jahre geführt hat, stünde die die Kapelle heute nicht so gut da«, würdigten der ehemalige Vorsitzende Erwin Geppert und der zweite Vorsitzende Hans Jobst die Verdienste des 75-Jährigen.

Offiziell bestätigt wurden der neue erste und der neue zweite Dirigent von den Mitgliedern bei den Neuwahlen. Für weitere zwei Jahre in ihren Ämtern bestätigt wurden Hans Zillner als Vorsitzender und Hans Jobst als sein Stellvertreter. Kassier bleibt Erwin Peteranderl und als Schriftführer fungieren weiterhin Petra Schmidt und Hannes Baumgartner. Ebenfalls wiedergewählt wurden Katharina Jobst als Jugendvertreterin und Josef Schroll als Notenwart. Um die Jugend an die Vereinsarbeit heranzuführen, wurden die Posten der Beisitzer mit jungen Musikanten verstärkt. Neben Rita Feichtner gehören Johannes und Markus Jobst, Lukas und Markus Baumgartner sowie Sebastian Peteranderl dem erweiterten Vorstand an.

Die Jugend auch in die Vorstandschaft zu integrieren, lobte Bürgermeister Klaus Ritter. Damit sei es gelungen, eine junge Mannschaft aufzubauen, damit es auch weitergehe. Lobend erwähnte er auch den Einsatz der Kapellen bei städtischen Veranstaltungen. »Ihr tragt die Stadt in positivem Licht nach außen.«

Johann Schwarzenböck, Manfred Berger, Albert Huber, Hannes Baumgartner und Hans Zillner, die seit 40 Jahren in der Kapelle spielen und dafür im vergangenen Jahr bereits vom Musikbund ausgezeichnet wurden, erhielten jetzt auch eine Ehrung vom Verein. Für zehnjährige aktive Mitgliedschaft bei der Blaskapelle wurden Barbara Helminger, Katharina Jobst und Sebastian Peteranderl geehrt. Ebenfalls geehrt wurden zahlreiche passive Mitglieder, die dem Verein seit 25 und 40 Jahren die Treue halten. Seit 40 Jahren unterstützen Fritz Bantscheff, Sepp Einsiedl, Hans Harbeck, Heinz Hipert, Annelies Klausner, Klemens Lamers, Markus Obermaier und Viktoria Mendler den Verein, 25 Jahre Irmi Baierl, Bärbel Baumgartner, Annelies Geppert, Ernst Feichtner, Michael Franke, Irmi Jobst, Hans Kneffel, Ludwig Kroiß, Gerti Rösner, Franz und Gisela Schiefer, Georg Schießl, Geli und Max Schwarzenböck, Anna, Hildegard, Hedwig und Katharina Zunhammer sowie Lorenz Wimmer. ga