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Gemeinderat hat nichts gegen neues »Salettl« am Watzmannhaus

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Das alte Salettl am Watzmannhaus soll durch einen neuen, größeren Anbau ersetzt werden. Der Gemeinderat gab dem Tekturplan nun sein O. K. (Foto: DAV Sektion München)

Ramsau – Einverstanden zeigten sich die Ramsauer Gemeinderäte in der jüngsten Sitzung am Dienstagabend mit dem neuen Plan zum Ersatzbau des Salettls, der Gaststube, am Watzmannhaus. Der Gemeinderat beschloss einstimmig die Tekturplanung zum Umbau. Auch die Klage des »Bund Naturschutz« gegen den DAV, der den Umbau zunächst größer geplant hatte, kam auf den Tisch.


Wie bereits berichtet, hatte der »Bund Naturschutz« gegen den ersten Plan des DAV geklagt. Das Wort »Eventarchitektur« geisterte durch die Medien. Der jetzt genehmigte Tekturplan sieht ein leicht vergrößertes Salettl am Watzmannhaus vor, damit das Ungleichgewicht zwischen den vielen Schlaf- und den zu wenigen Sitzplätzen ausgeglichen wird. Zudem sei das alte schon fast baufällig, erläuterte der Geschäftsleiter der Gemeinde Ramsau, Martin Willeitner, in der Sitzung am Dienstagabend. Er erklärte den Ratsmitgliedern, was im Einzelnen vorgesehen ist. So soll ein Flachdach gleichzeitig als Rettungsweg für die oberen Stockwerke dienen. Eine Treppe, die außen am Salettl entlangführen soll, füge sich dort sehr gut ein. Innen haben mehr Tische und Stühle als bisher Platz. Unter dem Gastraum wird zudem eine größere Zisterne mit einem Fassungsvermögen von rund 20 Kubikmetern installiert, um der immer wieder auftretenden Wasserknappheit vorzubeugen.

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Hannes Grill vom Ramsauer Wahlblock meldete sich als Erster zu Wort. Seine Vorfahren waren schon Wirtsleute auf dem Watzmannhaus. Er bezeichnete es als »befremdlich«, dass man Berghütten beim Umbau Steine in den Weg legt. Den Plan des DAV kommentierte er mit: »Geschmäcker sind verschieden.« Grill fügte noch hinzu: »Ich sage, dem ›Bund Naturschutz‹ geht es hier nicht um Verbesserungen, nur um Publicity.« Handlungsbedarf sehe er derzeit eher an anderer Stelle, wie zum Beispiel in der Saalachau bezüglich des Fischsterbens, und nicht am Watzmannhaus.

Richard Graßl (CSU) erinnerte an den ersten Beschluss des Gemeinderats im Jahr 2014, der dem Watzmannhaus-Umbau grünes Licht erteilt hatte. »Es war kein Fehler, dass wir damals zugestimmt haben«, so Graßl. Den Vorwurf des »Bund Naturschutz« mit der Event-Architektur könne er nicht nachvollziehen, da schließlich eine Holzbauweise geplant sei und es andere Berghütten gebe, die ähnlich errichtet seien. Die einzige Vorschrift, die es zu beachten gelte, sei die »landschaftsgebundene Bauweise«. Abschließend kommentierte der Gemeinderat: »Und wenn sich zwei Naturschutzvereine gegenseitig verklagen, dann fehlt's schon weit.« Diese sollten sich lieber um eine Klärung der Parkplatzsituation an der Wimbachbrücke bemühen, nannte er als Beispiel.

Dritter Bürgermeister Josef Maltan (CSU) bezeichnete die Maßnahme als »weiteren Schritt in die Zukunft«. Ihm gefalle der jetzige Plan auch besser als der, der 2014 beschlossen wurde.

Zweiter Bürgermeister Rudi Fendt vom Ramsauer Wahlblock betonte, er sehe es als erfreulich, dass der DAV hier Geld in die Hand nimmt. Immerhin hätten im vergangenen Jahr rund 12 000 Menschen auf dem Watzmannhaus übernachtet. Er stimmte Hannes Grill in dem Punkt zu, dass es unverständlich sei, warum das Vorhaben erschwert werde. »Das Salettl war dermaßen unpraktisch und ungemütlich«, so Fendt. Alle Ratsmitglieder stimmten schließlich für den Ersatzbau nach der Tekturplanung. Ein eigener Beschluss war für die Zisterne fällig, auch diese wurde vom Gemeinderat ohne Gegenstimme genehmigt. Annabelle Voss