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Gekonnt und sicher durch das Internet

Berchtesgaden - Ein sicherer Umgang mit dem Internet, dem eigenen Handy und mit Geld ist gerade für Jugendliche wichtig. Oft tappen junge Leute aber in die Kostenfallen, die durch falsche Mediennutzung entstehen. Um die Gefahren und Möglichkeiten der neuen Kommunikationswege aufzuzeigen, veranstaltete der »Jugend-Treff.5«-Förderverein einen »Treffpunkt Medientag« im Kongresshaus. Dort konnten sich Besucher nicht nur über Themen wie Online-Spielsucht oder Kostenfallen beim Handy informieren. Es wurden auch verschiedene Wege der Mediengestaltung gezeigt, wie etwa das Programm »Photoshop« oder die digitale Tafel »Whiteboard«.

Freuten sich über die Gewinner beim Fotowettbewerb (v.l.): Jurorin Bettina Dolansky, Heike Mechelhoff, die Prämierten Alexander Knoll, Valentina Gierl und Conni Banasch. Fotos: Anzeiger/Voss

99 Prozent der deutschen Jugendlichen nutzten das Internet laut einer Studie des Deutschen Bankenverbands im letzten Jahr. Aufgrund dieser enorm hohen Zahl stellt sich die Frage, wie sicher die jungen Menschen sich im Netz bewegen. Darum hatte der »Jugend-Treff.5«-Förderverein zum Medientag auch Experten wie Rechtsanwalt Stefan Conrad eingeladen. Bei seinem Vortrag »Rechtsfallen im Internet« erklärte er anhand anschaulicher Beispiele, worauf junge Leute im sozialen Netzwerk »Facebook« achten müssen. Auch die Nutzung von Diensten wie »YouTube« und »eBay« seien nicht immer ganz ungefährlich. Zum Thema Soziale Netzwerke gab es einen eigenen Workshop, bei dem Social-Media-Experte Josef Wurm mit den Jugendlichen einen »Facebook-Check« machte. Neben dem Medium Internet waren auch regionale Medien wie der »Berchtesgadener Anzeiger« vertreten. Über die Zukunft der regionalen Zeitung und deren Attraktivität und Aktualität für die Jugend hielt Redaktionsleiter Ulli Kastner einen Vortrag.

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Nicht nur Jugendliche kamen am Samstag ins Kongresshaus. Auch Eltern, Großeltern und Lehrer waren anwesend, um sich beraten zu lassen. Besonders gespannt lauschten die Hörer dem Vortrag von Benjamin Grünbichler. Der Referent kam von der Prävention und Suchthilfe Rosenheim, genannt »neon«, und sprach über das Leben und Aufwachsen im digitalen Zeitalter. Dabei ging er näher auf die Online-Spiele-Sucht ein. Eltern würden oft nicht verstehen, was in ihrem Kind vorgeht, wenn es den ganzen Tag am PC spielt. Das Problem liege bei sogenannten Multiplayer-Spielen: »Es handelt sich dabei um ein immer fortlaufendes Spiel, bei dem viele Gamer gleichzeitig agieren. Jeder hat seine Rolle in der Gruppe. Wenn nun die Mama dem Jugendlichen das Weiterspielen verbietet, wird dem Spieler von seinen Mitstreitern im Netz ein Vorwurf gemacht.« Der Bezug zur Realität gehe dem Jugendlichen schnell verloren und er rutschte in die Sucht. Dieses Thema wurde auch von dem Stand der Caritas aufgegriffen. Stefan Metzenleitner klärte Interessierte dort über die Suchtprävention auf.

Ein weiteres großes Problem sowohl im Internet als auch bei der Handynutzung ist die Kostenfalle. Jugendliche geraten schnell in die Verschuldung, weil der Überblick über die eigenen Ausgaben verloren geht. Darüber referierte Sandra Laaks von der S-Finanzgruppe »Geld & Haushalt«. Sie gab wertvolle Tipps und Informationen zu Abo-Geschäften im Internet, dem richtigen Taschengeld für Jugendliche und deckte Kostenfallen bei der Handynutzung auf. Für das sichere Surfen im Internet hat sie folgenden Tipp: »Man wird häufig dadurch getäuscht, dass man nicht genau auf die AGB der Seiten achtet. Oft gibt es nur einen winzigen Unterschied in der Formulierung und das Angebot ist kostenpflichtig. Dazu sei gesagt, dass die Kostenfalle immer nur dann zuschnappt, wenn Sie sich mit Name und Anschrift angemeldet und die Nutzungsbedingungen akzeptiert haben.« Manchmal sei der Preis eines Angebotes auch nur irgendwo im Text einer Seite versteckt.

Die positiven Seiten der Nutzung Neuer Medien wurden jedoch nicht vernachlässigt. So zeigten Erwin Melzl, Sabine Geltinger und Jasko Mehmedagic vom »Berchtesgadener Anzeiger« »Kreatives Know-how im Photoshop«. Viel Spaß machte den jungen Besuchern auch die Trickfilmbox der Q3-Medienfachberatung Oberbayern. Mit einer Webcam und eines Blatt Papiers konnten sie ihren eigenen Trickfilm machen. Sogar die Schule wird für Kinder jetzt spannender: Dieter Fröhlich von der Firma »ia-media« stellte eine digitale Tafel namens »Whiteboard« vor. Ein großer Bildschirm, auf dem man dank Touch-Display mit dem Finger schreiben und malen kann.

Zum Abschluss des umfangreichen Medientages gab es die Prämierung des Fotowettbewerbes des »Jugend-Treff.5«- Fördervereins. Dabei wurden die drei besten Fotos ausgezeichnet: Der dritte Platz ging an Alexander Knoll, der zweite an Valentina Gierl und den ersten Preis gewann Conni Banasch. Annabelle Voss

Alle Bilder in der Mediengalerie unter www.berchtesgadener-anzeiger.de