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Gegen Burnout und Co.

Die Arbeitsbedingungen bei den Postdienstleistern gehören hinterfragt. Das fordert der Kreisvorsitzende der Arbeitsgruppe für Arbeitnehmer (AfA) der SPD, Helmut Haigermoser.

Im SPD-Bürgerbüro in Traunstein seien einige Bürgerbeschwerden eingegangen. In einem Brief heißt es, dass die Zustellung von Postsendungen immer wieder ausfällt. In einem anderen Schreiben ist von langen Kundenschlangen vor dem Postschalter die Rede. Trotzdem seien nur die Hälfte der vorhandenen Schalterplätze besetzt gewesen, einer davon »mit einer Kollegin, die den Tränen nahe war«. Mehrere Schreiber stellen fest, dass die Beschäftigten offensichtlich enorm überlastet sind.

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Haigermoser: »Wir wollen jetzt öffentlich feststellen, ob die Überbelastung betrieblich gesteuert und zu verantworten ist und die Schädigung der Gesundheit von Arbeitnehmern bewusst in Kauf genommen wird.« Es sei leider für viele Arbeitgeber inzwischen kein Problem mehr, dass Beschäftigte nur noch mit Hilfe von Tabletten ihre Arbeit erledigen könnten. Und es gehöre leider oft schon zur Berufsbiografie, dass man mindestens einen Tinnitus oder einen Burnout-Ausfall vorweisen könne. Arbeitsbedingungen, die solche gesundheitlichen Probleme schaffen, dürfe sich eine Gesellschaft aber nicht leisten, so der AfA-Kreisvorsitzende.

In einem ersten Schritt hat Haigermoser bereits Gespräche mit den örtlichen Verantwortlichen der zuständigen Fachgruppe der Gewerkschaft ver.di geführt. Vereinbart wurde dabei eine gemeinsame Versammlung, zu der die betroffenen Beschäftigungsgruppen eingeladen werden. Hier, so Haigermoser, dürften Beschäftigte aber keine Arbeitsinterna preisgeben, sondern nur über ihre persönliche Betroffenheit berichten.

Um tatsächlich schlechte Arbeitsbedingungen öffentlich ansprechen zu können, wäre es hilfreich, so Haigermoser, wenn weitere Bürger ihre Erfahrungen und ihre Einschätzungen bezüglich der Arbeitsbedingungen bei Postzustellung und am Postschalter im SPD-Bürgerbüro, Kniebos 3, in Traunstein, äußern würden.