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»Gefällt mir«

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Gustl Lex hatte eine Auswahl von Texten aus Bayern mitgebracht. (Foto: Grabmüller)

Draußen Herbst und drinnen Literatur – das kennzeichnet die kleine, feine Veranstaltungsreihe der Grassauer Bücherei. Den vierten und letzten Abend im »Literarischen Herbst 2016« gestaltete Gustl Lex. Thema der Reihe war »Literatur – gefällt mir oder gefällt mir nicht«. Gustl Lex wählte »Gefällt mir«, und die Zuhörenden stimmten ihm mit konzentrierter Aufmerksamkeit sowie mit herzhaftem Lachen zu.


Der Literatur- und Geschichtskenner, Mundartdichter und hervorragende Vorleser aus Grabenstätt war in seinem Element. Aus der Vielzahl literarischer Texte aus Bayern hatte Lex eine geschickte Auswahl mitgebracht. Sie reichte von bekannten Autorinnen und Autoren wie Lena Christ, Ludwig Thoma, Oskar Maria Graf, Sigi Sommer und Georg Lohmeyer bis hin zu eher unbekannten Mundartschreibern aus Ost- und Südbayern wie Paul Urlberger, Franz Schrönghamer-Heimdal, Paul Höferlein und Gottfried Glechner, die sich ebenso verständnis- wie humorvoll ungewöhnlicher Themen widmeten: mit Geschichten vom »Topfenknedl« im Expresszug, von den »Würscht mit Sempf« oder in »Reiß’ mer oan obe …« von zwei Zither spielenden Brüdern, denen nur ein Klarinette spielender Boandlkramer den Garaus machen konnte.

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Den Abend beschloss Lex mit einem frühen Kapitel seiner eigenen Lebensgeschichte, nämlich seiner Taufe »mit Hindernissen«, die 1954 vor sich ging. Der Autor ließ im Text nebenbei auch Zeitgeschichte lebendig werden und schilderte, dass ein Bauer seine einzige Kuh nur mit dem Heu vom Autobahn-Mittelstreifen ernähren konnte, den er zwischen Winkl und Tiroler Achen gepachtet hatte, und wie bescheiden damals eine Taufe möglichst bald nach der Geburt gefeiert wurde. Erstaunliches und Erheiterndes in Mundart bot der kurzweilige Abend allen Anwesenden, egal ob Einheimischen oder »Zuagroasten«. ugr

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