Gedenktafel des Kriegsgefallenen Franz Wörgötter restauriert

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Stefan (l.) und Franz Wörgötter sind die Enkel des Kriegsgefallenen Franz Wörgötter. Beide freuen sich, dass ein Keramikmedaillon in die restaurierte Gedenktafel integriert wurde. (Fotos: Patrick Vietze)
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Die verblasste Schrift wurde erneuert.

Berchtesgaden – Die Gedenktafel des Kriegsgefallenen Franz Wörgötter ist kürzlich im Alten Friedhof restauriert worden. Sie hatte sich im Frühjahr von der Mauer gelöst. Handwerker haben die verblasste Schrift erneuert. Zudem integrierten sie ein neues Keramikmedaillon des Gefallenen in die Gedenktafel. Darüber freuen sich besonders die Nachfahren des Gefallenen, Franz und Stefan Wörgötter.


Beide wussten bislang nicht, wie ihr Großvater damals ausgesehen hatte. Christoph Karbacher, der die Tafel restaurieren ließ, fand aber im Gemeindearchiv in Bischofswiesen ein Foto des Kriegsgefallenen. Es ließ das Bild als Keramikmedaillon anfertigen.

Über Karbachers Fund ist Stefan Wörgötter glücklich: »Endlich haben wir ein Bild vom Großvater. Das ist das erste Mal, dass ich ihn sehe.« Dem schloss sich Franz Wörgötter an. Er hat zwar ein Foto, auf dem vier Soldaten abgebildet sind, darunter auch sein Großvater. Er konnte ihn aber nicht zuordnen. »Inzwischen kann ich das. Ich finde es toll. Bis dahin konnte ich mir meinen Großvater nur aus Erzählungen vorstellen«, sagt Franz Wörgötter.

Beiden Enkelkindern wurde erzählt, dass Bahnarbeiter Franz Wörgötter aus Winkl seinen Wehrdienst von 1905 bis 1907 geleistet hatte. Am 5. August 1914 rückte er zum Reserve-Infanterie-Regiment ein. Noch im selben Monat kämpfte Wörgötter in der Schlacht von Lothringen und anschließend bei Nancy. Es folgten Stellungskämpfe in Flandern, in Arras, im Artois und an der Somme. 1917 kam er erneut nach Arras.

Dort sollte die Frühjahrsschlacht am 2. April beginnen und länger andauern. Wörgötter war aber nach einem schweren Artillerieangriff plötzlich verschwunden. Nach Aussage des Kompanieführers wurde er für gefallen erklärt. Seitdem ruht der Soldat in einem Massengrab bei Arras. Noch heute werden bei der Bergmesse der Winkler Weihnachtsschützen auf dem Karkopf die Namen der Gefallenen vorgelesen – darunter auch der von Franz Wörgötter. Die Unkosten für die Restaurierung teilen sich ein Nachfahre des Gefallenen, die Gemeinde Bischofswiesen und der Friedhofsverband.

Patrick Vietze