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Die 71. Gedenkmesse für die Opfer der beiden Weltkriege auf der Kampenwand wurde heuer von der Stadt Traunstein ausgerichtet. (Foto: Rehberg)

Gedenkmesse für die Opfer der beiden Weltkriege: Stadt Traunstein war Gastgeber auf der Kampenwand

81 Fahnenabordnungen aus den Reihen der Veteranen- und Soldatenkameradschaften in den Landkreisen Traunstein und Rosenheim prägten das Bild bei der 71. Gedenkmesse für die Opfer der beiden Weltkriege auf der Kampenwand (wir berichteten). Ausgerichtet wurde sie heuer zum dritten Mal nach 1965 und 1997 von der Stadt Traunstein. Federführend bei der Organisation waren die Krieger- und Soldatenkameradschaften von Haslach und Kammer gemeinsam mit den Gemeinden Aschau und Höslwang. 


Traunsteins dritter Bürgermeister Josef Kaiser betonte, dass es für ihn eine große Ehre sei, in Vertretung von Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer, der im Urlaub ist, das Grußwort zu sprechen. In seinen weiteren Ausführungen ging Kaiser auf das Wort Jesu »Selig sind, die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder heißen« ein und sagte: »Leider sind die Friedensstifter in diesen unruhigen Zeiten in der Minderzahl. Doch Frieden war und ist keine Selbstverständlichkeit, was gerade die aktuellen Bilder und Berichte aus der Ukraine zeigen. Deswegen ist und bleibt dieGedenkmesse zu Ehren der Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege wichtiger denn je. Schließlich bedeutet erinnern und gedenken, dass wir nicht vergessen«.

Zelebrant des Gottesdiensts auf der Kampenwand war Michael Mannhardt, Dekan des Dekanats Miesbach und Leiter der Pfarrverbände Hausham und Miesbach. Der gebürtige Traunsteiner erinnerte an die Entstehung des größten eisernen Gipfelkreuzes in den Bayerischen Alpen, errichtet von Kriegsheimkehrern aus der Gemeinde Höslwang. Das zwölf Meter hohe Chiemgaukreuz wurde von Männern um Franz Schaffner und Josef Hell aus den Gemeinden Höslwang und Aschau i. Chiemgau erstellt und am 26. August 1951 feierlich eingeweiht. »Die Männer haben mit ihrer Leidenschaft, mit ihrem Durchhaltevermögen und mit ihrer starken, im christlichen Glauben verankerten Kraft buchstäblich Berge versetzt – und damit im Chiemgau ein beeindruckendes Mahnmal für den Frieden geschaffen«, sagte Mannhardt.

Bei der Kranzniederlegung sprachen die Vorsitzenden der KSK Kammer und Haslach. »Seit 77 Jahren dürfen wir in Frieden leben, hören wir auf die letzten Zeitzeugen, die von den Gräueltaten berichten können, hören wir ihnen zu, dass diese schrecklichen Taten nicht mehr wiederkehren dürfen«, sagte Robert Maier aus Kammer. Und Simon Schreiber aus Haslach betonte: »In diesem Moment, an dem wir im paradiesischen Chiemgau auf der Kampenwand stehen dürfen, gibt es weltweit 29 Kriege, sieben davon sind bewaffnete Kriege. In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten waren wir nur bedingt betroffen, denn diese Auseinandersetzungen fanden in Südamerika, Afrika oder Indien in weiter Ferne statt.« Aber mit den Konflikten im Irak, Syrien und Afghanistan und spätestens mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine sei der Krieg buchstäblich vor der Haustüre. »Einschränkungen sind spürbar und machen Sorgen«, betonte Schreiber.

Die Kranzniederlegung als äußeres Zeichen der Trauer und der Verbundenheit mit den Toten erfolgte durch Pius Graf, dem Obmann der Soldaten- und Veteranen-Interessengemeinschaft Rosenheim sowie durch Anton Linner, dem zweiten Gauvorstand des Chiem- und Rupertigaus.

Unter den 81 Fahnenabordnungen der Veteranenvereine aus den Landkreisen Traunstein und Rosenheim waren auch 15 Abordnungen aus den Traunsteiner Stadtvereinen. Zu den Ehrengästen gehörten unter anderen Rosenheims Landrat Otto Lederer, Oberbayerns Bezirksrat Sebastian Friesinger, zahlreiche Bürgermeister, mehrere hohe Offiziere der Bundeswehr aus Südostober-bayern, Georg Westner als Vertreter vom Vorstand des Bayerischen Trachtenverbands, Heinrich Rehberg als Bezirksvorsitzender des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge sowie Michael Huber als Gauvorstand des Chiemgau-Alpenverbands für Tracht und Sitte. Die Gestaltung der Gedenkmesse übernahmen die Stadtkapelle Traunstein, die Aschauer Alphornbläser und mit einem Ehrensalut die Gebirgsschützenkompanie Aschau unter dem Kommando von Hauptmann Hubert Stein.