Gästekartenrabatt wird reduziert: Urlauber erhalten nur noch 25 Prozent Rabatt

Gästekartenrabatt wird reduziert: Urlauber erhalten nur noch 25 Prozent Rabatt
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Einen Rabatt auf Parkscheine erhalten Gästekarteninhaber weiterhin, allerdings wird dieser auf 25 Prozent gesenkt. (Foto: Lena Klein)

Ramsau – Gerade in den Sommermonaten werden die Touristen-Hotspots wie Wimbachbrücke oder Hintersee überrannt. Das führt schon seit Jahren zu Problemen, vor allem was das Parken angeht. Die Ramsauer Gemeinderäte und allen voran der Arbeitskreis Mobilität haben es sich deshalb zum Ziel gesetzt, Strategien zu erarbeiten, um eine Entzerrung des ruhenden und fließenden Verkehrs herbeizuführen. Nach der jüngsten Sitzung des Gemeinderats am Dienstagabend dürften die Initiatoren einen Schritt weiter sein, denn die Gemeinderäte stimmten unisono für eine Änderung der Parkgebührenverordnung dahingehend, dass das Parken für Urlauber mit Gästekarte nun teurer wird.


Hintergrund ist, dass Urlauber, die für ihren Aufenthalt im Talkessel eine Gästekarte erhalten, nicht nur kostenlos den ÖPNV nutzen können, sondern auch verbilligt auf Wander- und Ausflugsparkplätzen parken dürfen. »Das ist ein Widerspruch, denn wenn ich einerseits den ÖPNV stärken will und Urlauber deshalb kostenlos Bus fahren dürfen, sollten andererseits keine hohen Rabatte für das Parken mit dem Auto gewährt werden«, sagte Bürgermeister Herbert Gschoßmann. Bisher gab es eine Vergünstigung von rund 50 Prozent für Gästekarteninhaber, diese wird nun auf 25 Prozent gesenkt. Konkret bedeutet das, dass Autofahrer für bis zu vier Stunden Parkzeit 4 Euro bezahlen müssen, für über vier Stunden 6 Euro. Wohnmobilfahrer zahlen dann 6 (vier Stunden) beziehungsweise 9 Euro (über vier Stunden). Für Mehrtageskarten wird kein Rabatt gewährt. Zudem wird das Parken für Wohnmobile auf den Parkplätzen Neuhausenbrücke sowie Hintersee Westufer generell verboten.

Mit in den Beschluss aufgenommen haben die Räte auch eine Empfehlung über die »Attraktivierung der Buslinie 845«. In diesem Rahmen soll auch geprüft werden, ob außen liegende Parkplätze als Auffangparkplätze genutzt werden können. In Betracht gezogen wird dafür der Parkplatz am Wachterl.

»Dieser Schritt ist absolut richtig«, sagte Dr. Mathias Irlinger (FWG). Einer Überbelegung der Parkplätze müsse man entgegenwirken und dies könne durch ein gutes ÖPNV-Angebot erreicht werden. Er dankte auch seiner Gemeinderatskollegin Birgit Gschoßmann (CSU) dafür, dass sie sich für die Buslinie 845 eingesetzt habe und diese ein Erfolg sei. Langfristiges Ziel müsse aber sein, den ÖPNV für alle kostenlos anbieten zu können. Zweiter Bürgermeister Rudi Fendt (FWG) schloss sich dem Dank an und gab bekannt, dass man bereits in Gesprächen sei, ob man die Linie nicht auch noch auf andere Gemeinden ausweiten könne. Er sieht die Stärkung des ÖPNV vor allem auch als einen Beitrag zu dem Projekt »Aufbruch in die neuen 20er«, das Bürgermeister Hannes Rasp aus Schönau am Königssee initiiert hat. Birgit Gschoßmann freute sich über die Dankesworte, sagte aber auch, dass es nicht nur ihr Verdienst sei. »Es wäre schön, wenn wir Lücken im Liniennetz schließen könnten.«

Richard Graßl (CSU) begrüßt zwar den Beschluss, allerdings wies er auch darauf hin, dass es noch einige andere Problemfelder gebe, die teilweise nicht durch die Gemeinde gelöst werden könnten. »Das ist Aufgabe der höheren Stellen, denn es kann nicht sein, das immer erst etwas passieren muss, bis beispielsweise Parkverbote ausgesprochen werden können.«

Richard Maltan (CSU) sprach sich für eine bessere Abstimmung zwischen Bus und Bahn aus. Außerdem sollte die Gemeinde prüfen, wo Auffangparkplätze in Frage kämen. »Diese könnte man zu günstigeren Konditionen anbieten.«

Hannes Grill (FWG) sagte: »Wir dürfen aber auch die Einheimischen und Tagesausflügler nicht vergessen, sie können nicht so günstig Bus fahren.«

Zum Schluss stand nur noch zur Diskussion, ab wann die neuen Gebühren erhoben werden sollen. Zunächst war der 1. Januar angedacht, doch dieser fällt noch in die Weihnachtsferien und Urlauber sollen nicht von dem einen auf den anderen Tag mit höheren Kosten konfrontiert werden. Die Räte einigten sich deshalb auf den 10. Januar.

Lena Klein