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Furioses Klavierspiel und betörender Gesang

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Friederike Duetsch (von links), Maria Bittel und Beatrice von Kutzschenbach haben die neue Konzertreihe eindrucksvoll eröffnet. (Foto: Heel)

Einen vielversprechenden Auftakt zu den »Traunsteiner Sonntagskonzerten« bildete im voll besetzten Saal des Kulturzentrums das Konzert »Ein Amerikaner in Paris« mit klassischer Unterhaltungsmusik von Samuel Barber, Francis Poulenc, Darius Milhaud, Leonard Bernstein und George Gershwin, präsentiert von Maria Bittel und Beatrice von Kutzschenbach (vierhändig am Klavier) und Friederike Duetsch (Gesang).


Musiklehrer seien auch ausgebildete Künstler, die eine gute Bühne bräuchten, hatte der Leiter der Traunsteiner Musikschule Georg Holzner vor dem Konzert erklärt. Aus diesem Grund werde es künftig die »Traunsteiner Sonntagskonzerte« geben, bei denen Musiklehrer ganz besondere Stücke zur Aufführung bringen.

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Maria Bittel und Beatrice von Kutzschenbach starteten mit Samuel Barbers (1910 bis 1981) Ballet-Suite »Souvenirs«, 1952 komponiert und bestehend aus sechs Stücken. Leichte Tänze, die auf Szenen oder Orte in New York verweisen, wo der Komponist sich 1914 aufgehalten hat, interpretierten die beiden Pianistinnen elegant, farbig und humorvoll.

Friederike Duetsch begeisterte zunächst mit zwei Werken des französischen Pianisten und Komponisten Francis Poulenc (1899 bis 1963), eines wichtigen Mittlers zwischen den Klangwelten der Spätromantik und der melodischen Moderne. Die Texte der zwei eindrucksvoll vorgetragenen Lieder »Hotel« und »Les chemins de l’amour« stammten dabei von Guillaume Apollinaire und Jean Anouilh.

Danach widmete sich Duetsch mit Darius Milhaud (1892 bis 1974) einem weiteren französischen Komponisten, der im Paris der 1920er Jahre angetreten war, die französische Musik zu erneuern. Seine drei »Chansons de négresse« (Text: Jules Supervielle), die vom Schicksal einer nach Venezuela verschleppten afrikanischen Sklavin erzählen, wurden von Duetsch einfühlsam und prägnant dargeboten. Ebenfalls von Darius Milhaud stammte die nachfolgende Suite für zwei Klaviere, »Scaramouche«, bei der diese Prahlhans-Figur der Commedia dell’Arte musikalisch nachgezeichnet und mit brasilianischen Rhythmen angereichert wurde.

Mit Leonard Bernsteins (1918 bis 1990) »I hate music (but I like to sing)«, einem so witzigen wie humorvollen Zyklus von fünf »Kinderliedern«, in denen ein naiv-natürliches Mädchen völlig ungehemmt seine Gefühle wiedergibt, überzeugte Duetsch erneut, bevor mit George Gershwins (1898 bis 1937) »Ein Amerikaner in Paris«, der grandiosen musikalischen Beschreibung der lauten und geschäftigen Stadt Paris, das Konzert in die Endrunde ging.

Bittel und von Kutzschenbach präsentierten dabei eine gekürzte Fassung für zwei Klaviere, von Duetsch betörend ergänzt mit drei Songs, die auch im gleichnamigen Film vorkommen: »I got rhythm«, »I'll build a stairway to paradise« und »'S wonderful«.

Friederike Duetsch, Maria Bittel und Beatrice von Kutzschenbach präsentieren ihr Programm auch am Sonntag, 22. Oktober, ab 11 Uhr im Haus Sawallisch in Grassau. Karten gibt es in den Tourist-Infos Grassau & Rottau sowie bei allen VVK-Stellen von Ticket Scharf und im Internet unter www.ticketscharf.de Wolfgang Schweiger