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Für zehn Cent pro Stunde den Stadtpark besser beleuchten

Traunstein. Seltsame Blüten treibt bisweilen das Streben mancher Kommunalpolitiker, Energie einzusparen. So entspann sich zuletzt im Stadtrat eine leidenschaftliche Debatte um das Beleuchtungskonzept für den Traunsteiner Stadtpark. Ist es in Zeiten, in denen alle Welt vom Energiesparen spricht, sinnvoll, die Kriegergedächtniskirche und den Obelisken anzustrahlen? Am Ende der Diskussion stellte sich heraus, welche Energieeinsparung man erzielen würde, wenn man auf die Beleuchtung verzichten würde: etwa zehn Cent pro Stunde.

Das Konzept sieht vor, dass die Parkfläche mit sogenannten Altstadtlaternen ausgestattet werden soll. Dieser Laternentyp steht auch an den Straßen der Umgebung. Geplant ist nun, die Wege im nördlichen Teil des Parks zu beleuchten, den Brunnen, die Kriegergedächtniskirche und den Obelisken sowie geeignete Bäume anzustrahlen.

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Ausgelöst hatte die Diskussion Thomas Graf, der sich nach dem Energieverbrauch erkundigte. Oberbürgermeister Manfred Kösterke hielt dagegen und zählte die Vorteile auf: Sicherheit und Ordnung, Imagepflege, Verbesserung des Stadtbildes. Und er wies auf die Konsequenz hin: »Wir können auch alles Licht ausschalten. Das wäre die ideale Energieeinsparung.«

Wilfried Schott stellte daraufhin die Frage, ob es richtig sei, Häuser anzustrahlen. Er wollte wissen, ob man den Bund Naturschutz zu dem Thema befragt habe und was dieser dazu sagt. Sein Fazit: die Entscheidung zurückstellen und eine Stellungnahme des Bundes Naturschutz einholen.

Stadtrat Josef Kaiser machte klar, worüber hier diskutiert werde: Eine LED-Birne verbraucht 6,5 Watt Strom pro Stunde. Für den ganzen Park bedeute das einen Verbrauch von 385 Watt pro Stunde. Die Kosten dafür betragen, wie Wolfgang Osenstätter flugs umrechnete, etwa 10 Cent. Wilfried Schott hatte auch das Wohl von Motten und anderen nachtaktiven Insekten im Auge und die Befürchtung geäußert, sie könnten durch die Hitze der Strahler Schaden nehmen, wenn sie diese ansteuern. Auch bezüglich dieser Frage konnte Josef Kaiser aufklären: »LED-Leuchten haben keine Temperatur.«

Beschlossen wurde, die »Energieverschwendung« täglich um 23 Uhr zu beenden und die Lichter auszuschalten, die Kirche und Obelisk anstrahlen. Dennoch blieben die Ratsmitglieder von Traunsteiner Liste und Grünen konsequent und stimmten gegen das Beleuchtungskonzept – zehn Cent pro Stunde hin oder her... -K.O.-