weather-image
25°

Fünf Versprechen für die Freiheit

0.0
0.0
Politiker Carles Puigdemont
Bildtext einblenden
Der Politiker Carles Puigdemont durfte das Gefängnis erst mal wieder verlassen. Foto: Carsten Rehder/dpa Foto: dpa

Jemand soll ein Verbrechen begangen haben. Er wird festgenommen und kommt ins Gefängnis. Doch solange die Schuld nicht bewiesen ist, gelten Verdächtige als unschuldig. Oft kommen sie deshalb zumindest erst mal wieder frei. Dafür müssen sie jedoch bestimmte Sachen versprechen.


In der komplizierten Sprache der Gerichte heißen solche Versprechen Auflagen. So etwas gebe es häufig, erklärt ein Fachmann. Es gibt aber auch Ausnahmen. Zum Beispiel, wenn der Verdächtige etwas vertuschen könnte oder für andere gefährlich werden könnte. Dann müsste derjenige erst mal im Gefängnis bleiben.

Anzeige

Ein Politiker aus Spanien musste gleich fünf Versprechen abgeben. Der Mann heißt Carles Puigdemont. Er will, dass die spanische Region Katalonien ein eigener Staat wird. Die spanische Regierung ist dagegen. Sie wirft ihm vor, gegen Gesetze verstoßen zu haben.

Vor Kurzem war Carles Puigdemont auf einer Reise durch Deutschland festgenommen worden. Am Freitag durfte er dank der Versprechen erst mal in die Freiheit.

Sein erstes Versprechen ist wie ein Pfand. Er hat dem deutschen Staat 75 000 Euro gegeben. Das ist viel Geld, dafür könnte man etwa ein teures Auto kaufen. Wenn er sich an die Regeln hält, bekommt er das Geld zurück. So ein Pfand nennt man Kaution.

Zweitens: Der Politiker muss in Deutschland bleiben. Drittens muss er immer Bescheid sagen, wo er gerade wohnt. Nummer vier: Carles Puigdemont muss einmal in der Woche bei der Polizei der Stadt Neumünster im Norden von Deutschland erscheinen. Nummer fünf: Er muss kommen, wenn ein Gericht ihn herruft.

Fünf Auflagen sind ganz schön viel. Es könnten aber sogar noch mehr sein, sagt ein anderer Experte. Gerichte können zum Beispiel anordnen, dass jemand seine Wohnung nur verlassen darf, wenn jemand anderes dabei ist.