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Freudige, überraschende, dramatische, tragische Ereignisse

Traunstein. »Freudige, überraschende, dramatische und tragische Ereignisse« prägten das Jahr 2013 nach Worten von Landrat Hermann Steinmaßl in der Weihnachtssitzung des Kreistages. Er beleuchtete Höhepunkte im Weltgeschehen wie im Landkreis. Steinmaßl schlug den Bogen vom Supertaifun auf den Philippinen bis zum Juni-Jahrhunderthochwasser. Dabei lobte er den »enormen Einsatz der ehrenamtlichen Rettungskräfte«. Tausende ehrenamtliche Helfer setzten sich unermüdlich für die Bürger, für deren Hab und Gut ein. »Unsere freiwilligen Helfer sind ehrenamtlich im Status, aber professionell im Handeln.«

Das Ehrenamt sei »Zahnrad einer funktionierenden Gesellschaft«. Rund 1650 Vereine und Organisationen leisteten im Landkreis wertvolle Arbeit. Ehrenamtliche Tätigkeit sei eine unverzichtbare, tragende Stütze der Gesellschaft, stärke Eigenständigkeit, Initiativkraft, Pioniergeist und Verantwortung. Die »Freiwilligenagentur« sei seit 2011 ein weiterer Baustein, »Menschen, die sich einsetzen wollen, und Orte, wo sie gebraucht werden«, zusammenzubringen.

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Drittes Hochwasser in der Amtszeit des Landrats

Der Landrat erinnerte an die Initiative »Jedes Kind in einen Verein« vom Frühjahr 2013. Ein Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung sei die »Ehrenamtskarte«, die bereits 310 Bürger bekamen als »kleines Vergelt’s Gott«.

Zum Thema Hochwasser, dem dritten seit seinem Amtsbeginn 2002, verwies Steinmaßl auf die in den letzten Jahren deutlich verbesserten Schutzmaßnahmen: »Ohne sie wäre der Schaden nachweislich immens höher gewesen.« Dem Landkreis Traunstein seien zusätzlich 400 000 Euro Aufbauhilfe, für die noch Anträge möglich seien, bewilligt worden. Enorm groß sei die Spendenbereitschaft der Bevölkerung gewesen: »An besonders stark Betroffene konnten wir 328 000 Euro auszahlen.« Mit Blick auf weitere Hochwasserschutzmaßnahmen habe er zu einer »Hochwasserschutzkonferenz« mit bayerischen wie österreichischen Vertretern aus Politik, Behörden und Landwirtschaft eingeladen. Gemeinsam wolle man die länderübergreifende Zusammenarbeit, auch im Katastrophenschutz, weiter ausbauen.

In seiner Rede rief Steinmaßl Papst Benedikt XVI. und dessen Rücktritt in Erinnerung. Bei der letzten Generalaudienz am 27. Februar habe die Stadtkapelle Traunstein die »weltweit meist beachtete Bayern-Hymne aller Zeiten« gespielt. In der Kreispolitik sei der Jahresstart 2013 kurios verlaufen – mit einem dubiösen Fund: »Der Goldkessel vom Chiemsee tauchte wieder auf.« Der Kreisausschuss habe einstimmig entschieden, im Fall einer Versteigerung »nicht zu bieten und nicht zu kaufen«.

Steinmaßl: Urbanisierung Paroli bieten

Im Bereich »Wirtschaft« könne der Landkreis mit einer Arbeitslosenquote von 3,1 Prozent glücklich sein. Man wolle der weiteren Urbanisierung Paroli bieten. Von dem positiven Wirtschaftsumfeld profitierten über 8500 mittelständische Firmen und fast 4000 Handwerksbetriebe. Für Absolventen aller Schultypen gebe es gute Ausbildungschancen, fuhr der Landrat fort.

Auch auf den Bürgerentscheid über eine Olympiabewerbung für 2022 ging Hermann Steinmaßl ein. Die Spiele wären »eine einmalige Chance« gewesen. Das Ergebnis mit 59,67 Prozent Ablehnung sei »eine Niederlage für unsere hervorragenden Sportstätten und Persönlichkeiten des Sports« gewesen. Den erfolgreichen Sportlern hätte er »Olympia dahoam« von Herzen gegönnt.

Viele weitere Themen streifte der Landrat – vom »Kochbuch« der Bürgermeisterfrauen über die »Oberbayerischen Kulturtage« bis zum »besorgniserregenden Betriebsergebnis« der Kreiskliniken, von der neuen »Gesundheitskonferenz« über das Programm »Bildung und Infrastruktur« bis zu erneuerbaren Energien.

Dank und gute Wünsche richtete Steinmaßl an viele Adressen. Lobesworte für die eigene Arbeit und vor allem sein »soziales Engagement« bekam er zurück von seinem Stellvertreter Josef Konhäuser wie auch von Franz Parzinger als Kreisvorsitzendem des Gemeindetages. kd