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Frankfurt-Schreck: Dortmund feiert Aubameyang

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Pierre-Emerick Aubameyang macht gegen Frankfurt was er will. Foto: Jonas Güttler Foto: dpa

Dortmund (dpa) - Pfeilschnell, treffsicher und neuerdings sogar mannschaftsdienlich - Pierre-Emerick Aubameyang wird mehr und mehr zum Dortmunder Erfolgsgaranten. Als der 14 Millionen Euro teure Neuzugang in der 71. Minute ausgewechselt wurde, erhoben sich die Zuschauer von ihren Sitzen.


Wie schon beim Pokalsieg (1:0) in Frankfurt traf Aubameyang auch beim 4:0 (2:0) im Bundesliga-Spiel gegen die Hessen - diesmal gleich doppelt. Schelmisch grinsend kommentierte der Eintracht-Schreck seinen derzeitigen Höhenflug: »Das war eine tolle Woche für mich. Ich bin auf gutem Weg, mich ständig zu verbessern.«

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Mit seinen Saisontreffern 12 und 13 (10./21. Minute) befreite er die Borussia nach zuvor vier sieglosen Partien im Signal Iduna Park von ihrem Heimfluch. Doch nicht nur wegen seiner Tore ist Aubameyang in der Gunst der Fans gestiegen. Anders als noch vor Wochen hat der charismatische Angreifer mittlerweile die Notwendigkeit erkannt, sich intensiv an der Defensivarbeit zu beteiligen. Die Lektionen von Fußball-Lehrer Jürgen Klopp zeigen Wirkung: »Wir haben in den letzten Wochen sehr viel an der Taktiktafel gearbeitet, der Trainerstab hat mir viel erklärt.«

Das aus Aubameyang und Robert Lewandowski bestehende Dortmunder Torjäger-Duo sucht in der Bundesliga seinesgleichen. Bereits 27 Treffer gehen auf das Konto der kongenialen Mitstreiter. »Zusammen sind wir uneinholbar. Es ist gut, dass Auba auch so viele Tore schießt - für mich und die Mannschaft«, schwärmte Lewandowski, der per Foulelfmeter (47.) zum 3:0 traf.

Es passte ins Bild von einem nahezu perfekten BVB-Nachmittag, dass auch Neuzugang Milos Jojic stürmisch gefeiert wurde. Dem Zwei-Millionen-Euro-Wintertransfer von Partizan Belgrad gelang ein Traumeinstand. Nur 17 Sekunden nach seiner Einwechslung in der 68. Minute erzielte er mit seinem ersten Ballkontakt ein Tor. Schneller war noch kein Bundesliga-Debütant. Klopp vermied dennoch ein Extralob - genau wie für Aubameyang: »Ich mag es nicht, wenn ich Jungs vorstellen soll, die vorher ein Tor gemacht habe.«

Mehr noch als beim 1:0 im Pokal-Viertelfinale in Frankfurt dominierte der BVB die Partie. Das Tief aus dem Dezember, in dem kein Bundesliga-Sieg gelang, scheint überwunden.

Allerdings spielte es dem BVB in die Karten, dass Gäste-Coach Armin Veh mit Blick auf das anstehende Keller-Duell mit Bremen diesmal auf Stammkräfte wie Carlos Zambrano und Sebastian Rode verzichtete. Mit ähnlicher Taktik war er bereits vor zwei Wochen in das Spiel beim Tabellenführer FC Bayern (0:5) gegangen. »In der Bundesliga gibt es eine zu große Kluft zwischen einigen Spitzenclubs und den Teams, die um den Klassenverbleib kämpfen«, begründete Veh die Maßnahme. »Ich muss mich darum kümmern, dass wir unser Ziel erreichen und in der Liga bleiben.«

Seine »B-Elf« war dem Druck und der Konterstärke der Borussia nicht gewachsen. Das bereitete Veh jedoch wenig Kopfzerbrechen. Schon kurz nach dem Abpfiff nahm er die Partie gegen Werder ins Visier: »Es ist wichtig, solche Spiele zu Hause zu gewinnen.«

So stand dem 111. Bundesliga-Sieg von Trainer Klopp mit dem BVB nichts mehr im Wege. Damit zog er mit dem bisher erfolgreichsten Vereinscoach Ottmar Hitzfeld gleich. Klopp kommentierte die Marke in der für ihn typischen Manier: »Das konnte nur gelingen, weil der BVB ein großartiger Verein ist. Ottmar hat die Dinger auch nicht selber reingeschossen.«