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Frankfurter trotzen auch Meister BVB Punkt ab

Eintracht Frankfurt - Borussia Dortmund
Die Frankfurter Spieler jubeln mit dem Torschützen Inui (r) über den Anschlusstreffer zum 2:2. Foto: Fredrik von Erichsen Foto: dpa

Frankfurt/Main (dpa) - Das Frankfurter Fußball-Wunder geht weiter. In einem tollen Offensivspektakel bewiesen die hessischen Überflieger am Dienstag auch beim 3:3 (0:2) gegen Borussia Dortmund große Moral und brachten den deutschen Meister an den Rand einer Niederlage.


Tore von Stefan Aigner (49. Minute), Takashi Inui (51.) und Anderson (73.) sicherten dem mit vier Siegen gestarteten Aufsteiger auch gegen den BVB einen hochverdienten Punkt.

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Dabei schienen Lukasz Piszczek (24.), Marco Reus (28.) und Mario Götze (53.) den Titelverteidiger vor 51 500 Zuschauern in der ausverkauften Arena schon auf die Siegerstraße gebracht zu haben. Während die Eintracht erster Verfolger von Tabellenführer Bayern München bleibt, verloren die Westfalen weiteren Boden auf die Spitze und offenbarten einmal mehr Defensivprobleme.

«Wir haben uns in der zweiten Halbzeit überrennen lassen und unnötige Gegentore gefressen. Es war ein Spiel, das rauf und runter ging, aber wir mussten es einfach gewinnen», bilanzierte BVB-Kapitän Sebastian Kehl. Auch Nationalspieler Marcel Schmelzer rätselte über die ersten Minuten nach der Halbzeit: «Ich weiß nicht, was nach der Pause bei uns passiert ist. Aber so geht es nicht!»

Beim Aufsteiger herrschte dagegen eitel Sonnenschein. «Es war ein tolles Spiel. Wir sind körperlich topfit und dann gelingt es einer Mannschaft auch, so ein Spiel nach zu drehen», sagte Vereinsboss Heribert Bruchhagen stolz. Lob gab es auch vom Gegner. «Vom Umschaltspiel ist das das Beste, was ich je von einer Frankfurter Mannschaft gesehen habe», urteilte Dortmunds Coach Jürgen Klopp.

Das Gipfeltreffen des 5. Spieltags wurde den hohen Erwartungen vollauf gerecht. Nach dem 2:3-Schock beim Hamburger SV präsentierte sich Jürgen Klopps Elf beim Aufsteiger 45 Minuten lang wieder in meisterlicher Verfassung. Das mit Jakub Blaszczykowski für Mario Götze beginnende Team ließ Ball und Gegner laufen und bewies nach dem Doppelschlag der Hessen zum 2:2 Moral. Die Eintracht knüpfte nach der Pause an die Glanzvorstellungen aus den ersten vier Saisonspielen an und lieferte dem BVB einen offenen Schlagabtausch.

In der 24. Minute war Eintracht-Keeper Kevin Trapp bei Piszczeks Billardtor erstmals geschlagen. Der Schuss des Polen wurde von Bastian Oczipka und Anderson gleich doppelt und damit unhaltbar abgefälscht. Mit einem Rückpass auf Reus war Piszczek auch Vorbereiter des 0:2, das der Nationalstürmer mit trockenem Schuss aus 18 Metern erzielte. Dem hatten die Hessen erst einmal wenig entgegenzusetzen.

Nach Wiederbeginn wurde aus einem einseitigen Spiel aber ein echtes Spektakel. Binnen 90 Sekunden schafften die Gastgeber die Wende - und jeweils war der Japaner Inui entscheidend beteiligt. Zuerst legte er den Ball für Aigner auf, der aus 18 Metern sein drittes Saisontor erzielte. Beim nächsten Angriff revanchierte sich Aigner mit einer Musterflanke auf Inui, die dieser zum Ausgleich einköpfte. Ein von Anderson im Strafraum vertändelter Ball brachte den Westfalen jedoch die Führung zurück. Der für den angeschlagenen Reus gekommene Götze bedankte sich mit dem 2:3.

Doch die Eintracht zeigte sich kaum beeindruckt und drängte gegen eine alles andere als sicher wirkende Dortmunder Abwehr auf den abermaligen Ausgleich. Der gelang schließlich Anderson per Kopf nach Flanke von Oczipka. Damit verwandelte der Brasilianer das Stadion endgültig in ein Tollhaus.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 48,6 - 51,4

Torschüsse: 14 - 9

gew. Zweikämpfe in %: 48,6 - 51,4

Fouls: 13 - 15

Ecken: 6 - 4

Quelle: optasports.com