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Forstbetrieb fährt satten Gewinn ein

Berchtesgaden - Der Forstbetrieb Berchtesgaden hat das Geschäftsjahr 2012, das am 30. Juni zu Ende gegangen ist, mit einem historisch guten Gewinn abgeschlossen. Die vorläufigen Zahlen würden laut Forstleiter Dr. Daniel Müller auf ein Betriebsergebnis von über 2 Millionen Euro hindeuten.

»Geschafft haben wir das mit hohen Holzpreisen und Kosteneinsparungen«, so Müller. Allerdings sei der Fichteneinschlag etwas unterschritten und nachholend mehr Buche geschlagen worden. »Aber insgesamt haben wir unseren Hiebsatz eingehalten, das heißt wir haben auf einer nachhaltigen Basis ein sehr gutes Ergebnis eingefahren.« Und das ist die Maxime des Forstbetriebs: nur so viel einschlagen, dass der Wald der nachfolgenden Generationen in einem besseren Zustand übergeben wird. Nachfragen der heimischen Sägeindustrie nach zusätzlichen Holzmengen habe man aus diesem Grund abschlagen müssen.

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Ein weiterer Grund für die hervorragenden Zahlen im Geschäftsjahr 2012 sei die Auszahlung der Förderung durch den Freistaat Bayern für die Wiederherstellung der Röthelbachstraße. Der Weg von Baumgarten ins Lattengebirge war bei Murenabgängen vor zwei Jahren schwer in Mitleidenschaft gezogen worden und musste für rund 1,2 Millionen repariert werden. 800 000 Euro sind durch Zuschüsse gedeckt.

Auch für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Forstleiter mit einem positiven Abschluss, wenn auch nicht mit solch außergewöhnlich guten Zahlen wie heuer. »Wenn man mal auf dem Gipfel steht, dann geht's in alle Richtungen nur noch bergab.«

Die wirtschaftliche Unsicherheit liege auf dem Holzmarkt. Die Baukonjunktur in den Exportmärkten wie Spanien und Italien, wo ein Großteil des Schnittholzes hingeht, sei sehr gefährdet. »Bei uns in Bayern und Deutschland ist die Nachfrage noch groß. Das meiste Holz für dieses Geschäftsjahr haben wir vertraglich schon gebunden, das gibt uns eine gewisse Stabilität.«

Auch für den Ernstfall hat man vorgesorgt: Im Aufhamer Revier auf dem Weg Richtung Stoißer Alm wurde ein riesiger Nasslagerplatz errichtet. 10 000 Festmeter Holz können hier untergebracht werden. »Dadurch können wir beispielsweise nach einem Sturmereignis wie Kyrill Holz aus dem Markt nehmen und den Preis regulieren und gleichzeitig durch eine feuchte Lagerung die Qualität voll erhalten«, erklärt Daniel Müller. Die Bewässerung funktioniert mittels einer Schwerkraftanlage. Rund 30 Höhenmeter oberhalb des Platzes wird Wasser gefasst, durch Unterflurrohre an Hydranten weitergeleitet und von dort in Schläuchen weitergegeben. Die Methode sei nicht nur energiesparend, sondern auch ökologisch hochwertig und kostengünstig. Für zwei weitere Nasslagerplätze in der Adlgaß in Inzell und in Bischofswiesen lägen Baugenehmigungen bereits vor. Auch in die Walderschließung und die Ertüchtigung von Forstwegen wolle man heuer wieder einiges investieren, verspricht der Forstleiter.

Der Forstbetrieb Berchtesgaden erstreckt sich über den Berchtesgadener Land und das östlichen Chiemgau. Er umfasst 28 000 Hektar Gesamtfläche, wovon aber nur 22 500 Hektar Wald sind. Von der Fläche sind wiederum 60 Prozent Schutzwald, in dem nur zum Teil gewirtschaftet wird. kb