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Förderung wichtig für die Almbauern

Bezirksalmbauer Kaspar Stanggassinger dankte allen, die dem Tag seine festliche Note gaben, darunter auch die Musikkapelle Berchtesgaden und die Weihnachtsschützen. Sorge macht ihm, dass es in manchen Gemeinden nur noch einen Almbauern gibt. »Wenn die Preislage und die Förderung nicht stimmen, verlassen uns die jungen Leute«, warnte er. Entscheidend für die Zukunftschancen der kleinen Betriebe ist seiner Ansicht nach die ab 2015 geplante »Raufutterfressprämie« für die ersten zehn Kühe, für die noch ein einstimmiger Beschluss der Bundesländer nötig ist. Dem pflichtete später AVO-Vorsitzender Georg Mair bei: Diese neue Förderung sei umso wichtiger, als die Bauern durch höhere Energie- und Betriebskosten bei stagnierenden Einnahmen »an die Wand gedrückt« würden.

Mit einem Tanz zu den Klängen der kleinen Berchtesgadener Musikkapelle endete der Almbauernjahrtag.

Viel Lob für ihre Arbeit zur Erhaltung der Kulturlandschaft bekamen die Bauern von Marktbürgermeister Franz Rasp, der trotz seines 40. Geburtstags gekommen war, und Landrat Georg Grabner. Rasp hob hervor, dass eine gute planerische Weichenstellung im neuen Flächennutzungsplan verhindern soll, dass neu zugezogene Bürger alteingesessene Landwirte »wegklagen«. Grabner zeigte sich erfreut über die immer noch guten Auftriebszahlen und die gute Akzeptanz der Almakademie. Er sprach sich für eine »wolffreie Zone« in den Berchtesgadener Alpen aus: »Man kann einfach nicht die Zeit zurückdrehen«, stellte er klar.

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Georg Mair bedauerte, dass sich der Bau wichtiger Almwege durch Auseinandersetzungen mit Naturschützern oft jahrelang hinziehe, wie der nun erfolgte Bau von 300 Metern Weg zur Rappin-Alm in der Jachenau und von 500 Metern zur Moosen-Alm im Karwendel.

Das vor zwei Jahren abgeänderte Waldgesetz, das erst Weiden ab 40 Prozent Beschirmung als Wald definiert, begrüßte er wegen der neuen Rechtssicherheit und der besseren Chance, so die besonders artenreichen »Übergangsflächen« zu erhalten.

Alfons Leitenbacher, Leiter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) berichtete stolz, das Traunsteiner Amt sei in ganz Bayern für die meisten Bauern, nämlich rund 4 100, zuständig. Viel erwartet er sich von der im April 2013 in Berchtesgaden geplanten Agrarministerkonferenz. Er zitierte Bayerns Agrarminister Helmut Brunner, der kürzlich bei einem Fachgespräch der Arbeitsgemeinschaft Landwirtschaft der CSU in Traunstein war: »Es muss jeder Betrieb eine Zukunftschance haben, egal, wie viel Hektar er hat.« Um dies zu ermöglichen, sei es nach Ansicht des Ministers wichtig, dass Betriebe individuelle Wege mit mehreren Standbeinen gehen, dass regionale Qualitäts-Produkte durch Kennzeichnung gestärkt werden und dass die Ökoproduktion bis 2020 verdoppelt wird. Brunner stehe »voll hinter den Landwirten« und sehe deren Zukunft in den Themen Nahrung, Energie und Biodiversität (Vielfalt von Natur und Landschaft).

Als zusätzliches Standbein bietet sich laut Leitenbacher das neue Programm »Erlebnisbauernhof« an. Er bat darum, dass auch Betriebe im inneren Landkreis ihre Türen für Schulklassen öffnen. Schulungen dafür fänden am 5. Dezember und an einem weiteren Termin statt. Interessenten könnten sich am Landwirtschaftsamt melden.

Beim Bezirksalmbauerntag gab es außerdem eine ganze Reihe an Ehrungen. Michael Hinterstoißer bekam durch Bezirksalmbauer Kaspar Stanggassinger und seinen Stellvertreter Georg Lenz eine prachtvolle Fuikl zum Dank für sein langjähriges Engagement für die Almbauern überreicht: Seit 20 Jahren ist er Geschäftsführer des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern und schreibt seit zehn Jahren Beiträge für dessen Fachzeitschrift »Der Almbauer«.

Bei den Sennern und Sennerinnen wurden für 20 Jahre Katharina Leitner von der Fischunklalm und Josef Walch von der Büchsen- und Gotzenalm geehrt. Bereits 15 Almsommer fährt Gottfried Schnell auf die Stuben-, Gruben- und Guglalm. Urkunden gab es auch für vier Senner der Kallbrunnalm: Anderl Gruber für zwölf Sommer, Josef Leitner für zehn Sommer sowie Brigitte Meier und Katharina Grill für jeweils fünf Sommer.

Außerdem wurde Landwirt Franz Moderegger aus der Stanggaß mit seiner Frau Barbara geehrt, Almberechtigter auf der Gotzen- und Gotzentalalm, weil drei andere Bauern ihr Vieh bereits seit 30 oder 35 Jahren dorthin auftreiben. Diese erhielten ebenfalls Urkunden: für 30 Jahre Franz Hasenknopf aus Maria Gern und Johannes Auer aus Bischofswiesen sowie für stolze 35 Jahre Paul Fellner vom Anwesen Hinterkasten in Bischofswiesen. vm