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Fitnesskur für den Tennisclub Berchtesgaden

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Eine gute Stimmung herrschte beim Schnuppertennis am letzten Samstag trotz schlechten Wetters auf der Tennisanlage des TC Berchtesgaden. (Foto: Wechslinger)

Berchtesgaden – Auf mehreren Ebenen macht sich der Tennisclub Berchtesgaden (TCB) aktuell fit für die Zukunft. Bis Manuela Kurz bald den Vorstandsposten vom langjährigen TCB-Chef Andreas Seeholzer übernehmen wird, soll sich auch der finanzielle Spielraum des Vereins verbessert haben. Das ermöglicht der kürzlich von der Mitgliederversammlung beschlossene Grundstücksverkauf an die Marktgemeinde Berchtesgaden.


Mit sinkenden Beiträgen und Schnuppertagen wie am vergangenen Samstag auf der Tennisanlage Seimlerfeld will man auch die in den letzten Jahren arg gesunkene Mitgliederzahl wieder nach oben schrauben.

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Tage wie den vergangenen Samstag wünscht man sich öfter beim Tennisclub Berchtesgaden. Auch der noch amtierende TCB-Vorstand Andreas Seeholzer, seine designierte Nachfolgerin Manuela Kurz und Liegenschaftswart Richard Hinterseer beobachteten mit strahlenden Augen das Remmidemmi rund um das Clubhaus. Zwar war der Spielbetrieb aufgrund des schlechten Wetters nur teilweise möglich, doch das Interesse an den TCB-Angeboten war groß. Die Öffentlichkeitsarbeit braucht man auch beim TCB, denn zu viele Mitglieder sind in den letzten Jahren zu den Tennisfreunden Schönau am Königssee abgewandert, die mit deutlich niedrigeren Beiträgen locken. Über 500 Mitglieder hatte der TCB zu seinen besten Zeiten, aktuell sind es laut TCB-Homepage noch 223.

Seeholzer verspricht in Kürze eine massive Beitragssenkung, mit der man sich wieder einen Aufwärtstrend erhofft. Den finanziellen Spielraum für Beitragssenkungen schafft man sich beim TCB durch einen taktischen Schachzug. Man verkauft das Grundstück, auf dem sich die Tennisplätze und das Clubhaus befinden, zum amtlichen Schätzwert an die Marktgemeinde Berchtesgaden. »Für uns ist es ja vollkommen egal, wem das Grundstück gehört. Und durch den Verkauf wird Geld in unsere Kasse gespült, mit dem wir arbeiten können«, sagt Andreas Seeholzer, der den TC Berchtesgaden bereits seit über 18 Jahre auf Kurs hält. »Wir haben uns nie in einer finanziellen Schieflage befunden«, bekräftigt Seeholzer.

Parallel zum Grundstücksverkauf erhält der Club einen langfristigen Erbbau-Rechtsvertrag über 40 Jahre Festlaufzeit mit zweimal zehn Jahren Verlängerungsoption beziehungswiese einer Option auf eine jeweils jährliche Verlängerung. Dazu wird ein jährlicher Erbbauzins fällig. Mit dem Erlös aus dem Grundstücksverkauf kann der TC Berchtesgaden seine Restverpflichtungen bei der Sparkasse Berchtesgadener Land aus den Neubaukosten für die Tennisanlage (1999 und 2000) ablösen. Und es sollten noch ausreichend Mittel übrig bleiben, um in einiger Zeit die sechs Plätze sanieren zu können.

Die aktuellen Entwicklungen beim TCB erleichterten es Manuela Kurz, sich als Nachfolgerin für den mittlerweile 83-jährigen Andreas Seeholzer zu bewerben. Der lässt keinen Zweifel daran, dass er den Verein noch gerne weitergeführt hätte, wenn er ein paar Jahre jünger wäre. »Dann wäre die Bankschuld in absehbarer Zeit getilgt worden«, versichert er. Aber auch die aktuelle Entwicklung dürfte dem sportlichen Senior gefallen. Denn seinen Racket wird Andreas Seeholzer beim TCB freilich auch als »Austragler« mit voller Energie weiter schwingen. Christian Wechslinger