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»Figürliche« Charakterstudien

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»Die Denker« von Mia Böddecker wirken in der Herbstausstellung der ChiemArtGalerie wie ein eigenes kleines lustiges Völkchen. (Foto: Benekam)

In der jüngst eröffneten Herbstausstellung unter dem Motto »Kommunikativ-ellipsoid-alpin« in der ChiemArtGalerie Chieming sind noch bis zum 30. November Werke zweier Künstlerinnen zu bewundern: Figürliche Keramik von Mia Böddecker und Gemälde von Ilse Feiner.


Die Werke von Mia Böddecker sind wahre »figürliche« Charakterstudien und können in drei Themen aufgeteilt werden: multiple Persönlichkeiten, Kommunikation und »Die Denker«. Letztere sind eher klein – aber oho. Ihre Kunstwerke haben ihre eigene, für jeden Betrachter verständliche Sprache, die ankommt, die berührt und zugleich zum Nachdenken anregt. Die vielen kleinen »Denker« sind so unterschiedlich wie die Menschheit selbst, sind Helden des Alltags. Ein jeder lässt anhand Ausdruck und Haltung auf seinen Charakter schließen. Alle tragen eine Muschel auf dem Kopf – wie ein eigener unverwechselbarer Fingerabdruck. Ein eigenes kleines Volk, in dessen Betrachtung die Besucher der Galerie stundenlang versinken könnten.

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Mia Böddeckers Porzellan- und Keramikkunst ist in bester Gesellschaft mit den farbenprächtigen Gemälden von Ilse Feiner. Die erlesenen Kunstwerke der beiden Künstlerinnen sind ein Beispiel dafür, wie sehr Kunst sich gegenseitig zum Strahlen bringen kann.

Ilse Feiners Serie »Ellipoid« regt auf andere Art zum Denken und Fühlen an. Feiners geometrische Figuren-Ellipsen schaffen Chaos und zugleich Ordnung. Der Betrachter sucht und findet Anlehnung, Begrenzung und zugleich Weite, wobei die Farben nie ineinander verlaufen, sondern in kontrastreicher Abgrenzung die gegenseitige Wirkung verstärken – echte Hingucker, genau wie Mia Böddeckers Figürliche Keramik, die Themen auf wieder ganz andere Art, ähnliche Inhalte auf anderer Ebene, in anderer Sprache »kommunizieren«.

Ein spannender Spaziergang durch einen kunstvollen Raum, der ChiemArtGalerie, der eigentlich für soviel Kunst zu klein wäre, aber bei soviel Gefühl für Arrangement und Vergesellschaftung der schönen Dinge nie überladen wirkt.

Die Ausstellung ist noch bis zum 30. November zu sehen. Am 29. September können Interessierte bei einer Midissage (Bilder- und Figurenwechsel) selbst mit den Künstlerinnen ins Gespräch kommen. Nähere Informationen und Öffnungszeiten gibt es im Internet unter www.chiemart-galerie.de sowie per E-Mail unter info@chiemart-galerie.de. Kirsten Benekam