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Feuerwerker mit Feuereifer

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Beim Helferabend für das Seefest freute sich der Vorstand des WSV Königssee, Hannes Schneider (l.), auch über die Anwesenheit von Rodellegende Barbara Niedernhuber und des Feuerwerkers Franz Müller aus Palling. Foto: Anzeiger/cw

Bischofswiesen - In den »Aschauer Wirt« lud Hannes Schneider, Vorstand des WSV Königssee, am Freitag traditionell alle Helfer des letzten Seefestes zu einem gemütlichen Abend mit kulinarischen Schmankerln ein. Unter den Festgästen befand sich auch der Sprengmeister und Feuerwerker Franz Müller aus Palling. Die Heimatzeitung sprach mit dem Mann, der mit seinen Raketen Jahr für Jahr für Verzückung bei den Zuschauern am Königssee sorgt.


Wie sind Sie als Feuerwerker an den Königssee gekommen?

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Franz Müller: Ich komme von der Bundeswehr und habe da als Sprengmeister und Feuerwerker gearbeitet. Aus dieser Zeit kenne ich auch die Kameraden Franz Wendl und Helmut Angerer aus Berchtesgaden, mit denen ich oft zusammenarbeite. Unser Einsatzgebiet ist der südostbayerische Raum, wo wir bei Firmenjubiläen, Volksfesten, Geburtstagen oder anderen Festen und eben bei Anlässen wie Silvester Feuerwerke organisieren.

Nachdem Sie bereits am Königssee zum traditionellen Seefest und am 1. Januar Feuerwerke gezündet haben, sind Sie auch vom Hotel »Edelweiß« für das Silvester-Feuerwerk engagiert worden.

Müller: Die Familie Hettegger kam nach Vermittlung von Franz Wendl und Helmut Angerer auf mich zu. Und so haben wir nach Absprache mit dem Markt Berchtesgaden aus dem Kurgarten für die Silvestergala im Hotel »Edelweiß ein« Feuerwerk zünden dürfen. Wie wir gehört haben, gefällt das »Edelweiß«-Feuerwerk den Berchtesgadenern und den Hotelgästen sehr gut.

Was ist das Besondere beim Feuerwerk am Königssee?

Müller: Das umgebende Wasser und die vielen, vielen Zuschauer sind schon einzigartig. Die Aufgabe, dort ein großes Feuerwerk zu zünden, war für mich und meine Kameraden eine reizvolle Aufgabe. Das Besondere am Königssee ist auch die Tatsache, dass das Feuerwerk von der Insel Christlieger aus geschossen wird. Der Platz ist relativ beengt und so hat uns zuletzt die Schifffahrt mit sechs Pontons unterstützt, auf denen wir unser Feuerwerk erweitert und sodann eine größere Fläche bekommen haben. Dadurch konnten wir von der Insel aus in die Höhe schießen und von den Pontons aus in die Breite. Die Zündung von den acht Abschussplätzen aus erfolgt funkgesteuert. Das alles passiert aus einer Sendezentrale, was natürlich ein hohes Maß an Vorbereitung erfordert. Wir können jedoch das Programm je nach Bedarf jederzeit verändern.

Spielt auch das Echo vom Königssee eine Rolle?

Müller: Natürlich sorgt das Echo für ganz besondere Klangelemente. Weil jedoch das Echo zurückhallt, haben wir die Zündabstände auch verlängert. Bei stillen Effekten stört der Knall, auch das berücksichtigen wir.

Sind die nächsten Feuerwerke in Berchtesgaden und am Königssee denn schon in der Vorbereitung?

Müller: Natürlich arbeiten wir bereits an den nächsten Vorhaben, wir möchten den Menschen ja immer etwas Neues mit besonderen Effekten bieten.

Und dann spielt ja das Wetter gerade am Königssee eine große Rolle.

Müller: Beim letzten Neujahrsfeuerwerk hatten wir noch eine Viertelstunde vor Zünden des Feuerwerks einen sternenklaren Himmel. Dann ist über den See der Nebel hereingezogen und so haben die Menschen die hohen Effekte gar nicht gesehen. Andere wiederum, die an höheren Positionen wie zum Beispiel am Grünstein standen, waren begeistert, weil das Feuerwerk aus dem Nebelmeer für ganz tolle Effekte gesorgt hat. Dieses Risiko besteht bei einem Feuerwerk im Winter. Im Sommer kann es regnen, das macht nichts. Es ist ja alles in Plastik wasserdicht verpackt und wir zünden elektrisch. Wir sind jetzt schon dabei, für das Neujahrsfeuerwerk den Nebel noch mehr zu berücksichtigen. Das heißt, wir benötigen kräftigere Farben, die vom Nebel nicht so absorbiert werden. Und wir planen niedrigere Effekte unterhalb einer möglichen Nebelgrenze von circa 70 bis 80 Metern. cw