Fernwärme lässt Treibhausgasausstoß sinken

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Der Bau des Biomasse-Heizkraftwerks wirkt sich positiv auf die CO2-Bilanz der Gemeinde Schönau am Königssee aus. Der Ausstoß an Treibhausgasen sinkt in den letzten Jahren kontinuierlich. (Foto: Ulli Kastner)

Schönau am Königssee – Die Gemeinde Schönau am Königssee ist die erste Gemeinde im Landkreis Berchtesgadener Land, die alle gemeindlichen Liegenschaften mit regenerativer Wärme versorgt. Diese gute Nachricht brachte Klimaschutzmanager Manuel Münch vom Landratsamt den Gemeinderäten auf die Dienstagssitzung im Gasthof »Unterstein« mit. Der Leiter der Stabsstelle Landkreisentwicklung präsentierte die aktuelle Energie- und CO2-Bilanz der Gemeinde.


Eine durchwegs positive Entwicklung der Energie- und CO2-Bilanz seit dem Jahr 2014 sieht Münch für die Gemeinde Schönau am Königssee. Entscheidend ist vor allem, dass die Treibhausgasemissionen von fast 25 000 Tonnen im Jahr 2014 auf rund 18 400 Tonnen reduziert werden konnten. Pro Bürger bedeutet dies einen Rückgang von 4,6 Tonnen jährlich auf heute 3,3 Tonnen. Verantwortlich dafür ist in erster Linie der Ausbau der regenerativen Energien, in Schönau am Königssee maßgeblich erfolgt durch den Bau des Biomasse-Heizkraftwerks, das viele Einrichtungen und Häuser mit Fernwärme versorgt, und durch die Errichtung von Fotovoltaikanlagen. Die Netzeinspeisungen durch Fotovoltaik stiegen seit 2014 um stattliche 30 Prozent und betrugen im Jahr 2019 insgesamt 1 643 Megawattstunden. Laut Energienutzungsplan wären bis zum Jahr 2030 fast 4 000 Megawattstunden möglich. Die Leistung der installierten Anlagen betrug 2,43 MWp.

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Mittlerweile stammen in der Gemeinde Schönau am Königssee 54 Prozent der gesamten Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Ziel ist für das Jahr 2030 eine Quote von 84 Prozent. Weniger kräftig war der Ausbau der Solarthermie. Hier lag der Anstieg von 2014 bis 2018 bei rund sechs Prozent. Produziert wurden zuletzt 1 092 Megawattstunden jährlich. Weit darüber lag mit rund 12 000 MWh pro Jahr die Fernwärme. Diese erneuerbare Energiequelle legte seit 2014 um 14 Prozent zu. Ebenfalls Anstiege gab es bei der Wasserkraft (plus 15 Prozent) und beim Strom aus Biogas sowie fester/flüssiger Biomasse (plus 10 Prozent). Abgenommen hat die Wärmeerzeugung aus fester Biomasse (minus sieben Prozent). Das hängt laut Manuel Münch vor allem damit zusammen, dass zahlreiche Kachelöfen aus dem Betrieb genommen wurden.

Mit dem Neubau des Feuerwehrhauses Königssee, der in diesem Jahr abgeschlossen wird, werden alle gemeindlichen Liegenschaften mit regenerativer Wärme, spricht Fernwärme, versorgt sein. Damit ist die Gemeinde Schönau am Königssee Vorreiter im Landkreis. Diese Führungsrolle zeigt sich auch im weiteren Vergleich. Sowohl beim Anteil der erneuerbaren Energie beim Strom als auch bei der Wärme liegt man deutlich über dem Landkreisdurchschnitt.

Laut Energienutzungsplan sind in Schönau am Königssee weitere Maßnahmen geplant, die die Energiebilanz noch einmal verbessern werden. Dazu gehören unter anderem Installierungen von Fotovoltaikanlagen auf kommunalen Einrichtungen, weitere Beleuchtungssanierungen, die Planung von zwei weiteren Wasserkraftanlagen und der Ausbau der Fernwärmeversorgung.

Ulli Kastner

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