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Fenster putzen in schwindelerregender Höhe

Auch Hochhaus-Fenster müssen geputzt werden. Das macht zum Beispiel Michael Wolff. Was dabei wichtig ist? Bevor es nach oben geht, immer den Wetterbericht anschauen!

Michael in Aktion
Höhenangst darf Michael Wolff in seinem Beruf nicht haben. Foto: Christina Peters/dpa Foto: dpanitf3

Höhenangst? Die darf Michael Wolff nicht haben. Er ist Fassadenreiniger in Berlin und arbeitet häufig in schwindelerregender Höhe. Wir haben ihn getroffen und mit ihm über seinen ungewöhnlichen Job gesprochen.

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Wie fühlt es sich hoch oben auf so einer Gondel an?

Michael Wolff: «Es wackelt ein bisschen, vielleicht ein bisschen so, als wenn man mit dem Schiff fährt. Man nimmt die Bewegungen halt mit, dann kriegt man es auch hin.»

Wie ist man in dieser Höhe gesichert?

Michael Wolff: «Die Gondel hängt an Stahlseilen. In der Regel ist man auch noch an einem Gurt befestigt. Falls man runterfallen sollte, sichert der Gurt einen, man hängt dann am Gurt in der Luft.»

Waren Sie schon mal in einer brenzligen Situation?

Michael Wolff: «Einmal war etwas verkeilt, sodass sich die Gondel nicht mehr nach oben oder unten bewegen konnte. Da musste die Feuerwehr uns runterholen.»

Hatten Sie da Angst?

Michael Wolff: «Angst hatte ich nicht. Ich wusste ja, ich komme runter. Die Frage war nur: Wann komme ich runter? Das Wetter war nicht so gut, es hatte geregnet. Irgendwann musste ich auf Toilette. Bis uns geholfen werden konnte, dauerte es aber etwa fünf Stunden.»

Bekommen Sie da oben eigentlich viel mit?

Michael Wolff: «Wenn man nicht so hoch ist, hört man den Verkehrslärm oder auch, wenn es mal knallt, weil es einen Unfall gegeben hat. Aber wenn man sehr hoch ist, bekommt man nichts von unten mit.»

Wie reagieren die Menschen auf dem Boden auf Sie?

Michael Wolff: «Ich bekomme ab und zu mit, dass wir fotografiert werden. Manche winken auch.»

Haben Sie schon mal etwas Lustiges in den Räumen gesehen, als sie die Fenster geputzt haben?

Michael Wolff: «Etwas Lustiges habe ich noch nicht gesehen. Man konzentriert sich auch sehr auf die Arbeit. Wenn nicht was genau vor meiner Nase passiert, bekomme ich nicht mit, was im Raum passiert. Manchmal sehe ich, wie sich Leute erschrecken. Die legen sich dann die Hand aufs Herz vor Schreck.»

Was ist am schwierigsten zu reinigen?

Michael Wolff: «Insektendreck. Oder der Dreck von Spinnen. Das sind kleine Punkte, die sehr stark an der Scheibe kleben. Das ist am schlimmsten.»