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Feiern beim FC Bayern - Sticheleien vor Supercup-Duell

München (dpa) - Bayerns strahlende Weltmeister genossen den stimmungsvollen Empfang ihrer Fans, doch schon beim Weg aus der heimischen Arena rückte mehr und mehr das heiße Supercup-Duell gegen Borussia Dortmund in den Fokus.

Begeisterung
65 000 Fans kamen zum Show-Training beim FC Bayern München. Foto: Angelika Warmuth Foto: dpa

«Es ist im Prinzip ein Finale, es geht vor ausverkauftem Haus um den Supercup. Es ist ein Spiel gegen den großen Rivalen in Deutschland», erklärte Manuel Neuer, der zu Deutschlands Fußballer des Jahres gekürt wurde. «Ich freue mich riesig, dass es wieder los geht. Ich glaube, drei Wochen Urlaub reichen auch locker aus und wir können uns jetzt wirklich auf unsere Aufgaben konzentrieren.»

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65 500 Zuschauer in der ausverkauften Arena «versüßten» Neuer & Co. die erste Bayern-Trainingseinheit des kompletten Kaders. «So einen Trainingsstart hier abliefern zu dürfen, ist ein Traum», gestand der 28-Jährige nach der offiziellen Saisoneröffnungs-Feier mit Team-Präsentation und Showtraining.

Erinnerungen an das WM-Endspiel kamen in der Münchner Arena auch noch einmal hoch. Nicht nur Final-Matchwinner Mario Götze huschte beim Blick auf die riesige Videotafel unter dem Stadiondach ein Lächeln über das Gesicht, als sein unvergesslicher 1:0-Siegtreffer eingespielt wurde. «Wir sind hier und jetzt geben wir wieder Gas», versprach WM-Champ Thomas Müller. Erste Möglichkeit zu Volldampf: Der brisante Supercup-Knaller am 13. August beim Erzrivalen Dortmund.

Für noch mehr Brisanz als ohnehin sorgen vor allem die immer wiederkehrenden Sticheleien in den Vorstandsetagen. Zuletzt nervte die Borussen das bayerische Gerede um eine Ausstiegsklausel von Marco Reus. «Ich weiß auch nicht, warum man so ein Drama darum macht. Borussia Dortmund hat sich in den letzten Jahren regelmäßig zu Dingen von Bayern München geäußert, die wir dann auch nicht kommentiert haben», wunderte sich Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge im ZDF. «Wir nehmen das zur Kenntnis, kommentieren das aber nicht. Vielleicht ist man etwas sensibler in Dortmund», zeigte sich Rummenigge cool. «Wir lassen uns von niemandem den Mund verbieten», ergänzte Sportvorstand Matthias Sammer in «Sport 1».

Der Konter der Dortmunder Chefs ist programmiert - und das Titelrennen für die neue Saison längst eröffnet. «Wenn wir es schaffen, unsere Jungs so zusammenzukriegen, dass es eine richtig geile Truppe ist, dann kann richtig was passieren. Das nächste Finale, in dem wir stehen, möchte ich gewinnen. Und damit meine ich nicht den Supercup», sagte BVB-Coach Jürgen Klopp und fügte an: «Wir sind die einzige Spitzenmannschaft der Welt, der jedes Jahr der beste Spieler weggekauft wird, die aber trotzdem immer weiter oben mitmischt!»

Zuletzt wechselte Robert Lewandowski von den Schwarz-Gelben zum Rekordmeister, wo er am Samstag zusammen mit den anderen vier Neuzugängen Pepe Reina (FC Liverpool), Juan Bernat (FC Valencia), Robert Lewandowski (Borussia Dortmund) und Sebastian Rode (Eintracht Frankfurt) den jubelnden Fans präsentiert wurde.

Rund 30 000 Anhänger von insgesamt 90 000 Besuchern eines BVB-Familientages feierten ihre Stars und Weltmeister am Samstagabend in der Arena. Auch beim Vize-Meister waren die Gedanken schon auf den Kampf um die erste Trophäe der Saison gerichtet. «Gegen die Bayern steht ja auch Prestige auf dem Spiel», erklärte WM-Reservist Roman Weidenfeller in der «Bild am Sonntag». «Wir wollen auf jeden Fall den ersten Titel der Saison holen», betonte Kevin Großkreutz.

Doch noch einmal wollen die Münchner das erste große Kräftemessen der Spielzeit, bei dem die Weltmeister beider Reihen angesichts des großen Trainingsrückstands wohl nur am Rande mitmischen werden und auch Bayern-Star Franck Ribéry verletzt fehlt, nicht wie vor einem Jahr gegen die Westfalen verlieren. «Natürlich ist die Rivalität da, wenn das Spiel anfängt. Während dem Spiel ruhen die Freundschaften», sagte Bastian Schweinsteiger und nahm nach dem ersten Training des gesamten Teams noch einmal eine Extra-Portion Motivation mit in die neue Saison. «Wenn man in so ein Stadion reinkommt, in ein ausverkauftes Haus, dann ist die Lust sofort wieder da», erklärte Schweinsteiger und lachte. «Das Problem ist nur: Die Luft ist ein bisschen schneller weg. Aber in ein paar Wochen sieht das wieder anders aus.»

Pausieren muss erst einmal auch Rafinha. Der Brasilianer knickte am Vortag beim Training in der Allianz Arena um und erlitt einen Außenbandriss am linken Sprunggelenk. «Ich bin natürlich sehr enttäuscht» teile Rafinha auf der Vereinshomepage mit. «Ich hatte bisher eine gute Vorbereitung, und jetzt das. Ich bin sehr, sehr traurig.»