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Favre sieht Steigerungspotenzial - Mittelmaß beim VfB

Stuttgart (dpa) - Nach dem Coup im Schwabenland wirkte Lucien Favre nicht richtig zufrieden. Borussia Mönchengladbach hatte sich mit einem 2:0 (1:0) gegen harmlose Stuttgarter eindrucksvoll aus der Länderspielpause zurückgemeldet, doch der Schweizer Trainer fand noch Verbesserungspotenzial.

Ehrgeizig
Gladbach-Coach Lucien Favre glaubt, dass seine Mannschaft noch besser spielen kann. Foto: Bernd Weißbrod Foto: dpa

«Wir haben manchmal nach dem 2:0 die Ordnung verloren, weil wir mit sieben Spielern vorne waren, das darf nicht passieren. Wenn wir hier das 1:2 bekommen hätten, wäre es sehr schwer geworden», kritisierte Favre nach dem vierten Sieg seiner Mannschaft in der Fußball-Bundesliga in Serie. «Am Ende hätten wir sogar 3:0 oder 4:0 gewinnen können.»

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Favre fand aber auch genügend lobende Worte für den abgebrühten Auftritt der Elf vom Niederrhein. «Das war ein sehr gutes Spiel von uns. Wir haben das Spiel zu 70 Prozent kontrolliert», resümierte der 56-Jährige. «Die ganze Mannschaft hat gut verteidigt und in keiner Situation Panik gezeigt. Das Mittelfeld hat wirklich gut gearbeitet», ergänzte Favre, der seine Mannschaft noch Freitagnacht in der Stuttgarter Mercedes-Benz-Arena auslaufen ließ und der Truppe um Kapitän Martin Stranzl dann drei Tage frei gab.

In der Endabrechnung genügten den Gladbachern zwei eiskalte Treffer, um sich die Belohnung zu verdienen. Daniel Schwaab leitete mit einem missglückten Befreiungsschlag unfreiwillig die Führung von Raffael (37. Minute) ein, der eine feine Kombination mit Patrick Herrmann abschloss. Die Schwaben, die zuvor nur zwei ihrer vergangenen 30 Bundesligapartien gegen die Borussia verloren hatten, wirkten in dieser Phase des Spiels fahrig und träge.

Nach dem Wechsel mühte sich die Truppe von Trainer Thomas Schneider zwar redlich, den verdienten Schlusspunkt zum Auftakt des 13. Spieltags setzten aber wieder die flüssig kombinierenden Gäste. Eine Vorlage des omnipräsenten Herrmann verwandelte schließlich der Schwede Oscar Wendt (73.). «Wir hatten viel Ballbesitz», nannte der Verteidiger den Vorzug des Gladbacher Spiels und fand dennoch wie sein Trainer einen Makel: «Wir hätten das 3:0, 4:0 oder 5:0 noch machen müssen.»

Davon waren die Hausherren weit entfernt. Während sich die Borussia auf Platz vier festsetzte und nach dieser routinierten Darbietung den Angriff auf die sicheren Champions-League-Ränge starten darf, steckt der VfB mit 16 Zählern im Mittelmaß fest. «Gladbach war einfach die reifere Mannschaft. Das ist bitter, muss man aber so akzeptieren», erkannte Schneider die Stärke des Kontrahenten an. «Über 90 Minuten hat uns ein bisschen der Dampf, die Aggressivität gefehlt», stellte der VfB-Coach weiter fest.

Kein Wunder. Insgesamt 13 Spieler hatte der VfB für Länderspielreisen abstellen müssen, Mönchengladbach gerade mal fünf. «Das soll aber keine Entschuldigung sein», bemerkte Schneider, der sich mit seiner Mannschaft weiter in einer schwierigen Entwicklungsphase befindet. Konstruktive Spieleröffnung, dynamischer Aufbau - wo die Borussia teils schon ist, da wollen die Stuttgarter erst noch hin. «Entwicklung braucht Kontinuität», räumte Schneider ein.

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